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Trotz Schändung: Kunstwerk „Post it“ vor dem Dresdner Landgericht bleibt stehen

Trotz Schändung: Kunstwerk „Post it“ vor dem Dresdner Landgericht bleibt stehen

Das Kunstprojekt „Post it“ vor dem Dresdner Landgericht bleibt wie geplant bis zum 5. Juli an Ort und Stelle – trotz eines fremdenfeindlichen Anschlages.

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Einen Zusammenhang zwischen dem Anschlag und Pegida-Demonstrationen sieht die Künstlerin Nezaket Ekici nicht.

Quelle: Hauke Heuer

Die Künstlerin Nezaket Ekici kündigte in einer Diskussionsrunde am Sonntag vor dem Kunstwerk den Verbleib der Installation an. Das Portal aus Perser-Teppichen wurde am 20. Mai errichtet und sollte die Dresdner zum Dialog aufrufen.

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Am Sonntagnachmittag wurde vor dem Kunstwerk "Post it" gemeinsam mit der Künstlerin diskutiert.

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Das ging gründlich schief: Bereits am Tag des Aufbaus verschwanden zwei der insgesamt 34 Teppiche. Sechs weitere kamen abhanden, als in der Nacht zum 25. Mai die religionsfeindliche Parole „Scheiss Islam“ von bisher unbekannten Tätern auf die Rückseite der Installation gesprüht wurde. Die vakanten Teppiche wurden mittlerweile ersetzt und die beschmierten Perser so angeordnet, dass die Botschaft nicht mehr sichtbar ist. „So haben wir das Thema nicht unter den Teppich gekehrt – das Kunstwerk hat jetzt eine Geschichte. Stehen lassen konnten wir die Parole nicht, weil sonst der Tatbestand der Volksverhetzung weiter im Raum gestanden hätte“, erklärte die Künstlerin und kritisierte die Polizei, die Hand an ihr Kunstwerk gelegt habe und die Teppiche durch die Feuerwehr abnehmen ließ. Die Rückgabe der Teppiche habe mehrere Tage gedauert. Kurator Thomas Eller warf den Ordnungshütern vor, eine falsche Abwägung zwischen dem Tatbestand der Volksverhetzung auf der einen und dem Urheberrecht und Eigentumsansprüchen der Künstlerin auf der anderen Seite getroffen zu haben.

Schon vor dem Aufbau sei es spürbar gewesen, dass Dresden gespalten ist, so Ekici. Passanten hätten entweder begeistert oder offen ablehnend reagiert. „Hier wird ein Konflikt offensichtlich, der in der Stadtgesellschaft existiert“, sagte Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) am Sonntag mit Verweis auf den Vandalismus. Die Künstlerin selber legte großen Wert darauf, dass sie keinen Zusammenhang mit den wöchentlich stattfindenden Pegida-Demonstrationen sieht. Pegida habe sich vor dem Landgericht nicht blicken lassen, so Ekici.

Die Stiftung Kunst und Musik für Dresden beschloss am Wochenende, 1000 Euro für die Wiederherstellung des Kunstwerkes zur Verfügung zu stellen. „Wenn Kriminelle in Dresden ein Kunstwerk schänden, dann müssen Dresdner Bürger dagegen ein deutliches Zeichen setzen. Dann müssen wir mit bürgerschaftlichem Engagement zeigen, dass wir das nicht tolerieren wollen“, sagte Martina de Maizière, Vorstand der Stiftung. Auch der Präsident des Landgerichtes, Gilbert Häfner, beteiligte sich außerhalb seiner Funktion an der Diskussion am Sonntagnachmittag. „Der Unterschied zum IS, der Kunstwerke im Nahen Osten schändet, ist in diesem Fall nur ein gradueller“, sagte der Richter.

Hauke Heuer

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