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Tag des offenen Denkmals: Tausende Dresdner besichtigen historische Orte

Tag des offenen Denkmals: Tausende Dresdner besichtigen historische Orte

Tausende Dresdner haben am Sonntag den bundesweiten Tag des offenen Denkmals genutzt, um historische Stätten zu besichtigen, die sonst nicht oder selten zugänglich sind.

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Im Karl-Hermann-Saal der einstigen Goehle-Werke präsentierte die Zentralwerk Kultur- und Wohngenossenschaft Erinnerungen von Zeitzeugen.

Quelle: Tanja Tröger

Etwa 50 Gebäude und Grünanlagen in Dresden öffneten für geschichtsinteressierte Besucher. Unter dem Motto „Handwerk, Technik, Industrie“ standen in diesem Jahr traditionelle Produktionstechniken und Industriedenkmale im Fokus. So konnten sich die Dresdner beispielsweise im Fernmeldemuseum, dem ehemaligen Tolkewitzer Straßenbahnhof, der Bienertmühle im Plauenschen Grund und dem traditionsreichen Orgelbaubetrieb Jehmlich umschauen.

Vom Bier zur Plastikkarte

Um Handwerkskunst der besonderen Art ging es zwischen Reisewitzer und Wiesbadener Straße in Dresden-Löbtau. Dort produzierte die Reisewitzer Brauerei bis 1948 Bier. Nachdem die Gebäude in den DDR-Jahren unter anderem vom Straßen- und Tiefbauamt und dem VEB Taxi und Fahrschule, als Pyrit-Lager und Abstellplatz eines Schaustellers genutzt wurden, erwarb die Firma Plasticard-ZFT seit 2002 einen Großteil des Geländes und errichtete neue Produktionsgebäude. Einige historische Gewölbekeller mussten weichen, aber ein ehemaliger Brauerei-Eiskeller wurde erhalten und soll künftig als Veranstaltungsort dienen. Da sich der neue Eigentümer sehr für die Historie seines Grundstücks interessiert, lässt er die Brauerei-Geschichte aufarbeiten. Damit betraut sind der Wimad e.V. und die AG Löbtauer Geschichte, die prompt ihren zweiten „Löbtauer Geschichtstreff“ auf das einstige Brauereigelände legte. Der etwas versteckte Ort beeindruckte die Besucher: „Da wohnt man nun schon zig Jahre hier und kennt das nicht“, meinte eine alte Dame, die bei ihrem Vormittagsspaziergang das Hinweisschild zum Tag des offenen Denkmals entdeckte und ihrer Neugier folgte.

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Im städtischen Lapidarium werden abgebaute Plastiken, historische Wegmarkierungen und kunsthistorisch wertvolle Teile abgerissener oder zerstörter Gebäude aufbewahrt.

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Künftiges Rosenhauer-Museum im ältesten Gehöft Trachaus

Nicht versteckt, aber dennoch unzugänglich ist ein denkmalgeschütztes Gebäude im alten Trachauer Dorfkern. Das Haus Alttrachau 29, an der Ecke Gaußstraße, ist das älteste original erhaltene Gehöft des früheren Dorfes. Nach jahrzehntelangem Leerstand ist das Fachwerkhaus mit verbrettertem Obergiebel nur noch eine Ruine, von Bäumen und Sträuchern umrankt. Wer einen Blick in den winzigen Hof werfen wollte, musste auf eine Leiter klettern, die der Hufewiesen Trachau e.V. extra aufgestellt hatte. Der Verein setzt sich dafür ein, dass aus dem verfallenen Arbeiter- und Gärtnerhaus ein Museum für den 1996 verstorbenen Trachauer Maler Theodor Rosenhauer wird. „Dieses Gebäude entspricht der Lebenswelt Rosenhauers, der Welt, in der er gelebt und gemalt hat“, erläutert Vereinsvorsitzende Anja Osiander. Der in Hamburg lebende Enkel des Künstlers will das Grundstück kaufen, das ruinöse Gebäude abtragen und originalgetreu wieder aufbauen lassen. Der Vertrag sei aufgesetzt, nur aus Krankheitsgründen fehlen bislang noch die Unterschriften. Das künftige Rosenhauer-Museum soll dann ein Dresdner Verein betreiben, wünscht sich der Enkel. „Wir sind gerade dabei, das anzuleiern“, so Osiander.

Dresdner Gymnasiasten bekommen Kinder- und Jugend-Denkmalpreis

Schüler der fünften bis neunten Klassen des Hans-Erlwein-Gymnasiums haben am Sonntag von Innenminister Markus Ulbig (CDU) den Kinder- und Jugend-Denkmalpreis erhalten, weil sie sich besonders für die Erforschung von Denkmalen in ihrer Heimat eingesetzt haben. Die Jugendlichen haben von 2013 bis 2015 die Geschichte ihres Schulgebäudes ergründet, das Stadtbaudirektor Hans Erlwein vor 100 Jahren entworfen hatte. Sie erarbeiteten einen Denkmallehrpfad, gestalteten eine umfangreiche Publikation und eine Ausstellung zur Bau- und Schulgeschichte.

Bundesweit hatten am Sonntag mehr als 7.700 historische Bauten, Parks und archäologische Stätten ihre Türen für Kultur- und Geschichtsfans geöffnet. Insgesamt rund vier Millionen Besucher zählten die Veranstalter bei den Denkmalen und Themenführungen. Das teilt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz als bundesweite Koordinatorin der Aktion am Sonntagabend mit.

ttr

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