Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Google+
The Wave Pictures spielen wieder in Dresden, diesmal im Ostpol

The Wave Pictures spielen wieder in Dresden, diesmal im Ostpol

Die drei jungen Briten Dave Tattersall (Gesang, Gitarre), Franic Rozycki (Bass) und Hugh Noble (Schlagzeug) gründen 1998 eine Rockband. Noble steigt bald aus, Jonny Helm wird nach ein paar Versuchen der neue Schlagzeuger und bis heute sind das The Wave Pictures.

Voriger Artikel
Der Tenor Robert Dean Smith Gast beim "Lied in Dresden"
Nächster Artikel
Olaf Böhme zu Gast in der Herkuleskeule

Sehen nicht nach Rock'n'Roll aus, sind es aber trotzdem: The Wave Pictures.

Quelle: PR

Dresden. Ihr Rock kommt mit 60er-Jahre-Gefühlsverstärkern. Rock'n'Roll ohne Pomade, dafür mit poetischen Hier und Jetzt-Geschichten aus den Notizbüchern postmoderner Romantiker. Die ersten fünf Alben bringen sie mehr oder weniger ohne Plattenlabel raus, spielen mit den Lo-Fi-Folkern Herman Düne und Jeffrey Lewis. 2013 veröffentlichen sie noch einmal eine Platte in Eigenregie, obwohl sie da längst beim Londoner Indie-Label Moshi Moshi untergekommen sind, wo auch James Yuill oder Florence + the Machine wohnen. Mit "Great Big Flamingo Burning Moon" haben The Wave Pictures letztes Jahr ihr 13. Album veröffentlicht.

Die aktuelle Platte ist ungeschliffener als zum Beispiel die letzte. Das könnte am Produzenten Billy Childish liegen. Der 56-Jährige ist einer, der schon ewig Musik macht, der aber auch schreibt und malt. Einer, der es schnell und direkt mag. Die Garage, in der sicher auch The Wave Pictures mal angefangen haben zu proben, damals, in Wymeswold, diesem 1000 Seelendorf südlich von Nottingham, die bringt er wieder zurück in ihre Musik. Der verspielte Sound und der Afro-Pop der letzten Doppel-Platte "City Forgiveness" sind verschwunden, dafür scherbelt die Gitarre wieder mehr und der Bass zieht seine tiefen Spuren durch den Sound. An anderen Stellen gibt es Surfmusik oder bluesige Melancholie mit Mundharmonika. Und es gibt Songs, die nach dem letzten Drink in einer verrauchten Bar klingen, durch deren heruntergelassene Jalousien das Sonnenlicht den nächsten Tag hineinzupressen versucht. Die Musik macht all diese halbdunklen Räume auf, in denen sich solche Bilder von ganz alleine abspielen.

Das Beste an The Wave Pictures aber sind die Texte. Sie erzählen aus dem Leben eines Liebestrunkenen. Vielleicht ist Tattersall nicht mehr der "Madman" von 2008, der seiner Verflossenen seine Versäumnisse aufzählt und von nun an natürlich alles besser machen will - guten Rotwein kaufen anstatt schlechten zum Beispiel. Aber er setzt immer noch auf die Kraft der guten, alten Rock'n'Roll-Romantik. Einmal singt er von diesem Mädchen, das mit Asche in den Schuhen aufwacht. Er singt von Paracetamol im Ananassaft und von der ersten Zigarette ("We Fell Asleep In The Blue Tent"). Und da ist sie plötzlich wieder, diese Erinnerung an die eigenen verqualmten Rosenthaler Kadarka-Nächte und an Gefühle, die so unbekümmert wie unverhältnismäßig waren. Tattersall ist längst kein Teenager mehr, auch wenn er noch schwer danach aussieht. Aber als Berufsromantiker weiß er vermutlich noch, wie sich das damals angefühlt hat.

The Wave Pictures heute 21 Uhr im Ostpol, Karten für 13 Euro an der Abendkasse

von Juliane Hanka

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr