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Stadt Dresden zieht Jahresbilanz 2011 im Denkmalschutz

Stadt Dresden zieht Jahresbilanz 2011 im Denkmalschutz

Dresden. Die Stadt hat am Montag eine positive Bilanz ihrer Denkmalschutzarbeit des vergangenen Jahres gezogen. "In Dresden steht die Denkmalpflege besonders im Blickpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit", weiß Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos).

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Der Jägerhof in Dresden.

Quelle: Stefan Schramm

Seinem Eindruck zufolge sei der Denkmalschutz in Sachsens Landeshauptstadt nicht per se als Investitionsverhinderer verschrien, sondern es gebe eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Bauherren und Behörden. Auch die Dresdner Bürgerschaft sei engagiert und verfolge das Geschehen in der Denkmallandschaft, so beim geplanten Kulturpalastumbau und den immer weniger werdenden historischen Gaslaternen, sehr aufmerksam. Der Denkmalschutz sei integraler Bestandteil der städtischen Erinnerungskultur.

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Schloss Nickern steht auf den Resten einer mittelalterlichen Wasserburg. Seit dem 17. Jahrhundert in barocker Gestalt, besitzt es seit 1870 einen Turm und ist heute ein Kulturdenkmal.

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Das städtische Amt für Kultur und Denkmalschutz hat den Großteil der rund 13.000 Dresdner Kulturdenkmale zu betreuen. Im Jahr 2011 erteilte es unter anderem 723 denkmalschutzrechtliche Genehmigungen sowie 738 Negativatteste, reichte über 500 Steuerbescheinigungen aus und nahm zu mehr als 1000 Projekten Stellung bei den Bauaufsichtsbehörden. Zudem steht es im intensiven Austausch mit Bauherren denkmalgeschützter Gebäude. Die Aufgabe des Amtes habe sich bei den Bauwerken vom bloßen Verhindern baulicher Verluste hin zum Weiterbau der vorhandenen Substanz und damit zum Fortschreiben der Gebäudegeschichte entwickelt. Die Herausforderung liege darin, die Bauherrn, Planer, Versorger, Behörden und Interessengruppen unter einen Hut zu bekommen. „Am Ende muss ein baukultureller Mehrwert herauskommen“, fasst Bernhard Sterra, Denkmalschutz-Abteilungsleiter der Stadtverwaltung, zusammen. Besonders das qualitätvolle Bauen aus der Zeit nach 1945 gewinne für den Denkmalschutz an Bedeutung.

 

Die Gesamtzahl der Kulturdenkmale schwankt. Durch Lücken bei der Erfassung tauchen ab und zu schützenswürdige Bauten auf, die einfach vergessen worden waren. Dazu zählen ein original erhaltener unterirdischer Wasserhochbehälter an der Ockerwitzer Allee von 1901 sowie Robert Henzes Ateliergebäude an der Hohen Straße in Plauen. Einige Kulturdenkmale mussten dagegen von der Liste gestrichen und abgerissen werden, weil der Erhalt der Bausubstanz nicht mehr möglich war. Dies betraft 2011 die Gebäude Veilchenweg 6 und Preßgasse 4. Manche Bauten sind bereits gefährdet und warten seit Jahren auf eine Restaurierung, darunter der Fleischverarbeitungsbetrieb der Konsumgenossenschaft Vorwärts an der Fabrikstraße und die Fabrikantenvilla Gottlieb Traugott Bienerts in Altplauen.

Unter den im vergangenen Jahr abgeschlossenen Sanierungen, die das Denkmalschutzamt in seiner Bilanz hervorhob, sind das Romain-Rolland-Gymnasium in der Äußeren Neustadt, die Jahn-Orgel der Striesener Versöhnungskirche und das Hauptstaatsarchiv in der Inneren Neustadt. Auch das alte Manufakturhaus Friedrichstraße 26, die Fabrikantenvilla Am Trachauer Bahnhof 7 und die Kindertagesstätte Rasselbande in der Seevorstadt erstrahlen nun wieder in neuem Glanz. Für die stark gefährdete Nordfriedhofskapelle erarbeitete die Stadt 2011 ein Sicherungskonzept, die Trachauer Apostelkirche bekam ein neues Dach und die Plastiken am Neptunbrunnen sind fertig.Wichtige Projekte der näheren Zukunft sind der Kulturpalast und das Kraftwerk Mitte, die beide umgebaut werden sollen.

„Das Klischee, dass der Denkmalschutz ein Blockierer ist, trifft man unter den Dresdner Bauherren so gut wie gar nicht an“, freut sich Bernhard Sterra. Im Gegenteil: Durch die mit ihm verbundenen hohen Investitionen sei der Denkmalschutz ein Wirtschaftsmotor, da er bei Restauratoren und Handwerkern für Beschäftigung sorge und durch die positive Veränderung des Stadtbildes den Tourismus ankurbele. „Wir wollen aber andererseits auch vermeiden, dass Dresden zu einem gigantischen Museum wird“, ergänzt Kulturamtsleiter Manfred Wiemer. Eine vernünftige Nutzung sei die Voraussetzung für eine Bewahrung eines Kulturdenkmals.

Die Denkmalschutzbehörde beschäftigt sich einerseits mit den Entscheidungsverfahren, bei denen es um Umbauten, Restaurierungen oder die Gewährung von Fördermitteln oder steuerlichen Vorteilen geht. Auf der anderen Seite macht das Amt auf das kulturelle Erbe der Stadt aufmerksam. Dresden beteiligt sich seit 2011 mit dem „Schaufenster Dresden“ am Projekt „Pegasus – Schulen adoptieren Denkmale“. Dabei fördert die Stadt Lerngruppen von Schülern, die sich mit der Dresdner Baukultur auseinandersetzen. Das Denkmalschutzamt publizierte daneben 2011 ein Buch über Dresdens Architekten von 1900 bis 1970, war an Ausstellungen beteiligt und setzte die DNN-Serie „Kulturdenkmal des Monats“ fort. Außerdem organisierte das Amt eine große Fachtagung zum ostdeutschen Denkmalschutz sowie den Tag des offenen Denkmals, der auch in diesem Jahr wieder stattfinden wird. Am 9. September steht dabei das Thema Holz im Mittelpunkt.

Stefan Schramm

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