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The Firebirds und ihre Burlesque-Show in der Comödie Dresden

Kunst der Verführung The Firebirds und ihre Burlesque-Show in der Comödie Dresden

Es ist die Kunst des reizvollen Verführens, die im Showbusiness den Namen Burlesque verpasst bekam. The Firebirds haben dem Ganzen noch einen eigenen musikalischen Stempel verpasst – eine Mischung, die nun in Dresden zu erleben war.

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Zoe Scarlett ist Teil der Burlesque-Show.
 

Quelle: PR

Dresden.  Von der Arbeit gestresst, von der Familie genervt und vom Pech verfolgt. Dieses Los teilen viele, besonders hart meinte es das Schicksal aber mit Al Bundy, dem leidenden und von Ed O’Neill gespielten „Helden“ der US-Sitcom „Eine schrecklich nette Familie“, der der (Macho-)Welt Sprüche wie „Wir alle müssen mit Enttäuschungen leben. Ich muss sogar mit meiner schlafen“ hinterließ. Der notorische Loser war gezwungen, als Damenschuhverkäufer zu arbeiten, weil die arbeitsscheue Gattin, die nymphomane Tochter und der peinliche Sohn ja irgendwie ernährt werden müssen. Damenschuhverkäufer! Tiefer kann man nicht sinken! Oder doch? In der neuen Burlesque Show der Firebirds, die jetzt in der Comödie Dresden Premiere hatte, muss ein Mann den Frauen die abgelegten Klamotten hinterhertragen – was bekanntlich wider jegliche natürliche Ordnung der Geschlechter ist.

In der Dresdner Comödie erlebt die „Firebirds Burlesque Show“ ihre Premiere.

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Der erste Gedanke, der in der Regel vielen beim Wort „Burlesque“ in den Sinn kommt? Richtig, Dita Von Teese. Anmutig, betörend und verführerisch auf der Bühne, sich schon mal in einem gigantischen Cocktailglas lasziv und in teuren Dessous räkelnd. Dass in der Comödie aber weder Von Teese noch ein Badeglas auf der Bühne stehen, schmälert das Vergnügen keineswegs. Denn sämtliche auftretenden Frauen hinterlassen einen starken Eindruck, ob sie sich nun frei nach dem Motto „Set me free“ stilvoll entblättern wie das Schweizer Pin-up-Modell Zoe Scarlett und Mademoiselle Kiki la Bise, oder eben nicht die Hüllen fallen lassen, weil sie mehr mit ihren Stimmen beeindrucken wollen – wie die Damen vom Trio The Pearlettes.

Außer Zoe Scarlett und Kiki La Bise sind es noch Xarah von den Vielenregen und Miss Golden Treasure, die die Kunst des Tease pflegen, der Verführung, der immer wieder hinausgezögerten Verlockung. Die anfangs in optisch bemerkenswert gestylten Kostümen und Fummeln steckenden Frauen wissen, wie man – auch ohne dem 90-60-90-„Ideal“ entsprechende Maße – das Spiel mit Verführung und Sinnlichkeit betreibt, wie man das Hohelied auf die Weiblichkeit anstimmt, sprich die natürliche Schönheit des weiblichen Körpers charmant in Szene setzt und mit Blicken das Auditorium streichelt.

Burlesque – das heißt, dass viel Bohei ums Ausziehen gemacht wird. Was für ein Geziere und Getue, was für eine Affektiertheit und Gekünsteltheit? Aber nicht doch! Definitiv keiner im Saal will, dass es beim An-die-Wäsche-gehen schnell abläuft.

Dass es sinnlich, verrucht, frivol, durchaus ein bisschen altmodisch, aber niemals ordinär zugehen soll – darüber herrscht Konsens zwischen Künstlern und Zuschauern. Ohnehin bleiben die Brustwarzen von „Pasties“ – so nennt man die Nippelhütchen, ohne die im Burlesque-Tanz nichts läuft – bedeckt.Aber ganz ohne Männer geht die nicht nur der Kostüme wegen stets pittoreske, nie groteske Chose halt nicht, das beweist auch der bereits erwähnte Kleidersammler. Mit von der Partie ist in diesem Burlesque-Reigen ebenfalls Deutschlands vielleicht heißeste Rock’n’Roll-Formation: The Firebirds. Auch sie drücken dieser Show ihren Stempel auf. Wann immer das modisch ganz dem Dress-Code der Fifties und Sixties verpflichtete Quintett auf die Bühne stiefelt, stellt sich die pure Freude ein. Jede Nummer ist ein Genuss, ob die sich voll in die Saiten legenden Feuervögel nun mit Boogie Woogie oder Fats Domino-Hits wie „Blueberry Hill“ einheizen. Erfrischende Interpretationen einschlägiger Hits aus den 50ern und 60ern, die voll Witz und Charme vorgetragen werden, sind das Markenzeichen der Firebirds. Von den Sitzen rissen insbesondere ein A-cappella-Medley und die Zugabe, in der Drummer Guido Gentzel Louis „Satchmo“ Armstrongs Evergreen „What a Wonderful World“ anstimmte – und zwar in just jener rußig-rauchigen Stimmlage, wie sie dem in „King of Jazz“ ganz eigen war.

nächste Auftritte in der Region: 11. April im Tivoli Freiberg, 15. April in der Börse Coswig

www.firebirds.de

Von Christian Ruf

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