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Staatsschauspiel Dresden erneut mit Rekordsaison

Staatsschauspiel Dresden erneut mit Rekordsaison

Rückblende, Juli 2013: Wilfried Schulz, Intendant des Staatsschauspiels Dresden, lädt zur Bilanz-Pressekonferenz für die abgelaufene Jubiläumssaison, die 100. des Hauses.

Er vermeldete damals rund 250 000 Besucher, einen Zuschauerrekord. Und er fügte an: Diese Zahlen würden sich nicht so einfach wiederholen lassen. Gestern nun war es wieder Zeit für eine Bilanz. Sie zeigte tatsächlich die Wiederholung des Ergebnisses vom Vorjahr. Genauer gesagt, kamen sogar knapp 251 000 Zuschauer in 848 Vorstellungen und Veranstaltungen der Saison 2013/14. Wenn man es genau nimmt, sind dazu noch 7100 Besucher bei 29 auswärtigen Gastspielen sowie 7425 Besucher zur Langen Nacht der Dresdner Theater hinzuzurechnen.

"Wir hatten gewisse Befürchtungen, qualitativ und quantitativ", sagte Schulz - und meinte damit mögliche Zuschauereinbußen in der Folgesaison des Jubiläumsjahres. "Es ist für uns eine große Überraschung, diese Zahlen gehalten zu haben." Damit sei das Staatsschauspiel Dresden wohl das zweitbeste Theater deutschlandweit, was Besucherzahlen angehe. Nur das Hamburger Thalia Theater liegt noch weiter vorn. "Es geht uns aber nicht um Rekorde", schränkte Schulz sofort ein, "sondern um Lebendigkeit." Dieses Vitale konstatierte er jedenfalls bei den Dresdnern. "Das Publikum ist wach, es reagiert." Die Aufmerksamkeit der Besucher zu erreichen, gezeigte Themen in Diskurse münden zu lassen, sei dabei etwas, dem das Theater "ohne Skandalisierungen" nachkomme. Der Erfolg, darf man anfügen, gibt Schulz zweifellos recht. Das zeigte sich auch jüngst beispielhaft in den Inszenierungen "Wildnis" in der Sächsischen Schweiz oder "Ein Exempel" im Kleinen Haus. Dresden sieht der Intendant als einen Prototypen von modernem Stadttheater, auch "was die selbständige Wahrnehmung des Publikums angeht".

Reserven noch beim Anteil von Schülern und Studenten

Natürlich jonglierte Schulz zum Saisonende noch einmal mit den Zahlen. Knapp zwei Drittel der Theaterbesucher kamen demzufolge ins Große Haus. Die Gesamtauslastung lag bei fast 81 Prozent, bei den 147 Vorstellungen der Bürgerbühne bei 85,5 - beide Werte entsprechen ungefähr denen des Vorjahres. 55 800 Schüler und Studenten strömten in die Häuser, was etwa 22 Prozent der Gesamtzuschauerzahl entspricht. "Das Ziel wäre, diesen Anteil auf ein Drittel anzuheben", sagte Schulz. Am Ende seiner Intendantenzeit in Hannover habe man diesen Wert erreicht. "Aber da war das einfacher." Dresden habe mit dem Theater Junge Generation ein Haus, das sich besonders dieser jungen Zielgruppe widme, anders als in Niedersachsens Landeshauptstadt.

Die bestbesuchten Inszenierungen der Saison nannte Schulz auch noch: im Großen Haus zogen "King Arthur" und "Klaus im Schrank" mit je 95,5 Prozent Auslastung am stärksten, auf der großen Bühne des Kleinen Hauses liefen zwei Stücke mit 100 Prozent ("Frau Müller muss weg", "Tschick"), weitere vier kamen auf mehr als 90 Prozent ("Corpus delicti", "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui", "Diener zweier Herren" und "Supergute Tage"). Laut Schulz wird auch "Ein Exempel" in diese Kategorie aufrücken.

Für das Frühjahr 2015 steht unterdessen eine weitere Uraufführung fest. Sie folgt Wolfgang Herrndorfs Buch "Bilder deiner großen Liebe" und stellt die Tschick-Nebenfigur Isa in den Mittelpunkt. Herrndorf hatte bis zu seinem Freitod im August 2013 an dem Roman gearbeitet und ihn auch zur Veröffentlichung bestimmt. "Es wird aber keine Tschick-Fortsetzung", sagte Chefdramaturg Robert Koall. Im August 2015 wartet schließlich eine spezielle Einladung: Die Dresdner "Hamlet"-Inszenierung soll auf Schloss Kronborg in Helsingør gezeigt werden, wo Shakespeare die Handlung einst ansiedelte.

www.staatsschauspiel-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.07.2014

Torsten Klaus

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