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Staatliche Kunstsammlungen setzen auf Forschung und kündigen interessante neue Ausstellungen an

Staatliche Kunstsammlungen setzen auf Forschung und kündigen interessante neue Ausstellungen an

Nach Highlights wie der Eröffnung des Riesensaals im Residenzschloss oder der Wiedereröffnung des Mathematisch-Physikalischen Salons verheißen die kommenden Monate weitere spannende Ereignisse in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Hartwig Fischer, fast auf den Tag genau ein Jahr im Amt des Generaldirektors, konnte zur gestrigen Jahrespressekonferenz unter anderem zur erstmaligen Präsentation des fotografischen Werkes von Wols, das sich zu großen Teilen im Kupferstich-Kabinett befindet, einladen (17. Mai bis 26. August). In Kooperation mit dem Kunstmuseum Winterthur werden ab Ende September neueste Werke von Gerhard Richter im Albertinum unter dem Motto "STRIPS und Glas" gezeigt. Ins Jahr 2014 weist die große Schau "Dionysos. Rausch und Ekstase", ausgerichtet von der Skulpturensammlung und dem Bucerius Kunst Forum Hamburg, des weiteren eine Kooperation mit den Vatikanischen Museen, die originale Indianerbildnisse des aus Dresden stammenden Bildhauers Ferdinand Pettrich (1798-1872) zeigt, sowie eine den Planetenfesten Augusts des Starken gewidmete Präsentation des Kupferstich-Kabinetts. Ebenfalls in die erste Hälfte des Jahres 2014 fällt die dem 100. Jahrestag des Beginns des 1. Weltkrieges geltende Ausstellung, in deren Zentrum Otto Dix' Triptychon "Der Krieg" steht. Die zweite Hälfte des Jahres ist unter anderem den künstlerischen Ergebnissen der Ägyptenreisen Max Slevogts und Paul Klees vorbehalten. Schließlich kommt der Orient nach Sachsen: "Schmuck aus dem Mogulreich" präsentiert das Museum of Islamic Art aus Doha, in dem ab November 2011 das Grüne Gewölbe zu Gast war.

Gleichwohl standen gestern nicht diese einzelnen Projekte im Vordergrund, sondern die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden als Institution der Wissenschaft. Unbestritten waren auch frühere Projekte nicht ohne vorausgehende wissenschaftliche Arbeit denkbar. Gleiches gilt für jüngste Unternehmungen wie die Ausstellung zum 500. Jubiläum der "Sixtinischen Madonna", das Will-Grohmann-Projekt "Im Netzwerk der Moderne" oder die eingangs genannten Museumseröffnungen. Im Schwange ist allerdings eine neue Qualität, weshalb wohl auch Sabine von Schorlemer, Ministerin für Wissenschaft und Kunst des Freistaates, gestern zuerst das Wort nahm. Besonders am Herzen liegt ihr die seit 2011 in Angriff genommene Evaluierung durch den Wissenschaftsrat. Bald wird es dazu einen Vor-Ort-Termin geben. Ebenso Thema ist die wissenschaftliche Vernetzung, nicht zuletzt wegen der begrenzten personellen Ressourcen.

Damit einher ging die Schaffung einer neuen Abteilung für Forschung und wissenschaftliche Kooperation bei der Generaldirektion unter der Leitung von Gilbert Lupfer, ebenso die Einbindung in partnerschaftliche Beziehungen, etwa als Teil der Exzellenzinitiative der TU Dresden beziehungsweise von DRESDEN concept, einem Kooperationsverbund zur Stärkung der wissenschaftlichen Exzellenz. Dies ist kein Selbstzweck. "Die Forschung im Museum hat zuallererst ihren Schwerpunkt in den Sammlungen selbst", so Hartwig Fischer. "In der Verbindung der Museen" liege das "eigentliche Potenzial der Sammlungen, um neue Erkenntnisse zu produzieren". In diesem Zusammenhang verwies er auf jüngste Publikationen zu den antiken Bildwerken oder zur Kunstkammer. Auch das "Daphne"-Projekt stehe in diesem Kontext. Als Ziel sah Fischer hier, zukünftig alle Stücke der Dresdner Sammlungen über das Internet zugänglich zu machen.

Unterstützung für ein großes museumsübergreifendes Forschungsprogramm, unter anderem in Zusammenarbeit mit Bruno Haas (Sorbonne, Paris), kommt für die nächsten fünf Jahre von der Cassiopeia Foundation gGmbH. Deadlines sind hier "Wie das Museum die Dinge denkt" und "Forschungsreise ins Depot". Eine wesentliche Aufgabe wird dabei auch sein, neue Perspektiven für die Ethnografischen Sammlungen zu entwickeln. Diesem Anliegen gilt unüberhörbar nicht zuletzt Fischers besonderes Interesse, der darauf verwies, dass die ersten Stücke dieser Art auf die Kunstkammer zurückgehen.

Was die Zahlen betrifft, stehen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gut da. Schon verschiedentlich vermeldet wurden die 2,5 Millionen Besucher für 2012. Spitzenreiter sind wie gewohnt die Galerie Alte Meister mit rund 580000 und das Grüne Gewölbe mit insgesamt rund 667000 Besuchern. Allein diese Museen spielten 3,6 Millionen Euro Erlöse ein. Insgesamt ist das Verhältnis von Gesamteinnahmen zu selbst erwirtschafteten Mitteln heute (2012) so, dass von rund 40 Millionen etwa 13 Millionen Euro erwirtschaftet werden. Dass auch dieses Jahr gut werden könnte, lässt Dirk Burghardt, den Kaufmännischen Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, die Besucherzahl von 700000 für Januar bis April 2013 hoffen.

iwww.skd.museum

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.05.2013

Lisa Werner-Art

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