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Stadt strebt gemeinsame Strukturen für Operette und tjg an

Vorbild Staatstheater Stadt strebt gemeinsame Strukturen für Operette und tjg an

Neue Pläne für Städtische Bühnen Dresden: Die Landeshauptstadt will für die Staatsoperette Dresden und das tjg.theater junge generation gemeinsame Strukturen schaffen. Dazu soll der Stadtrat ein Konzept in Auftrag geben, dass die Stadtverwaltung bis Mitte 2016 vorlegen will.

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Operette und tjg werden ihre Heimat im umgebauten Kraftwerk Mitte finden.

Quelle: ttr

Dresden. Neue Pläne für Städtische Bühnen Dresden: Die Landeshauptstadt will für die Staatsoperette Dresden und das tjg.theater junge generation gemeinsame Strukturen schaffen. Dazu soll der Stadtrat ein Konzept in Auftrag geben, dass die Stadtverwaltung bis Mitte 2016 vorlegen will. Das geht aus einer Vorlage von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hervor, die morgen zum ersten Mal im Kulturausschuss in nichtöffentlicher Sitzung beraten werden soll. Verantwortlich für das Papier ist der Geschäftsbereich Kultur, der bislang von Ralf Lunau (parteilos) geführt wurde. Seit 1. November ist die Linken-Politikerin Annekatrin Klepsch Kulturbürgermeisterin in Dresden, sie startet also gleich mit einer Mammutaufgabe. Die Fusion solcher Strukturen ist nie einfach. Und die Stadt will in einem Atemzug auch noch eine ganze Menge mehr auf den Prüfstand stellen, bis hin zur Rechtsform der Häuser und "Optimierungen" beim Personal.

Hintergrund der Vorlage aus der Stadtverwaltung ist vor allem die künftige Spielstätte beider Kultureinrichtungen. Operette und tjg werden ihre Heimat im umgebauten Kraftwerk Mitte finden. Die räumliche Nähe legt die Schaffung gemeinsamer Strukturen nahe. Dabei geht es jedoch ausschließlich um den nachgeordneten Bereich, der sich weitgehend als Verwaltung umschreiben lässt. Die künstlerischen Angelegenheiten sollen weiter getrennt bleiben, beide Einrichtungen sollen dementsprechend auch ihre eigenständigen Intendanten behalten.

Mit der Vorlage, die erst von den Ausschüssen für Kultur und Allgemeine Verwaltung behandelt und schließlich vom Stadtrat beschlossen werden müsste, will sich die Verwaltung den Auftrag erteilen lassen, im Rahmen der Planungen für den Haushalt 2017/18 ein Strukturkonzept für die gemeinsame Arbeit der Staatsoperette und des tjg.theater junge generation in den neuen Spielstätten im Kraftwerk Mitte auszuarbeiten. Zielstellung des Konzeptes sei "die mittelfristige Zusammenführung der nachgeordneten Einrichtungen in eine gemeinsame Struktur unter Beibehaltung der künstlerischen Eigenständigkeit beider Theater". Das Strukturkonzept soll in einer Theaterkonzeption die künstlerischen und nichtkünstlerischen Bereiche beschreiben und qualitativ und zahlenmäßig das vorgesehene künstlerische Angebot darstellen.

Synergieeffekte durch Zusammenführung von Prozessen

Doch damit nicht genug: Die Stadt will eine gemeinsamen Organisationsstruktur (Organigramm mit Gliederung der künstlerischen und nichtkünstlerischen Unternehmensbereiche inkl. Leitungsstruktur) entwerfen, Personalkonzept und Stellenplan (inkl. Vergleich zum Ist-Stand 2015) sowie Aufgabenbeschreibung der zukünftigen Leitungsstruktur (Intendanzen künstlerische Bereiche, Verwaltungsdirektion) in ein Konzept gießen.

Gleichzeitig soll es einen "Variantenvergleich zu geeigneten Rechtsformen" geben, Rahmendaten für einen Gesamtwirtschaftsplan unter Berücksichtigung der Betriebskostenzahlungen in den neuen Spielstätten und einen Zeitplan für die Zusammenführung beider Theaterbetriebe. Grundlage für die Struktur soll das Betreiberkonzept der Kommunalen Immobilien Dresden GmbH sein. Diese städtische Gesellschaft ist für tjg und Operette der Herr im Hause Kraftwerk Mitte. Die Theater, die bislang städtische Liegenschaften nutzen, werden dann Mieter bei der KID sein, in deren Eigentum sich die Betriebsstätten für die Theater befinden.

Neben der neuen Beigeordneten und nicht näher benannten Vertretern der Verwaltung sollen auch die Intendanten und weitere Beschäftigte der beiden Theater, der Geschäftsführer der KID sowie externe Sachverständige am Konzept mitwirken. Die Gelder für den Sachverstand von außerhalb sollen beim sächsischen Kunstministerium beantragt werden und aus den Kulturraummitteln stammen. Das Strukturkonzept soll dem Stadtrat bis zum 30. Juni 2016 als Beschlussvorlage vorgestellt werden. Aus dem Beschlussvorschlag sollen Maßgaben für die Haushaltsplanung ab 2017 abzuleiten sein.

Neben einer ganzen Reihe rechtlicher und organisatorischer Fragen, die sich aus dem Mietverhältnis bei einer Gesellschaft in privater Rechtsform ergeben, müssten auch "mit hoher Priorität Arbeits- und Entscheidungsstrukturen für den operativen Betrieb zweier Theater in einem Gebäudekomplex entwickelt werden". Der Anteil der gemeinsam genutzten Flächen und räumlichen Funktionen am Gesamtbauwerk werde etwa 40 Prozent betragen.

Herausforderungen bestünden unter anderem im Betrieb der Foyers mit den zugeordneten Funktionen (Garderoben, WC-Anlagen, Werbeträger, Verkauf, Veranstaltungen für Besucher), in der gemeinsame Nutzung von Präsenz- und Theaterwerkstätten und in der Hauslogistik (z.B. Die Führung von Besucherströmen oder die Koordination von Liefer- und Transportvorgängen). Mit Beschaffung des Gesamtkomplexes Bühnentechnik durch die KID entstehe in der Eigentümer- und Betreibergesellschaft zudem ein zentraler Technikbereich, der von den Nutzern ebenfalls gemeinsam betreut werden sollte.

Nicht zuletzt gelte es, "Synergieeffekte beispielsweise durch Zusammenführung von Arbeitsprozessen in einem gemeinsamen Standort und damit einhergehend Möglichkeiten zur Personal- und Sachkostenoptimierung zu prüfen". Aus diesen Gründen habe der bisherige Kulturbürgermeister den Intendanten der Staatsoperette und die Intendantin des tjg gebeten, Überlegungen zu einer gemeinsamen Struktur beider Theater anzustellen. Als Beispiele könnten die unlängst erfolgte Gründung des Staatsbetriebes "Sächsische Staatstheater", aber auch bereits länger existierende Betriebsmodelle unter anderem aus Stuttgart und Mannheim dienen.

Erste Probleme haben sich dabei bereits gezeigt: Es gibt unterschiedliche Tarifstrukturen und verschiedene Betriebsabläufe. Bis Ende 2021 gilt ein Haustarifvertrag für die Beschäftigten an der Operette. Ein aufzustellender Zeitplan soll die gesamte Umsetzung des Strukturkonzeptes abbilden und Meilensteine für politische Entscheidungen wie Haushaltsbeschlüsse, zukünftige Besetzung von Leitungspositionen festlegen. Der von Hilbert vorgesehene Zeitplan für die Aufstellung des Konzeptes ist schon jetzt Makulatur - nach der Vorstellung des Stadtoberhauptes sollte schon bis 31. Oktober der Stadtrat den Auftrag erteilen.

Ingolf Pleil

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