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Tag des offenen Denkmals: Tausende Dresdner strömen zu „unbequemen“ Objekten

Tag des offenen Denkmals: Tausende Dresdner strömen zu „unbequemen“ Objekten

Lange Menschenschlangen bildeten sich am Tag des offenen Denkmals vor fast allen etwa 50 Objekten, die in Dresden zugänglich waren. Wer in sonst unzugängliche Bauten hineinwollte, musste viel Geduld mitbringen.

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Das "Blaue Haus" mit dem Sgraffito von Dietmar Gubsch am Nebengebäude war ein Publikumsmagnet.

Quelle: Tanja Tröger

Überwiegend ältere Bürger pilgerten zu den historischen Stätten. Aber auch einige junge Leute, allein oder mit Kindern, warfen neugierige Blicke in alte Keller, Fabriken, Kirchen oder technische Einrichtungen. Viele Objektbetreiber und Anbieter von Führungen waren vom Andrang völlig überrumpelt – recht naiv angesichts der Vorjahreszahlen und des bekannten Interesses der Dresdner an ihrer Stadtgeschichte.

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Am Neumarkt konnten Interessierte die archäologischen Grabungen auf dem Areal des Dinglinger-Hauses und Trierschen Hauses betrachten.

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Unter dem diesjährigen Motto „Jenseits des Guten und Schönen – unbequeme Denkmale?“ hatten die Veranstalter auch bisher eher unbeachtete Denkmale einbezogen und zeitgeschichtliche Hintergründe thematisiert, die leicht aus dem Blickwinkel geraten. So öffnete das ehemalige Luftgaukommando, heute ein Verwaltungsgebäude der Bundeswehr, ebenso seine Türen das sogenannte „Blaue Haus“ am Großen Garten. Hunderte Menschen drängelten sich im und vor dem früheren Bürogebäude.

„Blaues Haus“: Farbe statt Fliesen, Wohnungen statt Kantine

Das achtgeschossige Haus wurde in den Jahren 1958 bis 1960 nach Plänen der Architekten Alfred Gottfried und Georg Wolf errichtet und bekam seinen Spitznamen wegen der farbigen Fliesen an der Fassade. Das Haus, das zur Nachkriegsmoderne zählt, beherbergte einst das Zentrale Forschungsinstitut für Arbeit. 2012/13 wurde es saniert und zu einem Wohnhaus mit 68 Zwei-Zimmer-Wohnungen umfunktioniert. Die Kacheln an der Fassade mussten wegen ihres maroden Zustandes weichen. Wenigstens erinnern blaue Farbfelder an die einstige Volksmund-Bezeichnung. Ebenfalls nicht „überlebt“ hat der frühere Speisesaal im Dachgeschoss, der mit Säulen mit gelben und weißen Fliesen gestaltet war. Er wurde zu Wohnungen umgebaut. „So schön war der Saal zum Schluss nicht mehr“, sagte Ingenieur Andreas Schramm vom Projektierungsbüro KRS, der die Führung leitete. Jahrelanger Leerstand und illegale Nutzer hätten die ehemalige Kantine den Rest gegeben. „Die Nutzungskonzeption als Wohnhaus ist mit dem Denkmalschutz abgestimmt worden. Die Frage ist eben: Was will man mit dem Gebäude?“ In Dresden gäbe es bereits ein Überangebot an Bürogebäuden, also musste man eine praktikable andere Lösung finden.

Café Prag: „Wo stand’n der Weidling?“

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Hunderte Neugierige bestaunten das alte Wandgemälde im Treppenhaus des Café Prag.

Quelle: Tanja Tröger

Ebenso stark wie im „Blauen Haus“ war der Andrang im einstigen Café Prag, das gerade zu einer Markthalle für kulinarische Spezialitäten umgebaut wird. Bereits am 1. Dezember soll sie laut Architektin Christine Borchers eröffnet werden – ein ehrgeiziger Plan, denn noch ist das Hausinnere eine einzige Baustelle. Die historischen Säulen im Saal werden erhalten, und auch das große Wandgemälde von Hans Kinder im Treppenhaus wird restauriert. Allerdings wird das wohl ein recht teures Unterfangen, denn der obere Teil ist viel stärker angegriffen als erwartet. Zahlreiche ältere Besucher schwelgten beim Gang durch den Saal in Erinnerungen an Varietéabende und andere Veranstaltungen. „Wo stand’n der Weidling?“, fragt eine Dame ihre Begleiterin. „Das war doch sein Ding hier!“

Großer Beliebtheit erfreuten sich auch die thematischen Führungen zum Umgang mit Erinnerungskultur in Dresden oder der Bedeutung der denkmalpflegerischen der Nachkriegsmoderne. Die Führung zu den historischen Kellern unter dem Altmarkt war bereits im Vorfeld mehrfach überbucht und wird im Laufe des Jahres erneut angeboten, teilte die Stadt mit.

ttr

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