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The/Das präsentierten in der Dresdner Scheune ihr Debütalbum "Freezer"

The/Das präsentierten in der Dresdner Scheune ihr Debütalbum "Freezer"

Während des Beifalls nach der ersten Zugabe in Hoffnung auf eine zweite... Der Eine: "Vielleicht spielen sie ja noch was von Bodi Bill." Der Andere: "Ach, hätt' ich nichts dagegen.

" Wie wahrscheinlich alle im Publikum in der Scheune nichts dagegen gehabt hätten. Die Bodi-Bill-Nachfolger The/Das erfüllten diesen Wunsch nicht. Ein drittes Mal auf die Bühne kamen sie trotzdem.

Ein erster kläglicher Versuch von Keyboarder Anton Feist, dem Publikum ein weiteres Lied aus- und den Heimweg und anschließendes Schlafen einzureden, scheiterte. Selbst sichtbar verwundert über das sich im Scheunesaal zusammenbrauende Publikumselixier aus Begeisterung und Hartnäckigkeit, offenbarte sich der Grund für die Bandzurückhaltung: Lautstärke in Kombination mit "späte Stunde".

Es ging. Oder: Es musste gehen. Jedenfalls kam noch ein Elektroindie-Song nach dem ohnehin schon intensiven Konzert. Zwar keiner vom Debüt-Album "Freezer" (2014) oder der 2013er EP "Speak your Mind", aber auch keiner von Bodi Bill, obwohl in The/Das zwei Drittel der ehemaligen Bodi Biller übergegangen sind: Sänger, Gitarrist und Keyboarder Fabian Fenk und genannter Feist. Bodi Bill schaffte es zum gefeierten Act in der Clubszene. Und The/Das scheinen genau da weiter machen zu können.

Eben auch mit solchen Konzerten wie in Dresden. Zu viert, mit Schlagzeuger und zweitem Keyboard, zelebrierten The/Das ihren Elektrotanz. Erzeugten Sogwirbel aus heftigen Drums und Synthieflächen, Knispel, Knistern, Gurgeln. Dazu die 80er Stimme von Fabian Fenk. Die Dresdner ließen sich mitnehmen, tanzten und beklatschten rauschende Songs rauschend. Dazwischen Lieder, über die man sagen könnte: Sie funktionieren live nicht so. Oder: Es braucht sie zum Atemholen.

Erster Ausflug ins Universum mit "(Under) Miami Waters". Ein klassisch-heftiger Um-Zick-Um-Zick-Beat, der noch vor der Scheune zu spüren war. Umrankt von spärlichem Keyboardlinien und Synthie-Sprenkeln. Doch erst Fenk gibt dem Ganzen mit seinem halbtheatralischen Kunstgesang ein Zentrum. Und wenn er dann tanzt, sich ringelt und kreist und im Rhythmus beugt, zerbricht die Kühle und die Songs pulsieren. Erst recht, wenn er dann noch zur Gitarre greift und in all die Synthica spartanisch Handgemachtes webt.

Sie spielen ihre Songs nicht nur runter. Sie werfen sie hinaus, zelebrieren ihren Bühnenmoment und können warten, bis sie von selbst zurückkommen. Wie in "My Made up Spock", den "Freezer"-Opener. Ein von Jon Hopkins geliehener Sound füllte die Scheune und salbte Band und Publikum.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.10.2014

Robert Kaak

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