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Stadtarchiv Dresden zeigt Schau zur Frauenkirche

Stadtarchiv Dresden zeigt Schau zur Frauenkirche

Das Stadtarchiv Dresden hat seine Jahresausstellung 2015 dem zehnjährigen Weihejubiläum der Frauenkirche gewidmet, das im Oktober begangen wird. Seit zehn Jahren dominiert die Kirchenkuppel wieder das Stadtbild.

Nachwachsenden Generationen muss heute erklärt werden, was das originale barocke Bauwerk und der Trümmerberg bedeutet haben. "Die sichtbaren Spuren verschwinden, aber auch humane Spuren. Zeitzeugen sterben aus. Es entwickelt sich eine andere Kultur des Erinnerns", unterstreicht Archivleiter Thomas Kübler. Die Ausstellung mit dem langen Titel "Frauenkirche aus Archiv und Atelier. Historische Dokumente treffen auf Kunst von Iven Zwanzig" soll ein Baustein dafür sein.

Sie ist Fach- und Kunstausstellung in einem und präsentiert neben wertvollen Archivalien auch 37 Gemälde. Die meisten widmen sich dem Thema Frauenkirche als Mahnmal (Zwanzig malt noch immer die Ruine) und als Wahrzeichen der Stadt. Als ausgebildeter Geodät war er selbst an der archäologischen Enttrümmerung beteiligt. Der Dresdner Künstler steht ganz offensichtlich in der Tradition des Malers Siegfried Klotz und bekennt sich zu seiner Malweise. Die jetzt gezeigten Arbeiten entstanden zwischen 2006 und 2015. Sie sind käuflich zu erwerben.

In diesem künstlerischen Rahmen zeigt das Stadtarchiv aus den hier verwahrten 500 laufenden Metern an Dokumenten zur Frauenkirche rund 100 Objekte. Viele seien noch nicht ausgestellt gewesen, betont Kübler. In einem Dreivierteljahr waren 20 Mitarbeiter mit der Auswahl und Restaurierung der Dokumente beschäftigt. Die Schriften und Abbildungen (viele Originale und einige Kopien) beleuchten den Vorgängerbau der Frauenkirche, George Bähr und seinen Kirchbau, Zerstörung und Nachkriegsdebatten sowie den Wiederaufbau.

Die früheste vorhandene Quelle, die sich auf die Frauenkirche bezieht, ist eine Erwähnung in einem Schriftstück von 1289, welches aber visuell zu wenig für eine Ausstellung biete, so Kübler. Interessanter sind da schon die Abbildung der alten Kirche im Jahre 1714 (noch außerhalb der Stadtmauer) mit der bereits ausgehobenen Baugrube für einen Neubau sowie Akten über die wachsende Baufälligkeit des alten Gebäudes. Anschließend gibt eine illustrierte Festschrift Auskunft über die Grundsteinlegung 1726. In dicken Folianten und mit beeindruckenden Schriftzügen kann der Besucher auch die Vereidigung George Bährs als Ratszimmermeister nachvollziehen oder den Eintrag seiner Beerdigung in den Kirchlichen Wochenzetteln von 1738 nachlesen.

Näher an die Gegenwart rückt ein interessantes Papier, in dem die Abteilung Stadtplanung am 20. Februar 1951 auf die Eingabe eines Bürgers antwortet. Darin wird festgestellt, dass jede Diskussion um den Aufbau der Frauenkirche verfrüht sei, doch auch gesagt: "Der Platz der Frauenkirche aber wird freigehalten." Wie bekannt, hat das über etliche Jahre und Diskurse hinweg geklappt, so dass am 20. Juli 1992 die Stiftung Frauenkirche und das Ev.-Luth. Landeskirchenamt den Bauantrag einreichen konnten. Auch dieser Beleg ist zu sehen.

Ergänzend gibt es Zeitzeugenberichte an der Hörstation abzurufen und Filmdokumentationen zu sehen. Ein Begleitprogramm, nicht zuletzt für Schulen, wird noch bekannt gegeben. Der Eintritt in die Ausstellung ist frei.

Eröffnung: 11. Mai, 19 Uhr im Stadtarchiv, Elisabeth-Boer-Straße 1, 3. Etage; Öffnungszeiten: Bis zum 30. September, Mo., Mi. 9 bis 16 Uhr, Die., Do. 9 bis 18 Uhr, Fr. 9 bis 12 Uhr

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.06.2015

Genia Bleier

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