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Sparkassenmuseum hat 246 Spardosen aus Privatsammlung übernommen

Sparkassenmuseum hat 246 Spardosen aus Privatsammlung übernommen

Das Sparkassenmuseum hat eine große Sammlung historischer und moderner Spardosen übernommen. Die Kollektion, die ein hessisches Ehepaar dem Dresdner Museum geschenkt hat, spiegelt den Wandel der Sparkultur in über 100 Jahren - vom schnöden Tonkrug bis zum geldfressenden Roboter.

Das Sparkassenmuseum hat eine große Sammlung historischer und moderner Spardosen übernommen. Die Kollektion, die ein hessisches Ehepaar dem Dresdner Museum geschenkt hat, spiegelt den Wandel der Sparkultur in über 100 Jahren - vom schnöden Tonkrug bis zum geldfressenden Roboter. Derweil steht im Museum eine Staffelstabübergabe bevor: Der langjährige Leiter Dieter Lorenz geht im April in den zweiten Ruhestand.

Von Heiko Weckbrodt

Keine Frage: Dieser geflügelte Schwarzrock ist ein Raubvogel. Ganz langsam neigt er sich aus dem Vogelhäuschen, schnappt sich zum Geräusch eines rasselnden Federwerkes den Euro - und schwupps ist er mit dem Geld im Dunkeln verschwunden. Der Aufzieh-Rabe aus dem Blechkasten ist nur eines von 246 Exponaten, das Dieter Lorenz von einer generösen Sammlerfamilie aus Bischofsheim nahe Mainz übernommen hat. "Der Vater hat von jeder seiner Reisen Sparbüchsen mitgebracht", erzählt der Kustos des Sparkassenmuseums. "Über die Jahre ist eine beachtliche Sammlung zusammen gekommen, die die Familie uns geschenkt hat."

Zu der Spardosen-Sammlung, die nun im Museum an der Leipziger Straße ausgestellt ist, gehören historische Büchsen aus der Kaiserzeit wie auch DDR-Spielzeugtresore und Hightech-Sparbüchsen aus jüngster Zeit. Da findet sich zum Beispiel ein Roboter, der die dargebotenen Geldstücke auffrisst und sich dann noch die blecherne Zunge leckt. Oder ein madiger Apfel, aus dem ein Wurm heraus schnellt, um sich die Penunze zu schnappen. Gleich daneben ein eiserner Holzfäller, der die Münzen vorsichtshalber mit seinem Beil in den Schlitz haut.

Aber auch über 100 Jahre alte Stücke sind dabei, verrostete Spielzeugkassetten der Sparkasse Dresden beispielsweise, tönerne Figuren, die man noch zerschlagen musste, um an das Ersparte wieder heranzukommen. Auch Sparbüchsen aus Keramik: "Das war eine Spezialität der Pirnaer Sparkasse", berichtet der 78-jährige Kustos.

Insgesamt hat Lorenz in den vergangenen 15 Jahren - anfangs noch an der Glashütter, ab 2000 an der Leipziger Straße - mehrere Tausend Stücke in "seinem" Museum zusammengetragen. Darunter sind richtig alte Sparkassendokumente wie ein Depositenbuch aus dem Jahr 1787, eine nahezu vollständige Frauenkirchenuhren-Kollektion, ein kompletter Sparkassen-Schalterraum im DDR-Stil und viele andere Exponate.

Im April übergibt er die Geschäfte nun an Nachfolger Folkard Wunderlich. Für Lorenz ist dies gewissermaßen der zweite Ruhestand: 1997 war er - nach 43 Jahren aktivem Dienst in der Sparkasse - aus dem regulären Berufsleben ausgeschieden, um sich seinem Museum zu widmen. Nun ist es auch da für ihn Zeit aufzuhören. "Ich werde mich jetzt der Arbeit in ,meinen' anderen Vereinen mehr widmen können, zum Beispiel im Straßenbahnmuseum", sagt er. Damit schließt sich für ihn auch ein Kreis: "Als ich ein Junge war, wollte ich eigentlich mal Straßenbahnfahrer werden."

Sparkassenmuseum, Leipziger Str. 116, geöffnet nach Vereinbarung, Tel. 455-894339;

mehr Infos und Videos: computer-oiger.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.02.2012

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