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TU-Absolventin Franziska Leis gewinnt einen Ideenwettbewerb zur Gestaltung des Berliner Schlossplatzes

TU-Absolventin Franziska Leis gewinnt einen Ideenwettbewerb zur Gestaltung des Berliner Schlossplatzes

"Das ist Wahnsinn!", jubelt die frisch diplomierte Landschaftsarchitektin Franziska Leis. Mitten im verdienten Paddelurlaub in Mecklenburg findet sie ein Funkloch, um vom bislang größten Erfolg ihrer noch jungen Laufbahn zu berichten.

Vor rund vier Wochen bekam die ehemalige Studentin der TU Dresden von einer Fachjury den ersten Preis eines Ideenwettbewerbes zur Gestaltung des Freigeländes um das Berliner Schloss zuerkannt. Ein unerwarteter Erfolg, der stolz macht, aber auch einen leicht bitteren Nachgeschmack hat: Denn Leis' Pläne bleiben als reines Studentenprojekt Fiktion.

Zu Beginn stand Vater Zufall. "Zu Berlin oder zum Berliner Schloss hatte ich bis dato gar keine Beziehung", so die 25-Jährige. Für den Ideenwettbewerb habe sie sich unter mehreren studentischen Auswahlprojekten entschieden, "weil ich da allein arbeiten und dadurch meine eigenen Ideen am besten verwirklichen konnte." Ausgelobt vom Kulturkreis der deutschen Wirtschaft in Berlin, beteiligten sich 19 angehende Landschaftsarchitekten aus fünf deutschen Städten an dem Wettbewerb unter dem Motto "Transformation - Vom Berliner Schloss zum Humboldtforum".

Statt einer Wiedergeburt der historischen Schlossanlage soll an der Museumsinsel ein nicht unumstrittenes modernes Bürgerforum entstehen. Franziska Leis überzeugte die aus Architekten, Politikern und Förderern des Berliner Schlosses bestehende Jury mit einem ausgefeilten Entwurf, der bewusst auf Moderne und eine symbiotische Gestaltung setzt und die Umgebung und ihre Geschichte bis in die letzte Detailplanung mit einbezieht. "Für mich war es enorm wichtig, die Verbindung zwischen Schlossneubau und Museumsinsel herzustellen", so die Siegerin.

Inspirieren ließ sie sich dabei von der bewegten Geschichte des Ortes: "Die Museumsinsel wurde einst errichtet, um Kunstschätze aus dem Schloss auslagern zu können" - für Leis ein Indiz, dass zueinander gehört, was bislang noch durch eine vielbefahrene Straße getrennt wird. Drei Monate Arbeit stecken in der Planung, die - gemeinsam mit der eines weiteren TU-Studenten, des 23-jährigen Alberto Brezigia - zum Sieg reichte und die Franziska Leis im Juli bereits zum erfolgreichen Diplom verhalf. "In welche Richtung es gehen würde, stand erst sehr spät fest. Die Hälfte der Zeit ging für Analyse und Entscheidungsfindung drauf", so die Siegerin. Irgendwann habe sie sich entscheiden müssen, ob sie der Historie oder aber der Moderne den Vorrang geben wollte. "Ich habe mich für die Moderne entschieden, ohne die Historie auszugrenzen", lautet ihr Fazit mit einem Augenzwinkern.

Als die Siegesnachricht einen Tag nach der aufregenden Präsentation vor der Jury sie erreichte, war sie sprachlos: "Was für eine verrückte Sache. Das ist so eine Riesen-Anerkennung, wenn solch namhafte Experten deinen Entwurf loben." Die mit dem Erfolg verbundenen 4000 Euro Prämie kann die frischgebackene Absolventin gut gebrauchen, denn noch steckt sie voll im Bewerbungsstress, und wie die Zukunft aussieht, weiß sie noch nicht so recht. Bei so viel Talent und solchen Referenzen in der Bewerbungsmappe dürfte die Suche nach dem passenden Job allerdings nicht allzu lange dauern. Und Ideen hat Franziska Leis bereits zur Genüge: "Wenn ich könnte, würde ich in Dresden gern das Wiener Loch gestalten", so die 25-Jährige, deren ganze Passion der Freiraumplanung gehört. "Mit den vorhandenen unterschiedlichen Ebenen und den Wänden könnte man sicher viel Schönes anstellen."

Ein wenig traurig ist sie schon, dass ihr hoch gelobter Entwurf nie zur Umsetzung gelangen wird. Schließlich steckt darin kaum weniger Arbeit als in den Entwürfen der Profis. "Aber das wusste ich ja von vorn herein", betont Leis. Derzeit entscheidet ein echter Architektenwettbewerb über die schlussendliche Gestaltung des Berliner Schlossplatzes. Und der Sieger wird dann auch tatsächlich Realität.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.09.2012

Jane Jannke

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