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Technische Sammlungen Dresden zeigen Projektor des Kristallpalastes

Technische Sammlungen Dresden zeigen Projektor des Kristallpalastes

Noch vor einem Jahr warf der 35-Millimeter-Kinoprojektor "Ernemann 15" Blockbuster auf die große Leinwand des UFA-Kristallpalastes. Inzwischen wurde die Technik des Kinos komplett auf digital umgestellt und der analoge Projektor ist reif fürs Museum.

Genau dort, in den Technischen Sammlungen in Striesen, ist "Ernemann 15" derzeit zu sehen. Er ist eine von mehreren hundert Neuerwerbungen des Museums im vergangenen Jahr. Eine kleine Auswahl dieser Schenkungen und Ankäufe zeigen die Technischen Sammlungen bis Ende August in den historischen Direktionsräumen der Ernemann Werke AG.

"Die Restaurierung dieser Zimmer ist zur Hälfte geschafft. Ab Herbst werden wir noch die Holzvertäfelungen und die Fußböden aufbereiten lassen", erklärt Roland Schwarz, der Direktor der Technischen Sammlungen. "Künftig wollen wir mit diesen zusätzlichen Flächen unsere Ausstellung zur Geschichte des Gebäudes und der Dresdner Foto- und Kinoindustrie erweitern." Bevor die Restauratoren ihre Arbeit fortführen, können die ausgewählten Neuerwerbungen besichtigt werden. Neben dem Kinoprojektor, den die Kieler Ernemann CineTec GmbH vor etwa zehn Jahren gebaut hat, ist ein 99 Jahre altes Werbeplakat des Künstlers Ludwig Hohlwein (1874-1949) zu sehen, mit dem der damals in Dresden ansässige Kamerahersteller Ernemann versuchte, bürgerliche Frauen zum Fotografieren zu animieren.

Maschinengewehr und Kamera in sich vereinen tut das um 1940 von der Zeiss Ikon AG Dresden hergestellte Lichtbildmaschinengewehr, das die Technischen Sammlungen mit Unterstützung der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen erworben haben. Statt mit Munition wurden Bilder geschossen, auf denen - nach der Entwicklung - die Treffsicherheit der Soldaten kontrolliert werden konnte.

Unter dem Motto "So ein Theater mit der Wissenschaft!" beteiligen sich die Technischen Sammlungen auch an der morgigen Museumssommernacht, die um 18 Uhr beginnt. Unter anderem stellt sich um 19.30 Uhr und 20.30 Uhr ein vollautomatischer Roboter den Besuchern vor. Um 20, 21 und 22 Uhr zeigen die "Physikanten" spektakuläre Experimente.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.07.2012

Christoph Stephan

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