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Tuschemalerei von Stephanie Laeger im Projektraum der Städtischen Galerie Dresden

Tuschemalerei von Stephanie Laeger im Projektraum der Städtischen Galerie Dresden

Mittlerweile ist es schon eine Adresse mit Tradition: Ein nüchternes Seitengelass der Städtischen Galerie Dresden ist als Projektraum Neue Galerie zum Ausstellungsort für junge beziehungsweise jüngere, teils preisgekrönte Künstler geworden.

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Stephanie Laeger. Januar. 2011.

Quelle: Städtische Galerie Dresden/Franz Zadnicek

Werke von Hegenbarth-Stipendiaten werden hier regelmäßig ebenso präsentiert wie die weiterer Meisterschüler und Absolventen der Hochschule für Bildende Künste (HfBK). Die aktuelle Ausstellung widmet sich den eindrucksvollen Tuschemalereien von Stephanie Laeger (geb. 1975 in Freiburg i. Br.). Die Künstlerin studierte von 1998 bis 2005 an der Elbe und war Meisterschülerin von Elke Hopfe (2005-2007). Das künstlerische Vermögen Laegers, das sich zum Diplom in einer unauffälligen, nichtsdestotrotz wirkmächtigen Gruppe mit Tusche ausgeführter Köpfe zeigte, hatte dazumal auch den Freundeskreis der Hochschule überzeugt, der ihr seinen Förderpreis verlieh.

"Ins Gesicht" ihrer Modelle sowie in ihr eigenes lässt die Künstlerin derzeit noch im oben genannten Projektraum schauen. Was hier sofort spürbar ist: Stephanie Laeger strebt nicht nur nach einem dem Sichtbaren verpflichteten Porträt. Ihr geht es ganz eindeutig ums Tieferloten, frei auch von allem Accessoire. Damit steht sie durchaus in einer Tradition, die ihr gewiss mit durch Elke Hopfe vermittelt wurde und die zu Künstlern wie Gerhard Kettner und von diesem zu Hans Theo Richter zurückführt. Ein Studiensemester in Wien hat möglicherweise zusätzlich zu dem Interesse an psychologischer Tiefe beigetragen.

Nahezu monumental und oft frontal lässt Laeger die Gesichter auf dem Papier entstehen. Auf den ersten Blick wirken sie wie ein Nass-in-nass-Aquarell. Und das ist auch ein Teil des Vorgehens: Die Tusche wird immer wieder ausgewischt, abgewaschen, auch radiert, so dass eine stoffliche, Volumen andeutende Oberfläche entsteht, an deren Rändern sich die Konturen von Gesicht und - mitunter - (Ober)Körper abzeichnen. Bald wird man auch der Verletzungen des Papiers - die Künstlerin verwendet schweres Aquarellpapier - gewahr. Es ist gerade so, als wolle sie sich mit dem immer wieder Korrigieren ihres Tuscheauftrags dem Wesen des Porträtierten nähern, ihm "unter die Haut" gehen.

Freilich ist das nur auf ihrem Bild möglich. Und dort wischt sie nicht nur mit Pinsel, Tuch und Radiergummi, sondern auch mit Mitteln wie Sand, Salz oder Chemikalien, die je nachdem gelbliche, bläuliche oder rötliche, teils krustige oder geraute Spuren hinterlassen. Verschiedentlich führen diese Arbeitsgänge so weit, dass das Papier ganz dünn oder löchrig wird, überklebt werden muss. Dies alles ist kein Selbstzweck: Denn aus der Distanz gewinnt man so durchaus den Eindruck, dass die Gesichter die unterschiedlichsten seelischen Bewegtheiten ausdrücken, selbstverständlich gespiegelt durch die Empfindungen der Künstlerin.

In der kleinen Schau trifft man auf beeindruckende Studien - vom berührenden "Sterben" (2007) bis zum auf das Menschlich-Existenzielle verweisenden "Kopf" (2007/2011), der - so stellt es sich der Autorin dar - entfernt Parallelen zu Hofer aufscheinen lässt. Wie dieser scheint die Künstlerin im Individuellen zunehmend auch das Menschsein an sich zu suchen. Mehrere Männerbildnisse aus dem Jahr 2012 bestärken diesen Eindruck. Auch das 2011 entstandene Gruppenbild "Januar" könnte man so sehen. Es scheint das Warten zu thematisieren, wie es zuvor schon große Dresdner Zeichner des 20. Jahrhunderts von Hegenbarth bis Uhlig formulierten. Stephanie Laeger gehört zu jenen Dresdner Absolventen, die sich intensiv und ohne vordergründige Effekte dem alten und immer wieder neuen Thema "Mensch" widmen. Das ist bemerkens- und ansehenswert.

Bis 24. Februar, Wilsdruffer Straße 2, Di-So 10-18 Uhr, Fr 10-19 Uhr, es liegt ein Katalog vor.

www.galerie-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.02.2013

Lisa Werner-Art

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