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Teamwork von Anfang an: Premiere von "Die Konferenz der Tiere" in der Dresdner Semperoper

Teamwork von Anfang an: Premiere von "Die Konferenz der Tiere" in der Dresdner Semperoper

"Ich bin absolut beeindruckt." Die erste Bühnenprobe in der Semperoper verläuft reibungslos, Therese Schmidt, die Regisseurin der Revue "Die Konferenz der Tiere", ist stolz auf die 150 Kinder und Jugendlichen.

"Bei so vielen Kindern befürchtet man ja ein Chaos, aber alles verläuft organisiert und strukturiert."

Die Stipendiaten der Roland-Berger-Stiftung proben seit einem Jahr für die Premiere am Sonntag. Und das war "oft anstrengend". Viele hätten bei null angefangen und waren Laien auf dem Gebiet, so die Regisseurin. Aber die intensiven Proben an Wochenenden und in den Schulferien scheinen sich gelohnt zu haben. "Die Kinder reißen das Stück jetzt an sich und haben es verinnerlicht. Sie bringen eine Botschaft rüber." Die enorme Leistung und Entwicklung der jungen Mitwirkenden fasziniert Therese Schmidt. "Sie erzählen auf der Bühne Geschichten. Die Kinder merken, dass es hier um sie geht." Ihr persönliches Anliegen als Regisseurin war, kein Schauspiel mit kleinen, süßen Kindern auf die Bühne zu bringen. "Es sollte Kraft haben, frech und authentisch sein. Und das haben wir hinbekommen."

Eine Tatsache hat das Proben allerdings erschwert. Das gewaltige Projekt der Roland-Berger-Stiftung wurde in drei Bundesländern gestartet - und findet in der Semperoper schlussendlich zusammen. Die letzte Woche, die heiße Probenphase, hat mittlerweile begonnen. Aber das Probenjahr davor war kräftezehrend. Alle zwei bis drei Wochen und in den Ferien gab es in den verschiedenen Bundesländern Probenwochenenden. Eine Zusammenführung der einzelnen Stipendiaten aus Hessen, Thüringen und Sachsen erfolgte erst wenige Wochen vor der Premiere. "Das Stück hat sich in einzelnen Puzzleteilen entwickelt", so Schmidt. Und erst seit Anfang der Woche proben sie auf der Bühne der Semperoper.

All das verlangt eine extrem gut funktionierende Absprache, Koordination und Vertrauen. Daher stand Teamwork von Anfang an an erster Stelle. Seien es das Bühnenbild, die Komposition, die Kostüme oder die Choreografie - kein Bereich der tierischen Revue wurde in Eigenregie geführt, Kommunikation war unverzichtbar. Johannes Wulff-Woesten, der Komponist der "Konferenz der Tiere", hat dies ebenso erfahren. Er nennt die enge Zusammenarbeit "Proben Hand in Hand."

Johannes Wulff-Woesten komponierte einen Teil des Stückes schon bevor die Stimmen verteilt waren - danach wurde auf die individuelle Begabung der Sänger eingegangen. Und dort begann die besondere Herausforderung für den Komponisten. Jeder sollte seine Rolle spielen und singen können, und somit mussten die Stimmen teilweise umgeschrieben und an den jeweiligen Solisten und dessen Vorerfahrung und Fähigkeiten angepasst werden.

Ideen zur Komposition erhielt Wulff-Woesten unter anderem über den Illustrator Walter Trier. "Ich habe das Buch von Erich Kästner mit den Bildern von Walter Trier gelesen. Deren Buntheit und Verspieltheit haben mich inspiriert." Den Eindruck der Illustrationen wollte er in der Instrumentation festhalten - mit vielen Klangfarben. Ein Klavier, eine Celesta, ein Drum-Set, Bläser und Streicher - eben ein klassisches Revueorchester - bieten dafür den nötigen Raum. Stilistisch wollte sich Wulff-Woesten nicht festlegen. Klar war auch, dass er sich nicht an einem typischen Musicalstil festklammern wollte. "Ich habe mir beim Komponieren überlegt, was Erich Kästner und den Kindern gefallen könnte, und bin dann auf die Revuemusik gekommen." Elemente aus Rock- und Filmmusik und dem Jazz werden hörbar, dennoch ist das Stück "nicht zeitgenössisch komponiert." Dass er seine Sache richtig gemacht hat, bekommt er auf eine besondere Weise zu spüren. "Die Kinder pfeifen in den Gängen die Lieder. Das ist für einen Komponisten doch das Schönste."

Die Proben sind gut verlaufen, Johannes Wulff-Woesten wie auch Therese Schmidt sind zufrieden. Auf musikalischer Seite steht noch das gemeinsame Proben mit dem Orchester aus dem Sächsischen Landesgymnasium für Musik an. Dazu komme die Koordination mit der Bühnentechnik. "Für mich bleibt es bis zum Schluss spannend", erzählt der Komponist und Studienleiter der Semperoper. Gespannt ist auch die Regisseurin. Sie sei stolz auf die Kinder und deren große Leistung, so Therese Schmidt lächelnd. Aus diesem Grund geht sie "mit einem sehr guten Gefühl und mit Vorfreude in die Premiere". Die ist übrigens ausverkauft.

Annette Thoma

DNN verlosen karten

Für die Premiere von "Die Konferenz der Tiere" am Sonntag, 11 Uhr, in der Semperoper verlosen die DNN 5x2 Freikarten. Die Karten werden an der Tageskasse hinterlegt. Wer gewinnen möchte, ruft morgen zwischen 14 und 14.10 Uhr unter Tel. 01805 2181 00 an (0,14/Minute aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 0,42/Minute). Die ersten fünf Anrufer gewinnen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.07.2012

Annette Thoma

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