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Tanz in Hellerau: Der Fortbestand von Forsythe in Dresden steht in Frage

Tanz in Hellerau: Der Fortbestand von Forsythe in Dresden steht in Frage

Der weltberühmten Tanz-Companie des US-amerikanischen Tänzers und Choreografen William Forsythe steht ein heißer Tanz bevor - im übertragenen Sinn.

Von Ralf Redemund

Möglicherweise sind die Tage der Truppe in Dresden gezählt, denn immer mehr Stadträte stellen den Nutzen des millionenschweren Engagements in Hellerau angesichts der geplanten Kulturgroßprojekte in Frage.

Das Thema Forsythe - einer der wichtigsten Vertreter der Ballettmoderne - ist am Montag von der Tagesordnung des Finanzausschusses genommen worden. Zusammen mit dem Kulturausschuss wird es eine gemeinsame Sondersitzung am 12. Juli ab 14.30 Uhr geben - anderthalb Stunden vor der Sitzung des Stadtrates im Kulturrathaus, der dann abschließend darüber befinden soll, ob der Vertrag mit Forsythe verlängert wird oder nicht.

Es geht um 1,7 Millionen Euro jährlich. Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) will den Vertrag mit dem Avantgarde-Ensemble ab 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2016 plus Verlängerungsoption bis 2018 verlängern. Das kostet die Stadt Dresden jährlich 1,5 Millionen Euro plus 200 000 Euro für Unterkunft und sonstige Aufwendungen. "Das ist eine Menge Geld", stöhnt Gerit Thomas (Grüne). Und auf der anderen Seite müsse die Stadt Dresden bei vielen freien Kulturprojekten enorm knapsen. Die künstlerische Leistung von Forsythe sei unbenommen, aber man müsse sich ernsthaft die Frage stellen, ob Dresden sich das noch leisten könne.

"Ich glaube, dass eine Grenze überschritten ist", urteilt FDP-Stadtratschef Holger Zastrow. Angesichts der Großprojekte (Kulturpalast-Umbau, Kunstkraftwerk Mitte), die Dresden stemmen wolle, sei das Unternehmen Forsythe nicht mehr zu rechtfertigen. Angesichts der niedrigen Besucherzahlen grenze dieses Projekt an Liebhaberei, so Zastrow. In Abwägung der Bedürfnisse aller Kulturschaffenden lehnt auch Jens Matthis (Linke) Forsythe ab.

Dresden sei an die Kooperations-Vereinbarung zwischen Sachsen, Hessen und Frankfurt am Main gebunden, hält Lunau entgegen. Laut SPD-Stadtrat Wilm Heinrich erhalten die Aufführungen der Tanz-Companie Forsythe im Europäischen Zentrum der Künste Hellerau städtische Zuschüsse in Höhe von rund 500 Euro pro Platz. Im vergangenen Jahr seien gerade einmal 3013 Besucher zu Forsythes 25 Inszenierungen gekommen (DNN berichteten).

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.07.2012

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