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"Tom Sawyer"-Familienkonzert in Elbe Flugzeugwerken Dresden: Vom Flughafen an den Mississippi

"Tom Sawyer"-Familienkonzert in Elbe Flugzeugwerken Dresden: Vom Flughafen an den Mississippi

Draußen rollen Flugzeuge über das Feld, drinnen lädt das Moritzburgfestival zur musikalischen Lesestunde. Beim Familienkonzert in der Werkhalle der Elbe Flugzeugwerke Dresden am Sonntag war schon der Veranstaltungsort ein Erlebnis.

Am Fuße eines echten Airbus 300 entführte der Erzähler und Komponist Niels Frédéric Hoffmann dort mit seiner musikalischen Version von Mark Twains "Tom Sawyers Abenteuer" eineinhalb kurzweilige Stunden lang in die aufregende Welt der Piraten und Lausebengel aus diesem Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur.

Die unterhaltsame Lesestunde des erfahrenen Hamburger Komponisten für Kinderkonzerte und -Opern ließ etwas vom Charme alter Hörspiele in der Flugzeughalle aufsteigen, wenn seine kräftige Erzählstimme durch die Werkshalle hallte und die Musik phantasievolle Klangbilder zum Gelesenen schuf. Am Pult des Festival-Orchesters führte Andreas Peer Kähler durch die lautmalerisch funkelnde, auch jazzig aufbegehrende Partitur zu den Geschichten um Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Jedes Instrument brachte eine andere Figur oder ein Ding zum Klingen, so wurden etwa das Saxophon als Stimme von Huckleberry Finn, das Klavier als Tropfsteinhöhle oder die Pauke als Gewitter für die kleinen Besucher des Konzertes mit den Bildern der Geschichten gut fassbar.

Nur beim Mitmachen haperte es etwas. In der Sommerhitze ließen sich sowohl Eltern als auch Kinder nur schwer von Hoffmann animieren, mitzusingen oder gar zu tanzen. So sehr sich der Erzähler auch abrackerte, selbst das "Dingelingeling" der hellen Glocke oder das tief schnaufende "Tschtschtsch" des Zuges mussten er und das Orchester meist alleine imitieren - ließen sich dabei jedoch nicht vom gelegentlich hinüberwehenden Dröhnen der echten Flugzeuge am Rollfeld ablenken. Für die ganz Kleinen bot die lockere Bestuhlung in der Halle genug Platz, um zwischendrin auch mal um die Reihen flitzen zu können. Eine sprichwörtlich süße Idee des Festivals war es zudem, zum Familienkonzert (im Kartenpreis von 18/10 Euro inbegriffen) Kaffee und eine stattliche Auswahl an Kuchen zu kredenzen.

In lockerer Sommernachmittagsatmosphäre und mit brillanter Begleitung des Festival-Orchesters lebten die Abenteuer des Tom Sawyer dabei keck in Szene gesetzt auf und das Publikum hob dort zumindest in der Phantasie mit den Figuren zum Mississippi ab. Besonders für die Kleineren hätte man sich allerdings hier und da eine etwas weniger düstere Auswahl der Geschichten gewünscht, vielleicht auch eine, die den besonderen Ort des Konzertes thematisch noch besser widerspiegelt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.08.2014

Nicole Czerwinka

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