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Studenten gestalten Löbtau - Der Werk.Stadt.Laden verbindet Kunst, Kultur, Musik und Engagement für den Stadtteil

Studenten gestalten Löbtau - Der Werk.Stadt.Laden verbindet Kunst, Kultur, Musik und Engagement für den Stadtteil

Der Werk.Stadt.Laden an der Wernerstraße 21 wirkt von außen wie eine Baracke. Auch im Inneren des Ladens herrscht das Chaos. Überall liegen Werkzeuge, Papier, Zettel und Stifte.

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Matthias Röder setzt sich gern für seinen Stadtteil Löbtau ein.

An den Wänden hängen verschiedene Installationen, eine alte Kaffeemaschine und Mikrowelle stehen in der Ecke. Ein festes Ordnungssystem ist nicht erkennbar. Doch auch wenn der Laden äußerlich nicht so ansprechend wirkt, werden hier die verschiedensten Sachen gestaltet und organisiert.

Entstanden ist die Werkstatt vor drei Jahren, als sich acht junge Leute zusammenschlossen. "Wir waren alle zu Hause schon kreativ. Allerdings fehlte irgendwann der Platz für die Werkzeuge und entstandenen Projekte", erzählt Matthias Röder, eines der Gründungsmitglieder. So wurden die 90 Quadratmeter auf der Wernerstraße gemietet und bieten seitdem den Künstlern Raum für ihre Ideen. Es wird eine Siebdruckwerkstatt betrieben, Möbel gebaut, Zelte genäht, Fotos und Filme produziert sowie ein eigenes Stadtteilheft, das "La Pösch", gestaltet. Interessenten sind immer eingeladen in der Werkstatt selbst aktiv zu werden. "Geld nehmen wir nur die Materialkosten", erklärt Rödig. So lerne man ständig neue Menschen kennen, knüpfe Kontakte und lerne selber tagtäglich dazu, zählt Röder auf.

Gern beteiligen sich die Studenten auch an Festivals. So organisierten sie 2010 das "Räuberfestival" - ein Kunst- und Musikfestival - in der Nähe von Meißen. Im September dieses Jahres dagegen war das Team vom Werk.Stadt.Laden in Görlitz beim "fokus Festival". Dort gestalteten sie das alte Industriegelände, in dem das polnisch-deutsche Jugendfestival veranstaltet wurde. "Wir kümmerten uns um die Sitzgelegenheiten sowie den Bühnenbereich und die Lichtinstallationen", berichtet der 26-Jährige.

Die meiste Energie stecken die jungen Leute aber in die Stadtteilarbeit. "Wir wollen bewusst Löbtau verschönern, anstatt uns woanders zu bespaßen", erzählt Matthias. So wurden beispielsweise auch schon zwei Stadtspaziergänge unter dem Titel "Überflüge" mit dem Kulturingenieur Felix Liebig organisiert. "Wir sind über 50 Stationen angelaufen. Es waren zum Teil versteckte und verlassene Orte, aber auch typische Anlaufpunkte", erzählt der Student. Aus den aufgenommenen Fotos entstand sogar ein analoger Acht-Millimeter-Film mit dem Titel "Abwege, Unorte, Blickwinkel". Im kommenden Jahr soll er im Kino in der Fabrik gezeigt werden.

Weiterhin wurde mit Hilfe des Teams eine vermüllte Brachfläche zu einem gemütlichen Treffpunkt umgestaltet. Gartenhäuschen und Sitzecke sorgen nun für ein angenehmes Ambiente, in dem man sich gerne trifft. Genau das ist es auch, was die jungen Dresdner erreichen wollen: Anonymität beseitigen. So organisierte der Werk.Stadt.Laden beispielsweise das Columbusstraßenfest, das circa 1000 Besucher in das Viertel lockte. Livebands, DJs, Graffiti- oder Bodypainting Workshops sorgten für Unterhaltung.

Aber was ist nun im Winter eigentlich los? "Wir haben erst vor kurzem unseren neuen Kalender für das Jahr 2013 fertig gestellt", erzählt Rödig. Darin sind zwölf Siebdruckbilder von insgesamt 24 Künstlern abgebildet. "Jeweils zwei haben an einem Monatsblatt gearbeitet", fügt der gelernte Gestaltungstechnische Assistent hinzu. Außerdem sammelt die Gruppe momentan Spenden für das Projekt Laserbau. "Der sogenannte open source Lasercutter kann nahezu jedes Material millimetergenau bearbeiten. In Großwerkstätten ist er bereits verbreitet. Wir wollen ihn nun selbst bauen und den Bürgern zugänglich machen", berichtet Rödig. Jeder, der spendet, bekommt von den Künstlern ein kleines Dankeschön-Geschenk.

Es gibt also viel zu entdecken in dem kleinen chaotischen Laden. Hier passt wirklich die Redensart "Der Schein trügt" wie die Faust aufs Auge.

Mehr Informationen auch im Internet auf www.werkstadtladen.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.12.2012

Nadine Steinmann

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