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Taler, Dukaten, Kaurimuscheln - Im Dresdner Münzkabinett erwartet die Besucher ab Juli 2015 numismatische Pracht

Taler, Dukaten, Kaurimuscheln - Im Dresdner Münzkabinett erwartet die Besucher ab Juli 2015 numismatische Pracht

Voraussichtlich Anfang Juli 2015 können die Staatlichen Kunstsammlungen nach Neuem Historischen Gewölbe, Rüstkammer, Porzellansammlung und dem Mathematisch-physikalischen Salon mit einem weiteren Pfund der in neuem Glanz entstandenen musealen Objekte wuchern: Das neue Münzkabinett im Georgenbau des Dresdner Schlosses öffnet seine Pforten mit der Dauerausstellung zur Geschichte des Geldes von der Antike bis zur Gegenwart.

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Münzkabinett-Direktor Rainer Grund in seiner Schatzkammer, dem gut gesicherten Depot des Kabinetts.

Quelle: Peter Weckbrodt

Darüber informierte der Direktor des Münzkabinetts, Rainer Grund, kürzlich auf DNN-Anfrage.

Dann dürfte die Besucher etwas weltweit Einzigartiges an Wert und Prachtentfaltung auf numismatischen Gebiet erwarten. Zu diesem fachmännischen Urteil war jedenfalls schon im Vorjahr Kristian Nicol Worbs, der Präsident der Deutschen Numismatischen Gesellschaft beim Einblick in die Vorplanungen gelangt. "Auf 400 Quadratmetern Fläche werden wir in drei Kabinetten und einem Saal mit 3000 ausgewählten numismatischen Objekten universal aus allen Epo- chen und Erdteilen über alles Wissens- und Sehenswertes rund ums Geld berichten.", erläutert Grund die Ausstellungskonzeption. "Unsere Sammlung an Münzen und Medaillen ist die drittgrößte in Deutschland, der Bestand an sächsischen Geprägen sogar weltweit einzigartig. Auch mit der Präsentation von Banknoten, Münzstempeln, Modellen, Orden, Ehrenzeichen sowie numismatischen Maschinen und Geräten demonstrieren wir den Universalcharakter unserer Sammlung."

Eine durch die europäische Finanzkrise verursachte Zwangspause hatten die Planungen für das neue Münzkabinett, wie für das Schloss insgesamt, um zwei Jahre zurückgeworfen. Jetzt ist im Georgenbau, dank wieder fließender Gelder, der Baulärm unüberhörbar. Seit Sommer 2013 kann der Ausbau unvermindert weitergehen. Der Bund investiert fünf Millionen Euro in das Dresdner Schloss als Objekt von nationaler Bedeutung. Weitere 5,3 Millionen kommen vom Freistaat. Mit dem Geld solle der Georgenbau in den nächsten drei Jahren weitgehend fertiggestellt werden, verkündete ebenfalls im September 2012 Sachsens damaliger Kulturstaatssekretär Bernd Neumann.

Für das Münzkabinett seien die Vorplanungen abgeschlossen, die Phase der End- und Ausfertigungsplanungen habe begonnen, so dessen Direktor. Vorgesehen sind drei Kabinette und ein Saal. Der Besucher erreicht das Kabinett über das vorgelagerte Rotseidene Zimmer, das mit Prachtharnischen der Rüstkammer ausgestattet wird. Das erste Kabinett wird der Münzgeschichte gewidmet. Schwerpunkt ist die Meißnerisch-Sächsische vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert. Der Besucher kann die ganze Pracht sächsischer Taler und goldener Schautalerabschläge bewundern. Besondere Berücksichtigung findet, weil so bedeutend, die Geschichte des Erzbergbaus und der Münzstätten im Erzgebirge. Ein richtiger Blickfänger dürfte die Kopie des Altarbildes aus der Kirche St. Anna in Annaberg-Buchholz werden.

Kabinett 2 ist der weltweiten Entwicklung des Geldwesens von der Antike bis zur Gegenwart gewidmet. Im dritten Kabinett erfährt der Besucher alles über Medaillen, Orden und Ehrenzeichen von der Renaissance bis zur Moderne in Sachsen, in Deutschland und in Europa.

Die fensterlosen Kabinette werden mit Wandvitrinen ausgestattet, sie erhalten den Charakter von Studierräumen. Die Ausschreibungen für den Vitrinenbau sind bereits abgeschlossen, die Aufträge zu deren Anfertigung erteilt.

Im Gegensatz zu den Kabinetten wird der Saal aus seinen Fenstern prächtige Ausblicke auf die historisch gewachsene Elblandschaft gewähren. In acht thematisch gestalteten Vitrinen dreht sich alles ums Geld. Der Besucher erfährt, wie aus Erzfunden eine Münze in Gold oder Silber entsteht, lernt außergewöhnliche Geldformen aus aller Welt kennen, wie die im pazifischen Raum weit verbreiteten Kaurimuscheln sowie kleine Messer und Glöckchen - so genanntes Gerätegeld - im alten China. Vorgestellt werden aber auch die im Münzwesen unverzichtbaren Waagen und Gewichte.

Bereits jetzt beherbergt das dritte Obergeschoss des Georgenbaus die Restaurationswerkstätten und die ebenfalls öffentlich auf Anmeldung nutzbare umfangreiche Bibliothek mit dem Lesesaal. Sie stellt für Numismatiker, Historiker und Heraldiker, also Wappenkundler, eine richtige Fundgrube dar.

Das besonders geschützte und gesicherte vierte Obergeschoss beherbergt seit dem Sommer 2002 den 300 000 Münzen und Medaillen umfassenden Bestand des Münzkabinetts.

iMünzkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Bibliothek und Studiensaal im Georgenbau, drittes Obergeschoss, mittwochs 10 bis 17.30 Uhr nach Voranmeldung, Tel. 0351/14 32 31

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.02.2014

Peter Weckbrodt

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