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Spenden gesucht: Theater Junge Generation will flexible Zuschauertribüne

Dresden Spenden gesucht: Theater Junge Generation will flexible Zuschauertribüne

Die Unterstützung ist prominent: Wolfgang Stumph und Tom Wlaschiha, die beiden Schauspieler, haben sich für eine flexible Zuschauertribüne im neuen Theater Junge Generation im Dresdner Kraftwerk Mitte stark gemacht. Die Kosten, rund 70 000 Euro, will der Förderverein des Theaters einwerben. Dabei wird auf bürgerschaftliches Engagement gesetzt – und auf die Hilfe von Unternehmen.

Mit Spendentopf: Wolfgang Stumph, Tom Wlaschiha und Manuel Schöbel (v.l.).

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Im März klangen die Pläne schon einmal kurz an, die im Theater Junge Generation (tjg) nun noch einmal deutlich detaillierter vorgestellt wurden. Es geht dabei um ein Puzzleteil im großen Schwang von Umbau und Umzug ins Kraftwerk Mitte. Dort stehen dem tjg demnächst drei Bühnen zur Verfügung: Studiobühne (etwa 100 Plätze), kleine Bühne (125) und große Bühne (350). Für die Studiobühne wünschen sich die Theaterleute ein Extra: eine mobile Teleskop-Zuschauertribüne. Sie würde die Gegebenheiten am neuen tjg-Standort, dem Spagat zwischen räumlichen Chancen und den personellen Möglichkeiten, diese auch zu nutzen, passend ergänzen.

Doch dafür braucht es Geld, das in den Bau- und Ausstattungskosten des Hauses nicht vorgesehen war und ist. Also hat sich der Förderverein des tjg aufgemacht, dieses Problem zu lösen. Denn die mobile Bühne kostet etwa 70 000 Euro. Aber ihre Anschaffung lohnt. Sie lässt sich wunderbar flexibel für alle möglichen Bühnensituationen nutzen – und verschwindet sonst, „zusammengepresst“ auf eine Tiefe von lediglich 1,28 Meter, an einer Rückwand.

Der Verein hat sich für das Vorhaben namhafte prominente Fürsprecher ins Boot geholt. Wolfgang Stumph zum Beispiel, Schauspieler und Dresdner Urgestein. Dem mittlerweile 70-Jährigen steht ein weiterer Vertreter der darstellenden Kunst zur Seite: Tom Wlaschiha. Er wurde in Dohna geboren und studierte Schauspiel in Leipzig. Danach, 1996, begann er am tjg. Dort blieb er drei Jahre, spielt heute in großen internationalen Filmproduktionen mit, wie in der Serie „Game of Thrones“, wo er Jaqen H’ghar verkörpert. Mit dem Begriff Star ist zurückhaltend umzugehen, aber Wlaschiha ist mittlerweile zweifellos angekommen in der Liga der Blockbuster.

Dabei schwelgte der 43-Jährige ein wenig in der Erinnerung. „Man will ganz viel, kriegt vier Jahre lang gesagt, dass man nichts kann, bekommt dann sein Diplom und wird auf die Zuschauer losgelassen“, erzählte er über die Gefühlslage während seiner Ausbildung. Das tjg, wohin Wlaschiha dann kam, „war extrem wichtig“. Er selbst sei völlig unsicher gewesen, habe aber schon in der ersten Saison in 140 Vorstellungen gespielt. Besonders die spezielle Atmosphäre auf den kleinen Bühnen, mit dem ganz engen Kontakt zum Publikum, hob er hervor. „Es war eine tolle Zeit, ich erinnere mich gern daran zurück.“

Stumph hat zwar nie am tjg gespielt, führt dafür aber wiederum andere Erinnerungen ins Feld. Vor allem jene, als er als Schüler von Hellerau und Klotzsche aus mit der Straßenbahn durch die ganze Stadt zum tjg zuckelte, gemeinsam mit der Klasse. Er unterstützt die Aktion für die Tribüne wegen der Wirkung und der Leistung des Dresdner Kinder- und Jugendtheaters, „Kinder an Kultur und Humanismus heranzuführen“.

Dietrich Funke, bis 2008 tjg-Intendant und damit Vorgänger von Felicitas Loewe, der den Plan des Vereins vorstellte, sprach von „einem ganz schönen Rucksack“, den man sich damit aufbürde. Der Verein will zur Finanzierung der Zuschauertribüne an Unternehmen herantreten, auch an Partner, mit denen bereits kooperiert werde. Und ab 19. September soll via Crowdfunding-Plattform startnext die Möglichkeit bestehen, mit Spenden etwas beizusteuern. Das geht natürlich aber auch schon vorher über die Website des tjg-Fördervereins.

Bürgerliches Engagement sei jedenfalls immer wichtig, vor allem am Beginn großer Projekte, sagte Landesbühnen-Intendant Manuel Schöbel. In diese Kerbe schlug auch Stumph – und konnte sich einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen. Auf Leipzig schaue er immer neidisch, weil es dort „Oberbürgermeister und Mittelstand“ schafften, auch ordentliche Summen im sechsstelligen Bereich für Kultur von Geldgebern loszueisen. Subtext: Das müsste doch in der Landeshauptstadt erst recht möglich sein.

www.foerderverein-tjg.de

Von Torsten Klaus

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