Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 16 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Suche nach dem Mehrwert: Dresdner Architekt Peter Kulka wird 75

Suche nach dem Mehrwert: Dresdner Architekt Peter Kulka wird 75

Sichtbare Spuren in der eigenen Geburtsstadt zu hinterlassen, das schaffen nur die wenigsten Menschen. Peter Kulka hat es geschafft. Ohne ihn würde der Neubau des Sächsischen Landtages mit dem transparenten Plenarsaal nicht so aussehen, wie er aussieht.

Von christoph stephan

Ohne ihn wäre das Motiv der Waben des alten Centrum-Warenhauses auf der Prager Straße wohl für immer verschwunden - Kulka rettete es in die Gegenwart und integrierte die Waben in die 2009 eröffnete Centrum-Galerie. Ohne ihn hätten wir heute vermutlich auch nicht das geniale Rauten-Membrandach über dem kleinen Schlosshof, welches das neu entstandene Foyer mit viel Licht flutet.

Morgen wird mit Peter Kulka einer der namhaftesten Architekten Deutschlands 75 Jahre alt. Spricht man mit dem Geburtstagskind über dessen Arbeiten, wird schnell das Wort "Zeitschichten" ins Feld geführt, die es fortzuschreiben gilt. Kulka selbst sieht sich in einem ständigen Dialog mit noch vorhandener älterer Architektur. Die will er nicht einfach ersetzen, sondern stattdessen ihre alten Formen aufnehmen und mit Elementen der heutigen Bau-Sprache ergänzen. Diese Sprache, so Kulkas Ansatz, muss zwangsläufig auch Bezug nehmen zum konkreten Ort und zur jeweiligen Nutzung eines Gebäudes.

Begonnen hat Peter Kulkas Karriere als Mitarbeiter im Institut für Typenprojektierung bei Hermann Henselmann in Ost-Berlin. 1965 flüchtete er von dort in den Westen, um anschließend drei Jahre lang im Büro von Hans Scharoun zu arbeiten.

Aus Sicht von Philipp Stamborski, Vertreter des Bundes Deutscher Architekten in Dresden, hat Peter Kulka als Architekt einen bleibenden Beitrag für modernes Bauen in ganz Deutschland geleistet. "Bequem sein ist nicht sein Ding, aber der uneingeschränkte Einsatz für Qualität ist echt. Den lebt er bis heute, mit Erfolg. Peter Kulka war immer auf der Suche nach einem Mehrwert, einer Sinnlichkeit, die man erleben kann. Wer die Bauten kennt, kann das erleben", würdigt Stamborski den Jubilar.

1937 geboren in Dresden

1954 Abschluss einer Maurerlehre

1958 Abschluss des Ingenieurstudiums, Fachrichtung Architektur

1964 Abschluss des Studiums der Architektur an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee

seit 1969 freier Architekt

seit 1979 eigenes Büro in Köln

1986 bis 1992 Professur für Konstruktives Entwerfen an der RWTH Aachen

seit 1991 eigenes Büro

1996 Gründungsmitglied der Sächsischen Akademie der Künste

2006 Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Dresden

projekte

- Neugestaltung des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden

- Neugestaltung des NS-Dokumentationszentrums im Kölner EL-DE-Haus

- Neugestaltung des City-Hochhauses in Leipzig

- "Haus der Stille" der Abtei Königsmünster in Meschede

- Neugestaltung des Deutschen Gartenbaumuseums in Erfurt

- Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig

- TÜV-Akademie Rheinland in Köln

- Hauptfeuerwache der Feuerwehr Heidelberg (Neubau als Passivhaus)

- Haus Heidehof der Robert-Bosch-Stiftung

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.07.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr