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Tanzmedizin-Experten treffen sich an Dresdner Palucca-Hochschule

Kongress Tanzmedizin-Experten treffen sich an Dresdner Palucca-Hochschule

Dresdens Palucca-Hochschule für Tanz ist von Freitag bis Sonntag Gastgeber des 13. Kongresses für Tanzmedizin. Es geht dabei um vielfältigen Erfahrungsaustausch rund um die physischen Belastungen, die professionelles Tanzen mit sich bringt, und wie ihnen begegnet werden kann.

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Ums Vermessen geht’s sicher weniger beim Tanzmedizinkongress, wohl aber um Erfahrungsaustausch rund um die körperliche Belastung beim Tanzen.

Quelle: Tanzmedizin e.V.

Dresden. Es ist eine Tatsache, dass Tänzerbiografien zuweilen vom Olymp künstlerischer Glückseligkeit erzählen, aber nicht selten auch wahre Leidensgeschichten sind. Weil der Körper nicht mehr mitspielen will, ein Griff, ein Schritt daneben, eine Drehung, Spannungsverlust oder Bänderriss verheerende Wirkungen haben können. Wer da Glück hat, ist irgendwann wieder hergestellt. Für andere aber ist es mit dem professionellen Auftreten vorbei; sie müssen Lösungen finden, einen neuen Weg einschlagen.

Damit es gar nicht erst dazu kommt, Tänzer auch schon von klein auf wissen, wie sie ihre Muskulatur besser einsetzen, sich stabilisieren können, eine Ahnung von Knochenstruktur oder dergleichen mehr haben, dazu können Tanzmediziner maßgeblich beitragen, und das auch schon als Partner in der Ausbildung. Und besonders sind sie stets gefragt, wenn professionelle wie ebenso semiprofessionelle Tänzer oder Laien entsprechende gesundheitliche Probleme haben, werden als Fachkundige, oft auch also Vertraute einbezogen, wann und wo es nötig und möglich ist.

Bereits zum zweiten Mal tagen Tanzmediziner nun wieder an der Palucca Hochschule für Tanz Dresden. Und das ist, wie es in der Ankündigung heißt, „Europas größter Kongress für Tanzmedizin“ überhaupt. Daran nehmen 2016 mehr als 50 Spezialisten sowie bis zu 200 Besucher teil. Sie kommen aus Bereichen der Medizin, aus der Trainingslehre, der Physiologie, der Ernährungswissenschaften, der Psychologie und der Pädagogik. Drei Tage lang geht es von Freitag bis Sonntag (6. bis 8. Mai) um Themen, die sich vor allem auf die Gesundheitsförderung durch Tanz wie auch auf die Gesundheitsförderung für Tanzende beziehen.

Da wird es nicht nur bei theoretischen Erörterungen bleiben; es gibt ebenso praktische Demonstrationen sowie kurze Workshops, die Neues vermitteln und dafür sorgen, dass man von den Erfahrungen anderer profitieren und seine eigenen vorstellen kann. Zudem wird sowohl den Teilnehmern als auch den Gästen die Gelegenheit geboten, sich mit aktuellen tanzmedizinischen Produkten bekannt machen.

Das erste Symposium der Tanzmediziner fand in Deutschland am 28. Februar 1998 in den Räumen von „Tanztendenz München“ statt. Allein schon zum Auftakt erschienen damals 80 Interessierte. Vorangegangen war die Gründung von tamed als Verein 1997, angeregt durch ein Symposium von IADMS (International Association for Dance Medicine and Science) in der Nähe von London, wo sich vier deutsche Teilnehmer zusammenfanden, um schließlich eine eigene Organisationsform zu begründen. Weitere tamed-Treffen folgten, darunter in der Bremer Kunsthalle, an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, an der Musikhochschule Köln und als V. Symposium im Mai 2002 an der Palucca Schule Dresden – Hochschule für Tanz.

Die Tanzmedizin, so erklären es die Organisatoren heute, sei ein Teilgebiet der Performing Arts Medicine, das sich mit der Prävention, Versorgung und Rehabilitation von tanzassoziierten Verletzungen und Erkrankungen sowie mit der Gesundheitsförderung durch Tanz für alle Bevölkerungsgruppen jeden Alters beschäftigt. Das klingt 14 Jahre nach dem Symposium in Dresden doch schon deutlich umfassender. Damals hatten sich die Teilnehmer völlig berechtigt noch darüber beklagt, dass der Tanz in Deutschland vergleichsweise wenig gesellschaftliche Akzeptanz finde.

Der nun schon 13. Kongress von tamed, Tanzmedizin Deutschland e.V. findet im „Tanzjahr 2016“ statt, in dem sich speziell auch die erstarkende freie Tanzszene umfassend präsentiert und wo beispielsweise im Juni in Hannover der große Tanzkongress stattfindet. Da hat sich doch einiges entwickelt. Und das übrigens auch speziell in der Gesundheitsförderung mit Tanz.

Wer sich besonders für diese Thematik interessiert, wird im Programm vom Dresdner Kongress einige spannende Veranstaltungen finden. Darunter auch Vorträge und Workshops, die sich beispielsweise auf „Dance for Health and Parkinson – Die Kunst zu leben“ oder „Tanz als Gesundheitsintervention für Personen mit Behinderung“ beziehen wie auch auf „Tanzen mit Senioren als Gesundheitsförderung“ eingehen. Über ein scheinbar kurioses, aber doch wohl nicht unmögliches Thema – „Ballettunterricht ab 55 Jahren“ – wird Sandra Zenzen aus Ladenburg (Deutschland) im „theoretischen Workshop“ sprechen und zwei Referenten aus Stuttgart informieren über „Urban Dance Health – tanzmedizinisches Wissen am Beispiel Breakdance“.

Der vom tamed e.V. organisierte Kongress findet übrigens im Turnus von jeweils zwei Jahren statt. Tamed ist gegenwärtig die mit 500 Mitgliedern größte Organisation für Tanzmedizin im deutschsprachigen Raum. Zu ihren Aufgaben gehören sowohl Ausbildung wie auch Beratung und Vernetzung, beispielsweise als berufsbegleitende Fachweiterbildung oder auch für den regelmäßigen fachlichen Austausch.

Kongress für Tanzmedizin, Beginn Freitag 13 Uhr, Palucca Hochschule

Programm und Infos unter:

www.tamed.eu/vernetzen/kongress/

Von Gabriele Gorgas

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