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Staatsoperette stimmt mit New-York-Hits auf 2016 ein

Großstadtschlager mit Blick gen Kraftwerk Staatsoperette stimmt mit New-York-Hits auf 2016 ein

In Wien ist es traditionell die Strauss-Familie, in Venedig Verdi - und in Dresden-Leuben stimmt die Staatsoperette das neue Jahr dieses Mal mit Großstadtklängen von Leonard Bernstein, George Gershwin und John Kander an.

Dresden. In Wien ist es traditionell die Strauss-Familie, in Venedig Verdi - und in Dresden-Leuben stimmt die Staatsoperette das neue Jahr dieses Mal mit Großstadtklängen von Leonard Bernstein, George Gershwin und John Kander an. Hier begibt man sich zum Jahresauftakt auf einen musikalischen Ausflug nach New York, mit dem das Ensemble schon jetzt auf den Umzug des Theaters ins Kraftwerk Mitte vorbereiten möchte. Zweifelsohne ein Meilenstein in der Geschichte der Dresdner Staatsoperette.

"New York, New York" ist also das Motto für ein beschwingtes Vorspiel auf jene Jahreszeit, ab der die erste Operettensaison "in unmittelbarer Nachbarschaft der Dresdner Hochkultur" spielt, wie Dirigent und Moderator Peter Christian Feigel augenzwinkernd erklärte. Und so schimmert schon mächtiges Großstadtflair durch das Programm. Das Orchester in riesiger Besetzung gibt zusammen mit den Sängern Olivia Delauré und Jannik Harneit den Takt für 2016 vor - und zeigt damit auch, wie sich die Staatsoperette musikalisch und künstlerisch im Stadtzentrum positionieren kann (und will?).

Das ist in erster Linie ein Konzert mit Show- und Revuecharakter, das man bei den großen Orchestern der Stadt vergeblich sucht - und für das die Bühne in Leuben eigentlich noch viel zu klein ist. Anfang Januar gehören dazu natürlich leichtfüßige Musicalhits wie "Embraceable You" aus Gershwins "Girl Grazy" (1930) oder "New York, New York" aus Bernsteins "On the Town" (1944) - das gleichzeitig schon einen zarten Vorgeschmack auf die erste Musicalpremiere im Kraftwerk gibt. Es zählen aber auch überraschend ausladende Orchesterstücke wie Bernsteins "Symphonic Dances from West Side Story" (1960) dazu: Eine Art sinfonisches Medley aus den bekannten Musical-Motiven, welches das Potenzial und die Vielseitigkeit des Orchesters betont, allerdings fast schon in wenig zu lang für ein musikalisches Neujahrshäppchen erscheint.

Peter Christian Feigel, den man als Musicalbeauftragten der Staatsoperette bezeichnen kann, redet im Stil altgedienter Fernsehconférenciers zum Neujahr gern und viel zwischen den Stücken. Er würzt die Musik mit kleinen Anekdötchen und Späßen, die beim Publikum jedoch nicht immer zünden wie Silvesterraketen. Als Dirigent führt er aber stilsicher durch die Musical-Literatur des 20. Jahrhunderts, beschwört einen wunderbaren warmen, flächigen Streicherklang herauf, gibt oft selbst in Balladen gutes Tempo vor und lässt das Orchester an den schmissigen Stellen lebhaft aufbrausen. Besonderes facettenreich zeigen sich die Musiker in Gershwins "Tone poem for orchestra" (1928), in dem sie das kontrastreiche Klangspiel der Großstadt farbig und plastisch aufleben lassen.

Jannik Harneit und Olivia Delauré wandeln das Konzert nicht nur singend, sondern auch tanzend und spielend zu einer unbeschwerten, bunten Unterhaltungsshow. Entzückend gelingt ihnen das etwa mit dem Streitlied "Let's Call the Whole Thing Off" aus Gershwins "Shall We Dance" (1937) oder in "One Hand, one Heart" aus Bernsteins "West Side Story" (1957). Beide sind exzellente Darsteller, die eine große Portion Charme auf die Bühne bringen. Manche Interpretationen könnten aber noch ein bisschen Würze vertragen: eine locker swingende Note in Liedern wie "Embraceable You", gespickt mit jenem gestalterischen I-Tüpfelchen, das mehr aus dem Herzen statt aus Kopf und Kehle stammt. So wie zum Schluss, als Harneit und das Orchester das Motto von der Großstadt "New York, New York" mit John Kander noch einmal richtig rocken lassen.

Das Publikum jubelt. Es scheint, als sei die Wehmut über das wohl wirklich letzte Neujahrskonzert an der alten Spielstätte mit dem Jahr 2015 zurück geblieben. Zu den Zugaben brodelt es ausgelassen im Saal. Die Stücke aus der "Neuen Welt" Amerika haben Vorfreude auf die kommende Spielzeit im Kraftwerk geweckt - und natürlich Neugier auf das allererste Neujahrskonzerts im Zentrum.

Nicole Czerwinka

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