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Tanzende Pinsel - Werke von Jörg von Kitta-Kittel in der Galerie Friesen

Tanzende Pinsel - Werke von Jörg von Kitta-Kittel in der Galerie Friesen

Jörg von Kitta-Kittel (geb. 1940 in Berlin). Da macht es klick im Kopf. Ja, schon einmal vor 17 Jahren konnte man die expressive Handschrift des Künstlers in Dresden kennen lernen.

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Jörg von Kitta-Kittel: "Anbetung", 2010, Acryl auf Leinwand, 70 x 50 cm.Repro: Galerie

Die damals noch im einstigen Parkhotel auf dem Weißen Hirsch residierende Galerie Finckenstein, die sich vor allem der Pflege der Dresdner Kunst des 20. Jahrhunderts widmet, hatte mit der Präsentation der Arbeiten auch an den Lehrer des Künstlers erinnert: den Expressionisten Ludwig Meidner (1884 - 1966), der zwischen 1914 und 1916 in Dresden lebte und von dem Arbeiten auch in der 1924 gegründeten Kunstausstellung Kühl gezeigt worden waren. Bei Meidner konnte der junge Jörg von Kitta-Kittel quasi in engster Lebensgemeinschaft sein Talent entfalten: Seit 1958 bildeten die beiden - der 74-jährige Expressionist und der 18-Jährige, der leidenschaftlich malte, aber noch seinen Weg suchte, eine Art Lehrer-Schüler-Werkstatt, die an jene aus alten Zeiten erinnert. Ab 1966 siedelte sich von Kitta-Kittel in München an. Seit 1980 lebt er in Frankfurt/Main.

Nun ist der Künstler unter dem Motto "Dancer in the Dark" für eine Ausstellung nach Dresden zurückgekehrt - in die Galerie Margareta Friesen. Wie ein etwas älteres Porträt von der Galeristin belegt, ist die Ausstellungsidee nicht mal so eben geboren. Betrachtet man die Bilder, so sieht man förmlich die Pinsel oder einen Malstock kreisen, ja tanzen. Es scheint, als sei der Künstler im Rausch - im Farbrausch - wenn er seine Bäume, auch Blumen und Gegenstände, auf die Leinwand beziehungsweise aus schnellen, heftigen Pinselzügen Figuren auf ebendiese oder Papier bannt. Letztere wirken gleichwohl häufig ziemlich zerbrechlich, angreifbar, ja werden angegriffen von einem ihrer Ebenbilder. Und verschiedentlich lässt der Künstler sie mit den Armen rudern, das Gleichgewicht suchen im Tanz des Lebens, der auch seine dunklen Momente hat. So passt das Motto "Dancer in the Dark" für die Präsentation.

Ganz besonders beeindruckt ist man von den Baumbildern Jörg von Kitta-Kittels, darunter eine Dreierkonstellation. Freilich ist das Ziel des Künstlers nicht das Abbild von realen Bäumen. Es handelt sich vielmehr um eine pastos angelegte Farbkomposition, die beim Betrachter einen Eindruck hinterlässt, der ähnlich jenem ist, wenn man geschützt unter einem Blätterdach steht. In Augenhöhe blickt man zunächst auf dunkle Stämme. Hebt man den Blick, dann ist da Grün, wohin man schaut. Und dazwischen schimmert möglicherweise an vielen Stellen gefiltertes Sonnenlicht und etwas Himmel. Eine solche Situation muss der Künstler vor Augen gehabt haben, als er seine in kräftigem Grüntönen, Schwarz, gelben Lichtpunkten und weißblauen Flecken gehaltene Komposition malte beziehungsweise in großen Tupfen auf die Leinwand stieß. Sie lässt den Betrachter tatsächlich ein Stück Walddickicht assoziieren. Das allerdings hat nicht nur mit der Anlage des Bildes zu tun, sondern auch mit der Erfahrung von Bäumen und Wald, die jemand hat. Fest steht: Von Bildern wie diesen kann man nur schwer den Blick wenden. Sie saugen ihn regelrecht an. Wenn Kunst das gelingt, dann ist das wohl für alle eine Freude - den Künstler und den Rezipienten.

Die Bilder von Jörg von Kitta-Kittel können in der Galerie noch bis Ende November angesehen werden, Di.-Do. 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung, Tel. 2165252, Internet: www.galerie-friesen.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.11.2011

Lisa Werner-Art

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