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Stadt rudert zurück: Fassade des Dresdner Kulturpalastes bleibt erhalten

Stadt rudert zurück: Fassade des Dresdner Kulturpalastes bleibt erhalten

Dresden. Die Eingriffe in die Bausubstanz beim Umbau des Kulturpalastes sollen weniger drastisch ausfallen als bislang geplant.

Sah der Siegerentwurf eines Architektenwettbewerbs von 2009 noch gravierende Änderungen der Fassade des 1969 eingeweihten Gebäudes vor, so ruderte die Stadt am Mittwoch zurück.

„Wir werden einen hohen Anteil denkmalgerecht erhalten", erklärte Roland Müssig, amtierender Leiter des städtischen Hochbauamtes und Projektverantwortlicher für den Kulturpalast-Umbau. Plante das Architektenbüro gmp 2009 noch eine transparente Glasfassade, so orientiert sich der jetzt vorliegende weitgehend an der originalen Struktur des Gebäudes. So sollen auch die Bronzeeingangstüren erhalten bleiben. Unverändert bleibt das Raumkonzept für das Erdgeschoss, nach dem Eingangsbereich mit einem zentralen Tresen geht es eine halbe Treppe tiefer zur Garderobe. Diese sollte laut gmp-Entwurf im Hauptfoyer untergebracht werden. „Aber damit würde es seinen repräsentativen Charakter verlieren", so Müssig. Die gravierendste Änderung im Inneren des Gebäudes ist der Umzug der Herkuleskeule vom ersten Stock in den Keller. Dort soll ein Saal mit 300 Plätzen unter dem großen Saal entstehen. „Es wäre ja widersinnig, dem Kabarett einen Saal mit Tageslicht zuzuordnen, der dann künstlich abgedunkelt werden muss", erklärte der amtierende Amtsleiter den Sinneswandel. Das Foyer für die städtische Bibliothek wird vom Erdgeschoss - dem Raum für die Garderoben - ins zweite Obergeschoss verlegt. „Damit ist die Raumaufteilung jetzt viel funktionaler", findet Müssig. Der große Saal wird komplett umgebaut zu einem weinbergförmigen Konzertsaal mit Spitzenakustik. Das heißt, das Orchester sitzt wie in einem Amphitheater in der Mitte des Saales, umgeben von den Zuschauerrängen. 1882 Besucher wird der Saal nach den gegenwärtigen Plänen fassen statt der heute rund 2400. Er soll eine moderne Bühne erhalten, auf der auch Künstler der heiteren Muse auftreten können. Dann müssen allerdings die Ränge hinter der Bühne abgehängt werden, die Platzkapazität verkleinert sich je nach Bauform der Bühne auf 1640 bis 1428 Plätze. Ein Kritikpunkt der Umbaugegner - zu wenig Plätze für Spitzenkünstler, die Konzerte werden unbezahlbar, heißt es. Laut Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) hat der Freistaat Sachsen Fördermittel in Höhe von bis zu 35 Millionen Euro für den Umbau in Aussicht gestellt. Die Gelder sollen aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung kommen. Der Kostenstand für den Umbau belaufe sich gegenwärtig auf 70,5 Millionen Euro. „Damit liegen wir genau im Budget", erklärte Vorjohann. Von 2013 bis 2015 soll der Kulturpalast umgebaut werden, nach dem Umbau werden die Betriebskosten laut dem Finanzbürgermeister 2,2 Millionen Euro pro Jahr betragen. Gegenwärtig sind es 1,2 Millionen Euro. „Wir müssen aber berücksichtigen, dass die Bibliothek gegenwärtig noch rund 500 000 Euro Miete zahlt, die nach dem Umzug in den Kulturpalast wegfallen." Müssig erklärte, dass auch eine Sanierung des Kulturpalastes im Bestand mindestens 70 Millionen Euro kosten werde. „Wer erzählt, der Kulturpalast könne mit 40 Millionen Euro saniert werden, der erzählt Märchen." Die Klage des Kulturpalast-Architekten Wolfgang Hänsch, der durch die Umbaupläne sein Urheberrecht verletzt sieht, werde vom Landgericht Leipzig verhandelt, erklärte Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos). „Wir tauschen gegenwärtig die Argumente aus, ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest." Das Verfahren zwinge die Stadt aber nicht, die Arbeit an dem Umbau zu unterbrechen. Die Unterlagen zur Feinplanung des Umbaus würden in den Stadtrat eingereicht, kündigte Vorjohann an. Es sei geplant, ein mit Stadträten besetztes Lenkungsgremium für den Umbau einzurichten, um eine hohe Transparenz zu erreichen, so der Finanzbürgermeister.

Thomas Hartwig

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