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Two Gallants treffen ihre besonders ergebenen Fans morgen im Beatpol

Two Gallants treffen ihre besonders ergebenen Fans morgen im Beatpol

Es sind ja Amis, da traut man sich nicht so recht. Da spricht man ihren Namen noch immer lieber " Tuh Gällänts" aus. Nicht so korrekt, wie es Tyson Vogel und Adam Stephens eigentlich wollen. James Joyce war schuld, er und sein 15-teiliger Storymix "Dubliners".

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Eigentümlich? Mindestens. Großartig? Ganz sicher. Tyson Vogel und Adam Stephens alias Two Gallants haben die Erwartungslatte selbst hoch gelegt.

Quelle: PR

Dresden. Dort haben sie den Namen her und dort sind die beiden Kavaliere eben "Gallongs". Oder so.

Missverständnisse gibt es trotzdem keine. Two Gallants haben sich in den selbst gewählten Olymp einer stattlichen Zahl Fans gespielt. Und die traben ihnen hinterher, folgen ihnen, wo immer sie spielen. Sie hören schon mal zwei, drei, vier Konzerte pro Jahr aus lauter Angst, die beiden ziemlich besten Sandkastenfreunde könnten sich wieder mal trennen und das für längere Zeit.

2004 war es, als Stephens/Vogel ihr erstes gemeinsames Album herausbrachten. Es wurde Zeit dafür, denn die Sessions und Selbstversuche, das Material und die Lust, eben als Duo unterwegs zu sein, ohne sich in einen erweiterten Bandkontext zu begeben, gewannen und bekamen endlich auch die akustische Form eines Tonträgers. Bis heute zählen Two Gallants zu den famosesten Duos des Rock'n'Roll-Alltags. Über die Pause zwischen 2007 und 2012 reden die beiden nicht so gern. Weil sie nur als Two Gallants funktionieren?

Tyson Vogel und Adam Stephens aus San Francisco treten dem Pathos gewaltig in den Hintern. Alles, was sie bislang gemeinsam angepackt haben, kommt ohne falsche Hasen daher, extrem fokussiert und auf den Punkt gerockt. Der Drummer und der Sänger/Gitarrist bedienen sich mit Vollgriff und Unbändigkeit der Rockhistorie und dem Noch-weiter-Zurück. Two Gallants ist eine Facettenband, die jeweils eigene Übersetzungen findet - für Folk und Country, Garage und Stall, Stadtblues und Dorfrock, Ballade und Bulle. Experimente verkommen bei ihnen nie zur sich selbst genügenden Frickelei. Sie brauchen oft nur drei Minuten für das Ausrollen ihrer Eigengewächse, sind dabei explosiv, rau und roh, machen auch ihre sehr wohl hörbare Zärtlichkeit nicht zum Manifest. Die Emotionalität ist direkt. Songs auf einem mit Samt ausgeschlagenen Tablett zu drapieren, liegt ihnen nicht. Sie schleudern lieber.

Was Two Gallants ebenso ein Graus ist, wird schon auf Platte deutlich - die letzte, insgesamt fünfte heißt herrlich augenzwinkernd "We Are Undone" (Pias) und stammt vom Winter dieses Jahres -, erst recht aber live: Stephens und Vogel hassen das Kaschieren von Hängern, das Abducken hinter dem jeweils anderen. Sie könnten auch Pur heißen (hoho!). Da wird gefräst und in Noten gespuckt, da dominiert der scharfe Grat, der Zacken im Bruch, das Kraftpaket im Sound.

Dass es dafür aber den richtigen Raum benötigt, zeigte sich etwas tragisch im Berliner Kultclub SO36, der zwar schon eine endlose Liste famoser Künstler beherbergen durfte, aber mit Two Gallants im März an Grenzen stieß. Denn es suppte. Was wiederum im Beatpol nicht passieren dürfte, denn der ist schon erprobt mit den Kavalieren. Und die Infizierten vom bislang letzten Auftritt 2013 laufen, wie eingangs beschrieben, noch immer beeindruckt umher.

Es ist eine fast kompromisslose Zuneigung, die sie mit der Band verbindet. So etwas muss gepflegt werden. Welcome back, Kavaliere!

Two Gallants, Vorband: Demob Happy, Dienstag, 21 Uhr, Beatpol

Andreas Körner

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