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Stefan Johansson, Dresdner mit schwedischen Wurzeln, präsentiert sein neues Album

Stefan Johansson, Dresdner mit schwedischen Wurzeln, präsentiert sein neues Album

Saufen und dabei Gutes tun, eine Brauerei und ein Showmaster machen's möglich. Von jedem Kasten verkauften Gerstensaftes fließt - quasi als Ökospur der Kronkorken - eine Spende in die Regenwaldstiftung des WWF, des World Wide Fund for Nature.

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Stefan Johansson (l) und Sven Seifert von arche noVa.

Quelle: arche noVa

"Klassisches Greenwashing" nennt man das, aber es muss ja nicht immer Alkoholkonsum sein, um Nächstenliebe und Umweltbewusstsein zu demonstrieren.

Der in Dresden lebende Musiker Stefan Johansson geht radeln. Sämtliche Spielorte, die er in der nächsten Zeit ansteuert, um dort seine neue CD "The Door to the Unknown" vorzustellen, werden von ihm per Veloziped angesteuert, und pro gefahrenem Kilometer wird ein Euro für die Dresdner Hilfsorganisation arche NoVa gespendet. Mehr als 1800 Kilometer liegen in den kommenden Monaten vor Johansson. Bis nach Pirna oder Bad Schandau ist es ja noch leicht, aber um Bühnen auf Inseln wie Fehmarn oder Spiekeroog anzusteuern, braucht man schon - neben einer Fähre zur Überfahrt - stramme Waden. Nicht schaden kann auch ein nicht irischer Segensspruch, der gern mitgegeben wird: "Mögest du immer Rückenwind haben und stets Sonnenschein im Gesicht."

Es ist ein "Feel-Good-Projekt", arche NoVa sei ihm "schon immer sympathisch gewesen", beteuert der Musiker, der "mit etwas Grundlegendem" zu tun haben wollte. Sven Seifert, geschäftsführender Vorstand von arche NoVa, ließ in einer Mitteilung an die Presse wissen, dass man sich sehr über diese musikalische Spendenaktion freue. Drei mal drei Wochen dauert die Tour mit rund 50 Konzerten. Es sei die "Verwirklichung eines Lebenstraums", beteuert Johansson, der sich schon lange nach einem Fahrrad-Urlaub sehnte und überlegte, wie er das mit der Musik verbinden könnte. Wer mitfahren will, und sei's Teilabschnitte, muss sich nur melden. Am 1. Mai, 17 Uhr, beispielsweise ist in Wehlen Treffpunkt, Ziel ist dann das Q24 in Pirna. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass in der Regel Johanssons Kumpel Krishn Kypke mit dem Tourbus vorausfahren oder nachkommen wird, "für das Equipment, also die Instrumente, aber auch die CDs," wie der Pedalritter in spe darlegt.

Johansson war mal nordschwedischer Meister im "Lindy Hop", einer dem Rock'n'Roll verwandten und in Schweden ungemein populären Tanzform, arbeitete lange als Pfleger für behinderte und psychisch kranke Menschen, war Straßenmusiker, besah und besang die Leute in Ländern wie Thailand und Japan. Mit 19 Jahren kam er nach Neuseeland und lebte dort ein Jahr, "weshalb mein Englisch auch ziemlich neuseeländisch eingefärbt ist", wie er gegenüber den DNN erklärte. Immer wieder faszinieren ihn - mal abgesehen von den Landschaften - die Begegnungen mit Menschen in fernen Ländern. Als blonder Hüne mit König-Drossel-Bart, der in einem geflochtenen Zopf endet, fällt er auf wie in bunter Hund. Als er mal in China spielte, wurde er in einer Tour fotografiert.

Seit 2001 lebt und arbeitet der im nordschwedischen Luleå geborene und aufgewachsene Johansson in Dresden, hat Frau und zwei Kinder. Mancher kennt ihn von Festivals und Stadtfesten, von Solokonzerten oder Auftritten des auf Folklore aus Nordeuropa spezialisierten Trios "Strömkarlen" .

"The Door to the Unknown" ist nach "Finding Home" von 2011 das zweite Solo-Album. Die CD vereint elf Lieder, samt und sonders Eigenkompositionen, die viel ausgereifter seien als noch auf der Debüt-CD. Die Weiterentwicklung sei unverkennbar, er "schreibt heute anders und formuliert heute anders" als noch vor ein paar Jahren, beteuert der Musiker. Viel Folk und Pop ist mit im Spiel. Erste Proben fanden zusammen mit dem Produzenten Hendrik Löffler in einem Haus auf dem Darß statt, aufgenommen wurden die Lieder dann in Dresden - und in den legendären "Abbey-Road-Studios" in London schließlich gemastert (Mastering ist die - künstlerische- Endbearbeitung von Tonaufnahmen). "Das hatten die Songs einfach verdient", erklärt Johansson. Sean Magee, Produzent von Bands wie Coldplay, verpasste Johanssons Kompositionen den letzten Feinschliff.

Mitgewirkt haben 13 Musiker und Sängerinnen, die beim CD-Release-Konzert am Sonntag, 20 Uhr, im Kleinen Haus auch mit auf der Bühne stehen werden (je nach Lied jedenfalls). So werden die Mitglieder der Dresdner A-cappella-Band medlz aus voller Kehle trällern, wird Ekkehard Werner Geige und Nykkelharpa Töne entlocken, wird Krishn Kypke die Seiten von Gitarre und Sitar zum Klingen bringen.

Der erste Song ist ein Abschiedslied. Johansson beschreibt seine Gefühle beim Tod seines Hundes, mit dem ihn eine jahrelange Freundschaft verband. Viele Songs hätten, meint Johansson, eine melancholische Grundstimmung, Aber es herrsche "eine skandinavische Melancholie" vor, die sei hoffnungsvoll und nicht deprimierend. Es gehe darum, eine Tür zu öffnen, auch zu sich selbst. Das sei nicht gefährlich, hinter einer Tür sei "immer auch etwas Neues".

iStefan Johansson. CD-Release-Konzert am Sonntag, 20 Uhr, Kleines Haus, Eintritt: 20 Euro; 3. Mai, 20 Uhr: Meißen, Hafenstraße.

www.stefan-johansson.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.04.2014

Christian Ruf

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