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Triumph in Zürich: Katja Wünsche aus Dresden tanzt die Julia in Christian Spucks Choreografie

Triumph in Zürich: Katja Wünsche aus Dresden tanzt die Julia in Christian Spucks Choreografie

Sie dürfte derzeit eine der bedeutendsten Tänzerinnen Deutschlands sein. Katja Wünsche aus Dresden studierte an der Staatlichen Ballettschule in Berlin, und von dort ging's sogleich in das Corps de ballet des berühmten Stuttgarter Balletts.

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Romeo und Julia mit William Moore und Katja Wünsche.

Quelle: Monika Rittershaus

Zuvor hatte sie schon das Halbfinale beim "Prix de Lausanne" erreicht, später belegte sie den zweiten Platz, 1999 ist sie erste Preisträgerin beim "Grand Prix d'Eurovision für junge Tänzer". Dann beginnt der unaufhaltsame Aufstieg in Stuttgart, seit 2006 ist sie erste Solistin. Ein Jahr später erhält Katja Wünsche den Deutschen Tanzpreis Zukunft, und der "Faust" wird ihr verliehen in der Kategorie "Beste darstellerische Leistung Tanz".

In Stuttgart tanzt sie die Kreationen von John Cranko im neoklassischen Stil ebenso wie zeitgenössische Choreografien von Forsythe, Kylián, Douglas Lee oder Marco Goecke. Christian Spuck ist seit 2001 Hauschoreograf in Stuttgart, 15 Uraufführungen kreiert er, darunter in der Tradition Crankos Handlungsballette wie "Lulu", "Der Sandmann" oder "Das Fräulein von Scuderie", immer mit Partien für Katja Wünsche.

Mit Beginn dieser Saison ist Christian Spuck Ballettchef am Opernhaus in Zürich, mit seiner Neudeutung von Sergej Prokofjews Ballettklassiker des 20. Jahrhunderts "Romeo und Julia" gab er seinen umjubelten Einstand. Mit ihm gingen als erste Solisten Katja Wünsche und William Moore von Stuttgart nach Zürich, in den Titelrollen gewinnen sie auf Anhieb die Herzen der Ballett- und Tanzfans.

Katja Wünsche ist als Julia kein naives Mädchen. Sie sieht Romeo und will den Blick nicht mehr von ihm lassen, koste es, was es wolle. Ihr lichter Tanz durchbricht die Dunkelheit der Szenen aus Feindschaft und Mord. Sie ist nicht das trippelnde Kind, sie ist eine junge Frau, daher so stark in ihrem Gefühl, in ihrem Willen, in ihrer List, den Zwängen zu entkommen, und in ihrer Lust, die diesem Romeo gilt, den William Moore in gewandter Jungenhaftigkeit, sportiv und elegant zugleich tanzt. Mit ihm wird sie federnd springen, von ihm getragen wird sie leicht den Raum durchfliegen, gänzlich verwandelt, ganz anders als an der Seite des für sie von den Eltern bestimmten Grafen Paris.

Romeo und Julia werden ihren Schwebezustand noch einmal erhöhen, am Morgen nach der Liebesnacht, wenn sie ihn halten möchte, er schon in Gedanken auf der Flucht ist. Katja Wünsche und William Moore tanzen jetzt so differenziert und sensibel, dass man meinen möchte, sie zitierten schon den Glückszustand, weil sie um den Verlust schon wissen. Man müsste ein Herz von Stein haben, wenn alles, was nun folgt, nicht zutiefst berührte.

Und geradezu kongenial setzt die Philharmonia Zürich unter der Leitung von Michail Jurowski hohe musikalische Maßstäbe.

Aufführungen: 2., 7., 13.12., 1.2.

www.opernhaus.ch

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.11.2012

Boris Michael Gruhl

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