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Supersalon - Ein off space auf der Förstereistraße in Dresden zeigt seine letzte Ausstellung

Supersalon - Ein off space auf der Förstereistraße in Dresden zeigt seine letzte Ausstellung

Die Bude voll mit Kunst und die Ausstellung selbst ein Kabinettstück. In seiner letzten Show präsentiert "Salon Pendant" um die 50 Bildwerke unterschiedlichster Künstler an einer Wohnzimmerwand der als Projektraum genutzten Erdgeschosswohnung in der Neustädter Förstereistraße.

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Die letzte Ausstellung: Der Off space Salon Pendant in der Förstereistraße 46 muss bald schließen. Ohne Finanzierung kann das Projekt nicht fortgesetzt werden.

Quelle: Salon Pendant

Im Flur und in der Küche finden sich noch je zwei Arbeiten. Davon stammt jeweils eine von Kay Frommelt, dem Initiator und Motor des seit etwa einem Jahr mit insgesamt acht Ausstellungen betriebenen Galerieraums. Die Küche beherbergt neben einer Reminiszenz an Frommelts Diplom - der Kronkorkenschüttung hinter der Tür - einen künstlerischen Erguss der besonderen Art, der seinen Raum braucht - einen Heiligenschrein mit goldenem Engelchen. Deutlich erkennt man hier die künstlerische Handschrift Klaus Beckmanns. In seiner letzten Ausstellung lässt Salon Pendant alle Künstler noch einmal auftreten, die im letzten Jahr ausgestellt haben, "plus der/dem Ein oder Anderem mehr", wie die Einladung mitteilt.

Alle gelaufenen Ausstellungspräsentationen waren gekennzeichnet durch einen ausgesprochen reflektierten Umgang mit räumlichen und medialen Kontexten, für den Frommelt als Absolvent der HfBK und Eberhard Bosslets Klasse für Skulptur und Raumkonzepte prädestiniert ist und den er gemeinsam mit seiner Mitstreiterin und Partnerin Anne Kern mit vollem Einsatz und höchst professionell umsetzt. Wie jetzt das bunte Show-Plakat zum "Supersalon" bildeten zum Beispiel für die März-Ausstellung "When printers print" in Handarbeit auf Thermofaxpapier gedruckte Kassenzettel die mediengerechten Einladungsflyer.

Auch in dieser speziell auf das Thema Druckgrafik bezogenen Ausstellung waren die versammelten Bildwerke der aufgereihten Künstler eine gewitzte Abarbeitung am Bildmediendiskurs. Die jetzige Präsentation fährt in den einzelnen Bravourstücken nun noch einmal alles auf, was man mit diskursiven Potenzialen in bildkünstlerischem Denken und in den verwendeten Bildmedien verbinden kann. So hängt eine Mischtechnik-Serie von Victoria Graf unmittelbar neben einer martialisch anmutenden mechanischen Apparatur von Max Kowalewski, die sich "Freiheitsstatuierer" nennt. Eine tote Taube als Postsendung, versehen mit Adressbanderole und Briefmarke von Marcel Walldorf, steht neben einer almeisterlich in Öl gemalten "Straße" von Johanna Rüggen und Zeichnungen von Matti Schulz, deren Titel "Pyramide mit arbeitenden Sklaven" und "Illuminaten-Treffen auf schneebedeckter Pyramide" einen feinen Bildwitz verraten.

Den Beitrag, den Salon Pendant einerseits zu einem lebendigen Kulturangebot und andererseits zu einer zugleich spielerischen wie differenzierten Bildreflexion geleistet hat, ist hoch einzuschätzen. Jetzt erstmal ist Schluss damit, weil, wie Kay Frommelt sagt, es auf dem gleichen Weg wie bisher nicht mehr möglich ist, weiterzumachen. Für den bisherigen Einsatz und die investigative Arbeit im Sinne einer angewandte Bildmedienreflexion gibt es keine Finanzierungsmöglichkeit. Das trifft wohl für viele solcher potenziellen Aktivitäten und Initiativen und vor allem auch Kompetenzen im Lande zu, die sich nicht als Kunsthandel verstehen wollen. Rein existenziell sind Frommelt und Kern aber entweder darauf angewiesen, als Galeristen oder als Künstler Kunst zu verkaufen.

Wie sich ein lebendiges bildkünstlerisches Leben und der Bilddiskurs als Aufführungspraxis längerfristig finanzieren lassen können, steht in Frage. Denn es ist wirklich schade, dass sie nicht weitergeht, die Show...

bis zum 8. August, Salon Pendant, Förstereistraße 46, geöffnet Donnerstags bis Samstag jeweils von 16 bis 20 Uhr

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.07.2014

Lydia Hempel

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