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"Sound of Dresden": In der Groove Station überzeugte die Band Alice Roger Publikum und Jury am meisten

"Sound of Dresden": In der Groove Station überzeugte die Band Alice Roger Publikum und Jury am meisten

Alice Roger? Vier junge Musiker reichen ihren kleinen Pokal von Hand zu Hand, versuchen ihre Lippen an die Glasfläche zu drücken und haben sichtlich Spaß dabei, sich unter der Siegersonne zu präsentieren.

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Marion Fiedler, Thomas Lehnick und Markus Pötschke (v.l.)., sie kamen auf Platz 3.

Quelle: D. Flechtner

So sehen Sieger aus. Sie werden in ihrem Scheinwerferglück gerahmt und teilen sich die Bühne mit ihren Kollegen, die ebenfalls auf der Suche nach dem "Sound of Dresden" waren und nicht ganz den passenden Takt fanden. Sechs Bands eroberten gegen 23 Uhr die Bühne noch einmal, positionierten sich brav um die Jury herum und zeigten sich in bester Feierlaune, denn in der Groove Station bekamen all diejenigen eine Bühne, die sich eignen, eine Stadt in ihrem Klang zu beschreiben. Aber es kann eben nur einen geben, und das war Alice Roger, eine Partyband, die mit ihrem Namen spielt, möglicherweise an der Stelle nicht das glücklichste Händchen hatte, aber ganz augenscheinlich den Nerv von Publikum und Jury am besten traf.

Zum 10. Geburtstag beschenkten sich die geistigen Väter des "Sound of Dresden" mit einer Band, die sich im Mainstream gut aufgehoben fühlt, dabei nach einer eigenen Sprache sucht, die rockig daherkommt und lokal gefärbt ist. Mit ihrem Song "Digitale Liebe" ging die Band ins Rennen und war damit schon im Vorentscheid zum Bandwettbewerb ganz vorn dabei. Ein erstes Signal, welches auf der Bühne bestätigt wurde. Hinter Alice Roger ordneten sich Simplistic und Marion Fiedler ein. Das sind durchaus auch zwei Bands, die das Zeug dazu gehabt hätten, den transparenten Pokal in die Höhe zu halten, aber es kann eben nur einen geben.

Marion Fiedler auf Platz 3 war mit dem Endstand sicherlich nicht ganz zufrieden, denn ihre Show am Anfang der Veranstaltung war ganz offensichtlich weit von der Siegerehrung entfernt, sicherlich ein Nachteil, den sie nicht einfach überspielen konnte. "This is Life" - in ihrem Song für Dresden, gefühlvoll arrangiert, herzlich eingespielt und fast schon etwas zerbrechlich, kommt bei ihr immer die amerikanisch Musikschule zum Vorschein. Sie kann sich inszenieren, in Position setzen und sich Gehör verschaffen. Mit ihrer Eigenart, wie sie Songs angeht, fiel sie am Sonnabend etwas aus der Reihe. Neben ihr ging es in erster Linie um ein Partygefühl, um Rock'n'Roll und Musikunterhaltung abseits einer gewissen Tiefgründigkeit. Ihr Preis neben dem Applaus: ein Kurs an der Scheune Akademie, um das Bandmanagement etwas nach vorn zu bringen.

Das mit den Preisen war eine Sache für sich, denn die Gewinnerband geht jetzt auf drei Konzerte gemeinsam mit der Letzten Instanz, nicht in kleine Clubs, sondern in große Säle. Ein Impuls, der möglicherweise etwas an der Realität vorbeigeht. Denn Alice Roger hat bereits einen recht gut gefüllten Terminkalender, Gastspiele zwischen Berlin und Leipzig mit ca. 30 Auftritten im letzten Jahr. Ihnen hätte wahrscheinlich ein Musikvideo, mit dem sie noch mehr auf sich aufmerksam machen können, noch etwas besser getan - dieses aber vergaben Robert Jäger und Jens Heinrich an Simplistic. Zugegebenermaßen ist das Trio angenehm professionell und stilsicher im Auftreten, ein Trumpf, der in den nächsten Monaten gut ausgespielt werden könnte. Seit etwa acht Jahren gibt es diese Dresdner Band, der bislang aber noch nicht das entscheidende Achtungssignal gelang, jetzt hoffentlich mit der freundlichen Unterstützung von MOKOST - einem Filmduo, das sein Handwerk gut versteht und unlängst hochdekoriert von der Berlinale zurückkam. Sie selbst erhielten dort den Preis der Jury beim 99 Fire-Film Award. Ihre Clips sind immer etwas anders, treffen selten das Erwartungsbild und haben eine beeindruckende Sprache. Jetzt kann sich Simplistic auf einen Clip freuen, mit dem es gelingen kann, die große Bühne zu erobern.

Alles in allem ist der "Sound of Dresden" eine schöne Plattform, um Bands aus Dresden zu entdecken, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich einen Namen zu machen - genau das dürfte auch das Anliegen von Dresdner, dem Kulturmagazin, sein, mit dem Jahr für Jahr nach dem passenden Klang der Stadt gesucht wird. Dieses Jahr, das sollte noch erwähnt werden, war auch nach dem Bekunden der Jury ein interessanter Jahrgang, von dem es hoffentlich noch einiges zu hören gibt. Für den Gewinner gibt es schon einen Termin, dann auch wieder in der Groove Station, am 13. Mai zum Jamrock.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.03.2014

Stephan Wiegand

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