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Streit zwischen Sachsen und Wettinern: SLUB und Kunstsammlungen sind betroffen

Streit zwischen Sachsen und Wettinern: SLUB und Kunstsammlungen sind betroffen

Im neuen Streit zwischen dem Freistaat Sachsen und den Wettinern wären vor allem Bestände der Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) und der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek (SLUB) betroffen.

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Das Magazin der SLUB in Dresden.

Quelle: Dietrich Flechtner

Von den rund 10.000 Stücken, für die die einstige sächsische Herscherfamilie Geld vom Freistaat will, gehörten rund 80 Prozent zum Bestand der SLUB, teilten beide Institutionen jetzt mit. Keiner der Gegenstände gehöre aber zu den Hauptwerken der Sammlungen der 14 SKD-Museen oder der Bibliothek.

Den Vorwürfen, die Wettiner-Anwalt Gerhard Brand gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ geäußert hatte, Sachsen nehme es mit der Herkunftsforschung seiner Werke nicht allzu ernst, widersprachen SKD und SLUB.

„Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden betreiben Provenienzrecherche kontinuierlich, gewissenhaft und mit Verantwortungsbewusstsein vor der Geschichte und den aus ihr erwachsenden Verpflichtungen gegenüber Geschädigten und ihrem Eigentum, aber genauso auch mit Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem öffentlichen Eigentum“, so Hartwig Fischer, Generaldirektor der SKD.

Die sogenannte Provenienzforschung betreiben die SKD seit 2007 systematisch für sämtliche Bestände ihrer 14 Museen. Insgesamt sei für rund 1,5 Millionen Objekte zu klären, ob sie rechtmäßig dem Freistaat Sachsen oder anderen Eigentümern gehören, so die Kunstsammlungen. Die SLUB hat zwischen 2008 und 2012 sämtliche Gegenstände überprüft, die nach dem 8. Mai 1945 in den Bestand aufgenommen wurden. Wurden dabei Objekte ermittelt, die dem Hause Wettin gehörten, seien diese Forschungsergebnisse unmittelbar in die Verhandlungen eingeflossen.

Problem zahlreicher komplizierter Rückgabeansprüche

Die eventuellen Wettiner-Kunstgegenstände sind nur ein Fall von fremdem Eigentum in den Museen und der Bibliothek. Ursache dafür sind die Enteignungen der Nazizeit und nach dem Zweiten Weltkrieg. Zwischen 1933 und 1945 geschah dieses Unrecht vor allem jüdischen Bürgern. Im Zuge der Bodenreform 1945/46 landeten dann Tausende Kunstgegenstände im Rahmen der sogenannten „Schlossbergung“ aus enteigneten sächsischen Schlössern und Landsitzen in den Museen Auch in der DDR-Zeit wurden in Einzelfällen unrechtmäßige Besitztümer in die Kunstsammlungen eingegliedert.

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Der Platz wurde neu gestaltet, zudem wurde ein Teil der Randbebauung verändert. Gerade kommt noch das Zwinger-Forum dazu.

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Gruselparty in Babelsberg. Foto: Ralf Hirschberger

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Über 1000 Bürger und Neonazis protestierten am Wochenende gegen das Schneeberger Asylbewerberheim.

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Der Striezelmarkt-Baum 1999.

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Bei dem dichten Gedränge auf der Brücke hatte die Passagiere dieser Heißluftballone, die am Abend in den Himmel aufstiegen, die beste Sicht auf das Szenario.

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„Als öffentliche Institutionen sind die SKD und die SLUB verpflichtet, sämtliche Fälle einzeln zu prüfen, um sicherzustellen, dass unrechtmäßiger Besitz restituiert wird, aber auch, um zu verhindern, dass Objekte übertragen werden, die rechtmäßig im Eigentum des Freistaates Sachsen stehen“, so die beiden Einrichtungen in ihrer Stellungnahme. Üblicherweise stellten die betroffenen Alteigentümer oder Erben beim Landesamt zur Regelung offener Vermögensfragen einen Antrag auf Rückübertragung der Gegenstände. So hätten die Kunstsammlungen seit 1994 mehr als 3000 Stücke zurückgegeben. Etwa 3000 Stücke stammen aus der sogenannten Schlossbergung, rund 370 gehörten jüdischen Familien.

Der Freistaat verhandelt aktuell mit den Wettinern über Objekte im Gesamtwert von rund 10 Millionen Euro. Während das Fürstenhaus nun Druck macht und Sachsen vorwirft, die angestrebte Lösung aus finanziellen Gründen in Frage zu stellen, äußert sich das zuständige Finanzministerium nicht. „Die Parteien haben vereinbart, über Einzelheiten zu Inhalt und Stand der Verhandlungen Stillschweigen zu bewahren. Der Freistaat hält an dieser Vereinbarung fest“, heißt es lediglich.

Wettiner und Freistaat vereinbarten Sonderweg

Weil die Wettiner für die sächsischen Kunstgeschichte eine so bedeutende Rolle spielen, hatten der Freistaat Sachsen und das Fürstenhaus Wettin der Albertinischen Linie in den 1990er Jahren vereinbart, nicht den üblichen Weg der Restitutionsanträge zu gehen, sondern direkt zu verhandeln. Im Jahr 2011 einigten sich die beiden Parteien nach zähen Verhandlungen darauf, dass sämtliche Porzellane, die bis zum 8. Mai 1945 dem Adelsgeschlecht gehörten, in den Dresdner Sammlungen bleiben können. Im Gegenzug zahlte Sachsen 4,2 Millionen Euro. Nun geht es jedoch um zahlreiche andere Gegenstände wie Bücher und Gemälde.

ttr / sl

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