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The Kooks zu Gast im Alten Schlachthof Dresden - Songs von der Herzmüllhalde

The Kooks zu Gast im Alten Schlachthof Dresden - Songs von der Herzmüllhalde

Neues aus der Abfallphilosophie gibt die britische Band The Kooks zum Besten. "Der Müll des Herzens ist der Müll des Geistes" heißt es in ihrem Song "Junk of the Heart" vom gleichnamigen, aktuellen Album (2011, Virgin).

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Ausrasten, kuscheln und die ganz große Liebe: Kooks-Sänger Luke Pritchard weiß, was Mädchenherzen höher schlagen lässt.

Quelle: Dietrich Flechtner

Will Sänger Luke Pritchard im Video nur sein Mädchen glücklich machen, nimmt er es beim Konzert im Alten Schlachthof gleich mit einer ganzen Halle weiblicher Herzen auf.

Tatsächlich sind an diesem Abend auffallend viele Mädchen im Publikum. Warum, wird erst klar, als The Kooks schon ein paar Songs gespielt haben. Ihre Musik, darunter Schmacht- und Mitsinghits wie "Ooh la", "She moves in her own Way" und "Shine on", ist so arrangiert, dass von allem etwas, aber nicht zu viel drin ist, was Mädchen mögen. Ein bisschen Britpop, ein bisschen Ausrasten, ein bisschen Kuscheln. Und ganz viel Liebe. In nahezu jedem Song erwähnt Pritchard dieses Konstrukt, das überwältigend, schmerzhaft oder hoffnungslos sein kann, aber immer erstrebenswert ist.

Die Musik klingt selbst bei traurigeren Inhalten fast immer optimistisch und gleitet auf Melodien, die sich nachpfeifen lassen. Die Gitarren von Pritchard und Hugh Harris, der Bass von Peter Denton, das Schlagzeug von Paul Garred - alles hat seinen Platz in der harmonischen Kooks-Show, die die Mittzwanziger routiniert durchziehen. Nach ein, zwei Kraftsongs, also etwas härteren Passagen, kommen die leisen Akustikgitarreneinschübe. Dann singt Pritchard solo Lieder wie das verträumte "Seaside". Darin ist das Meer Schauplatz für die Liebe, es ist die nostalgische Ausführung. Dann wieder ein Sing-Along-Refrain und ein paar "oh la las". Zugabe. Licht an.

Alles an diesem Abend ist nett und stimmig. Wenig verwunderlich, dass The Kooks seit Jahren die Hallen füllen. Es gab schon viel langweiligere Bands, die es geschafft haben, viele Menschen zu begeistern. Schade ist es allerdings, dass nach ein paar Songs die Lieder irgendwie alle ähnlich klingen, weil sie nach dem gleichen, aufgeräumten Prinzip funktionieren. Wahrscheinlich nach dem Erfolgsrezept des Brighton Institute of Modern Music, wo sich die Vier im Jahr 2003 kennenlernten und nur Monate später mit einem Major-Plattenvertrag in der Tasche loslegen konnten.

Vielleicht fehlt der Musik genau dieser Weg dazwischen; die Anstrengung, die ersten, unsicheren Schritte, die Irrwege, eben die ganzen wesensstärkenden Etappen, die eine Band normalerweise durchläuft, bis sie auf einer großen Bühne steht. Juliane Hanka

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.07.2012

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