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Städtepartnerschaft auf Dresdner Opernbühne

Städtepartnerschaft auf Dresdner Opernbühne

Eine Mischung aus deutschen, englischen und französischen Regieanweisungen hallt dieser Tage über die Bühne des Labortheaters in Dresden. Hier proben noch bis zum Wochenende Studierende der Dresdner Hochschulen für Musik (HfM) und Bildende Künste, Studenten des Conservatoire de Strasbourg sowie Schüler des Heinrich Schütz Konservatoriums in Dresden für eine gemeinsame Opernaufführung.

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Die binationale Aufführung von Glucks "Merlins Insel oder Die verkehrte Welt" (hier: Nikolaus Nitzsche) ist auch eine Ehrung zu seinem 300. Geburtstag.

Quelle: PR

Mit Christoph Willibald Glucks "Merlins Insel oder Die verkehrte Welt" (Original: "L'ile de Merlin ou Le Monde Renversé") feiert diese besondere Kooperation am Sonnabend (27.9.) dann im Labortheater Premiere.

Zustande gekommen ist die Kooperation an der HfM, die schon seit Jahren für die regelmäßigen Produktionen der Opernklasse mit dem Staatsschauspiel und der HfBK zusammenarbeitet. "Durch das Institut français haben wir vor etwa zwei Jahren einen Kontakt zum Conservatoire in Straßburg vermittelt bekommen und so ist die Idee zu dieser gemeinsamen Aufführung entstanden", sagt Professor Franz Brochhagen von der HfM. Mit Christoph Willibald Glucks Opéra Comique war schnell ein Stoff gefunden, der den Bogen hin zum französischen Kulturkreis schlägt, für die Studenten dabei auch gut sing- und für das Jugendsinfonieorchester des Heinrich Schütz Konservatoriums spielbar ist.

Der Vorschlag, das sehr junge Orchester für die drei Vorstellungen in Dresden einzusetzen, kam von dessen Leiter Milko Kersten. "Ich bin mir wohl bewusst, dass es eine große Herausforderung für die Schüler darstellt, hätte das aber nicht angeregt, wenn ich nicht überzeugt wäre, dass es klappt", sagt Kersten. Die zwischen 14 und 18 Jahre jungen Musikschüler seien mit überdurchschnittlichem Engagement bei der Sache, auch an jenen Nachmittagen, an denen es so kurz vor der Aufführung kaum noch Probenpausen gibt. "Der schönste Nebeneffekt an so einer Kooperation ist, dass die Schüler nicht nur musikalisch über sich hinaus wachsen, sondern auch Interesse an solchen Opern entwickeln. So entsteht neben dem Orchesternachwuchs auch ein neues Publikum", sagt der Hochschulprofessor und Orchesterleiter.

Regie in dem amüsanten Stück über ein phantastisches Eiland, in dem Zauberer Merlin die magische Hand über alle Geschicke hält, führt Christine vom Scheidt vom Conservatoire in Straßburg. Sie hat den Urtext von Glucks Oper aus dem Jahre 1758 ein bisschen für die junge Inszenierung aufgepeppt, sodass die Handlung gut verständlich und spielbar wird. Jeweils vier junge Sänger vom Straßburger Conservatoire und vier von der Dresdner Musikhochschule stehen auf der Bühne. Sie alle müssen Glucks Oper jeweils auf Deutsch und Französisch einstudieren. "Das ist eine Besonderheit, weil wir das Stück erst dreimal in Dresden und im Oktober dann dreimal in Straßburg aufführen werden", sagt Christine vom Scheidt.

Schon die Vorbereitung war ein riesiger Aufwand. Die Professoren und Schüler mussten sich zum Teil via Skype verständigen, Anfang Juni fanden die ersten Proben in Dresden, im September dann auch in Straßburg statt. Elise Richter und Lisa Schoppmann von der HfBK haben für die Oper ein Bühnen- und Kostümbild entworfen, das den barocken Verwicklungen einen schlicht glänzenden Rahmen verleiht und funktional genug ist, um in beiden Städten Merlins Reich auf die Bühne zu zaubern. Der 300. Geburtstag von Gluck - in Dresden im Trubel der Strauss-Ehrung nahezu untergegangen - wird so im Rahmen der Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag der HfBK und dank der partnerstädtischen Opernkooperation an diesem Wochenende doch noch nachgeholt.

Glucks "Merlins Insel oder Die verkehrte Welt" am Sonnabend 19 Uhr sowie am Sonntag 11 und 17 Uhr im Labortheater der HfBK, Güntzstraße 34

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.09.2014

Nicole Czerwinka

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