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Sons Of Noel And Adrian waren im Beatpol Dresden fast nicht mehr wiederzuerkennen

Sons Of Noel And Adrian waren im Beatpol Dresden fast nicht mehr wiederzuerkennen

O doch, sie sind - bis auf wenige personelle Änderungen - noch immer die alten. Daniel Green, Catherine Cardin, Jacob Richardson, Tom Cowan, William Calderbank, Patrick Lawrence, Alistair Strachan, Marcus Hamblett und Emma Gatrill, neun Engländer aus Brighton, entziehen sich nur auf faszinierende Weise eigenen Klemmen, die sich auftun können, wenn man sehr intensiv miteinander umgeht.

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SOAAN zeigten sich experimenteller als zuletzt

Quelle: Dietrich Flechtner

Anders kann man es kaum interpretieren, was sie kollektiv - nach der interessanten britischen Vorband Eyes And No Eyes - im Beatpol als "Wasserstandsmeldung" verkündet haben. In ihrer Musik wohlgemerkt, nicht verbal.

Sons Of Noel And Adrian (SONAA) sind eine andere Band geworden, wenn man den Vergleich ihres ersten Dresden-Konzertes vor vier Jahren bemühen mag. Die Welten, die sich damals zwischen den Nuancen aufgetan haben, konnten sie erkundend ausschreiten. Ihre aktuelle CD "Knots" war eine weitere Zwischenstation, denn live wird das Material der Platte nicht etwa nur interpretiert, es ist nicht einmal Fundament. SONAA erheben sich schnell und gehen weiter. Sie sind mehr und mehr eine experimentelle Rockband geworden, die noch offenporiger Elemente, Einflüsse, Stile, Interpretationspartikel aufsaugt. Der Eindruck einer eher lose agierenden Folk-Truppe, die sich während einer Stunde Auftritt immer wieder findet, ist passé. Die neun sind jetzt eng aneinander gerückt. Ihr Bühnenprogramm ist konzeptionell gestrafft, ohne, dass vordergründiges Kalkül erkennbar wäre. Es offenbart nunmehr klare Struktur und Prägnanz, ohne entfernt statisch oder verkopft zu sein. SONAA haben sich nur noch einmal geordnet.

Den einst vorhandenen Pop-Appeal haben sie dabei gänzlich gekillt. Nichts soll sie auch nur in die vergleichende Nähe ihrer Freunde von Mumford & Sons bringen, die ihrerseits vor allem mit Cleverness (neben zweifellos ausgeprägter handwerklicher Qualität) punkten - eben, weil sie im Publikum Zehntausende beherrschen müssen. SONAA wuchten nunmehr Keile in ihre Klänge. Die lieblichen Momente von "Knots", die Lamenti-artigen Gesänge von Jacob Richardson sind live viel kantiger, die Chöre von Catherine Cardin und Emma Gatrill (auch perkussiv beschäftigt) kommen viel kraftvoller und sind nunmehr essenziell im Bandsound. Die Gitarren sind verstärkt, scharf, laut - verstärkter, schärfer, lauter als zuvor, was dazu führt, dass gerade die alternierenden, aber keinesfalls durchgängig eingesetzten Instrumente wie Klarinette, Horn oder Cello enorm anzukämpfen haben. Akkordeon, Mandoline, Banjo und Geige sind verschwunden, gleichsam die hippieesken Folkreferenzen und Blümchen im Haar. SONAA haben ihre gemeinsame Experimentierlust, aus-gehend von parallelen Bandprojekten und Soloaktivitäten, ausgeweitet, sind mutiger geworden im Verzicht auf "Angelhaken". Und sie haben sich mit dem Teufel im Detail verbündet.

Schließlich: Was für eine Zugabe! Das zentrale Stück der neuen Platte - "Come Run Fun Stella Baby Mother Of The World" - wird getanzt, mit einer Art Gebärdensprache illuminiert, so was von auf den Punkt gezogen, dass man allein aus dramaturgischen Gründen schwer atemlos den Beatpol verlässt. Das Video im Netz eignet sich sehr zur Nachbehandlung.

Wie hieß es in der DNN-Vorankündigung am Dienstag: "-könnte vielleicht aber auch ganz anders werden. Noch besser!" Wir beantragen Fördermittel der Gesellschaft für Weissager.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.02.2013

Andreas Körner

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