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Tänzer der Forsythe Company präsentieren neues Stück in Hellerau

Tänzer der Forsythe Company präsentieren neues Stück in Hellerau

Dass Tänzer der Forsythe Company ideenreiche Künstler sind, muss man gewiss nicht erst betonen. Zumal in Dresden und Hellerau bereits mehrfach solche Projekte zu erleben waren, wo jeder aus dem Ensemble, der es versuchen will, auch seine eigenen Wege gehen, sich künstlerisch ausprobieren kann.

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Heute bis Sonntag präsentieren Ioannis Mandafounis und Fabrice Mazliah im Nancy Spero Saal ihr neues Stück "Eifo Efi".

Quelle: Dominik Mentzos

Was keinesfalls selbstverständlich ist. Das Choreografen/Tänzer-Kollektiv Mamaza beispielsweise war hierzulande auch schon zur Tanzplattform Deutschland zu erleben und machte ebenso im Festspielhaus Hellerau auf sich aufmerksam. Ab heute bis Sonntag (Beginn jeweils 19 Uhr) stellen nun Ioannis Mandafounis und Fabrice Mazliah im Nancy Spero Saal ihr neues Stück "Eifo Efi" vor, mit dem sie seit einigen Monaten durch Europa touren. Die DNN sprachen mit Fabrice Mazliah über diese und eine weitere Produktion.

Frage: Was steckt denn nun hinter diesem schwer zu deutenden Titel "Eifo Efi"?

Fabrice Mazliah: Dieses Stück wollten wir ursprünglich in der kompletten Mamaza-Besetzung herausbringen. Und dazu gehört außer Ioannis Mandafounis und mir eben auch May Zarhy. Doch es war einfach unmöglich, alle Termine unter einen Hut zu bringen. So mussten wir uns ohne May an das Projekt heranwagen. Und der Titel spielt nun mit dieser Konsequenz. Da May aus Israel kommt, stellen wir auf Hebräisch die Frage: "Eifo Efi" - Wo ist Efi? Und erwarten nicht unbedingt eine Antwort darauf.

Hat sich mit dem notwendigen Wandel vom Trio zum Duo nun auch das Konzept verändert?

Nein, die unmittelbare Idee ist davon nicht beeinflusst. Andererseits passt es aber auch dazu, dass wir bei diesem Spiel, wo es mittels Bewegung und wirren Gedanken um vielschichtige Wahrnehmungen geht, eben auch um die Möglichkeit und Notwendigkeit, sich zu vervielfachen, dass wir dabei nach Efi fragen. Schließlich geht es auch um das Phänomen, dass sie eben nicht da ist. Während wir uns in einer black box auf spiegelnder Fläche gewissermaßen vervielfachen, und auch das Publikum kann uns mehrfach wahrnehmen. Zudem sorgen das Gesagte ebenso wie die Körpersprache noch zusätzlich für ein Auseinanderdriften.

Gibt es für diese Durchdringung von Sprache und Tanz, Körper und Raum in der Aufführung eine erkennbare Struktur?

Eine Struktur schon, aber es ist mehr eine Art von Bildpartitur, die nur in uns selbst angelegt ist. Wir gehen dabei mit einer eher spontanen Wahrnehmung um, lassen uns vom Moment, vom Raum inspirieren. Und improvisieren auch. Es ist eine Flut von Bewegungen und Worten, die es auch schwer macht, Halt zu finden. Und ebenso für das Publikum eine Herausforderung ist.

Mamaza hat in Dresden und Hellerau schon mehrfach Produktionen vorgestellt, darunter im Festspielhaus das eigenwillige Stück P.A.D., eine spannende künstlerische Zwiesprache mit Ioannis Mandafounis. Was verbindet Sie mit ihm?

Wir kennen uns schon seit Ewigkeiten, sind uns erstmals vor mehr als 20 Jahren in der Schweiz begegnet, in den Bergen. Er war noch ein Kind und ich ein Halbwüchsiger aus Genf, wo ich auch geboren bin. Seine Mutter, die Tanz unterrichtet, hat mich damals ermutigt und mir geholfen, eine Tanzausbildung in Athen zu beginnen. Zuvor war ich auch schon in Genf in der Ausbildung, schließlich noch in Lausanne, kam ans Nederlands Dans Theater, dann zum Ballett Frankfurt und wurde 2005 Mitglied der Forsythe Company. Ioannis ist von Athen aus ans Konservatorium nach Paris gegangen, kam dann ebenso zum NDT 2 und war für mehrere Jahre Mitglied der Forsythe Company.

Sie sind auch für das Konzept einer neuen Produktion zuständig, die von der Forsythe Company Anfang Juni 2015 im Festspielhaus Hellerau vorgestellt wird.

Das wird eine spannende Sache. Wir werden uns in diesem noch namenlosen Stück alle gemeinsam und auch jeder sich selbst hinterfragen, wie wir überhaupt und weiterhin mit dem Potenzial umgehen, das uns in der Arbeit mit William Forsythe geprägt hat. Es geht um Kreativität, Inspiration, Wissen, um Möglichkeiten, Fähigkeiten, Energien. Und diese Erfahrungen werden uns wahrhaft nicht anhängen oder behindern - sie machen uns frei in der Entscheidung für eigene Ideen, stärken uns in der Gemeinschaft und Bewusstheit, eigenverantwortlich zu sein bei allem, was wir tun.

Aufführungen: heute bis Sonntag, jeweils 19 Uhr im Festspielhaus Hellerau stellen Ioannis Mandafounis und Fabrice Mazliah im Nancy Spero Saal ihr neues Stück "Eifo Efi" vor.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.12.2014

Gabriele Gorgas

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