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US-Duo Buke and Gase gastierte im Dresdner Beatpol

US-Duo Buke and Gase gastierte im Dresdner Beatpol

Die beiden Grünpflanzen verwiesen auf das kommende Discorporate-Festival, Anfang Juni in der Scheune. Tarentatec auch. Denn das Trio darf als einzige Band bei der zweiten Auflage des Label-Festes das zweite Mal dabei sein.

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Aron Sanchez und Arone Dyer alias Buke & Gase.

Quelle: Dietrich Flechtner

In vorzüglicher Verfassung, ebenso im Aufheizen, zeigten sie sich am Mittwoch im Beatpol. Instrumentales "Döpping", komplexes Umschichten von Rhythmen und Strukturen, fliegende Saiten, herzhaft von den Drums beschlagen, frei von Posen und vor allem kernig auf drei, vier Minuten beschränkt, statt in Orgasmen freizudrehen. Mit Tarentatec beginnt ein Abend wie dieser wirklich schon mit der Vorband.

Nach ihrem Set gähnt sich die Bühne in Windeseile leer. Weder Tarentatec noch die nachfolgenden Buke and Gase brauchen Ritterburgen um sich, was wieder einmal dem edlen Worte der Effizienz zur Ehre gereicht. Aron Sanchez schiebt sich die mit einem Schlüsselringblech versehene Basstrommel vor den Stuhl, Arone Dyer schnallt sich ein Glöckchenband um den schmalen Fuß, Stöpsel hier, Kabel da, ein Riff zur Probe auf ihrem Buke und eines auf seinem Gase - fertig!

"Hello Buke, hello Gase", klang es Montag, kurz nach zwei am Nachmittag, aus dem ansonsten wirklich verdienstvollen Radio Eins vom RBB. Moderatorin Anja Caspary hatte sich leidlich vorbereitet, um das abendliche Konzert von Arone & Aron in der Berliner Kantine am Berghain anzuschieben. Dass sie mit "Hello Buke" und "Hello Gase" die Instrumente begrüßen würde, statt die Menschen, die sie spielen, war ihr wohl dann doch entfallen. Buke - das ist eine sechssaitige Bariton-Ukulele, Gase - ein Mittelding aus E-Bass und E-Gitarre, beide mit direktem Zugriff über einen eigenen Klang, der einfach da ist. Und bleibt. Die fehlenden Nuancen im grellen Sound sind Absicht, Buke and Gase wollen nicht auf Spektren geritten werden, und Dyer/Sanchez wollen keine Geräte vorführen, sondern benutzen. Sie betreiben keinen Messestand, sondern eine Band. Dafür stehen ihre Songs voll im Saft, sind aggressiv in Tempowechseln, im Schleppen von Tauen und im Reißen derselben. Ums Headbangen wird einem bange, denn mit durchgehendem Beat ist hier nicht viel. Die beiden US-Amerikaner setzen nicht auf Konsens, mehr auf Disput und Diskurs. So ist das Leben im Publikum zwangsläufig, das Gehen und Kommen, Bleiben und Staunen, das Erreichen von Grenzen und Überspringen von Mauern.

Nichts gegen die "Veränderbar", wo Buke and Gase 2011 ihr Dresden-Debüt spielten! Aber erst jetzt, da sie aus dem Wohnzimmer in einen Raum kamen, in dem diese Musik, trotz Minimalismus, noch den letzten Winkel erreichen kann und dabei Weite, Fülle und Wucht greift, klingen sie. Es stampft und scheppert wahrhaft schön, die greinenden Glissandi der beiden Eigenbau-Saiteninstrumente winden sich in aufgedrehte Schleifen und brechen entzwei, Arone Dyers Stimme bohrt sich wie ein Martinshorn ins Ohr. Ja, das kann auch wehtun!

Das Problemchen: Die Lieder von Buke and Gase folgen einem Duktus, der streng der reizenden Musik-Sound-Effekt-Kombination verpflichtetet ist. Schon auf Platte erschließen sich kaum Storys. Live sowieso nicht. Stimme wird Mittel. Für zwei CDs ("Riposte" und "General Dome") und das Touren danach gab es Atem genug, spannend wird sein, wohin es Buke and Gase nach diesem verheißungsvollem Start führt. Geht es in Richtung Shellac vielleicht? Eine Band, die von Aron Sanchez und Arone Dyer sehr verehrt wird und - so viel spitzes Anja-Caspary-Zitat muss abschließend sein, "die wir noch kennenlernen müssen". WIR nicht! Wir wissen um deren Gabe, sich rar zu machen und hoch im Kurs zu halten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.04.2013

Andreas Körner

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