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Sonderausstellung mit den schönsten Gläser-Karosserien aus sechs Jahrzehnten im Verkehrsmuseum

Sonderausstellung mit den schönsten Gläser-Karosserien aus sechs Jahrzehnten im Verkehrsmuseum

Einen Augenschmaus der Extraklasse für Alt und Jung bietet das Verkehrsmuseum ab 1. Oktober mit seiner Sonderausstellung "Luxus auf 4 Rädern". Zu sehen sind die schönsten mit Karosserien der Dresdner Firma Gläser ausgestatteten Automobile.

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Dieses 1937 gefertigte Zwei-Fenster-Gläser-Sportcabriolet von Steyr konnte in Russland aufgestöbert werden. Solch edle Karosserien sind bis Frühjahr nächsten Jahres in einer Sonderausstellung im Verkehrsmuseum zu sehen.

Quelle: Peter Weckbrodt

"Lassen Sie sich ein Gläser-Cabriolet vorführen, ehe Sie sich entschließen." Mit diesem Slogan warb einst einer der renommiertesten deutschen Carrossier für seine Erzeugnisse - die Gläserkarrosserie GmbH in Dresden. Durch seine formschönen und extravaganten Cabriolet-Aufbauten avancierte die Firma in den 1930er Jahren zu Weltruf. Fahrgestellen aller namhaften Automobilfabrikanten jener Zeit, von Maybach über Mercedes-Benz bis Steyr, schneiderten die Gläsers luxuriöse "Cabriolet-Kleider" an, gingen auf die individuellsten Wünsche der Kunden nach Extras ein. Ledersitze mit Büffelhautbezug gewünscht, bei Gläsers kein Problem. So entstanden automobile Raritäten, oft Einzelstücke und oft mit Farbgebungen, die jeden zeitgenössischen Designer vor echte Probleme stellen würden.

Wer ist der Schönste im ganzen Saal? Die Wahl fällt schwer, ist Geschmackssache. Da kommt der Audi in einem sagenhaften Cremé-Farbton daher, die Innengestaltung einfach ein Traum. Gleich dahinter steht der zweifarbig gehaltene Steyr-Puch mit seiner unvergleichlichen Eleganz. Ganz anders der Gläser-Tourenwagen von Benz. Er wurde im Jahre 1914 vom damaligen Generalfeldmarschall sowie späteren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg in Auftrag gegeben, kriegsbedingt erst 1918 ausgeliefert. Später, der Leser darf staunen, zunächst in Dresden, dann in Annaberg-Buchholz bei der Feuerwehr im Einsatz! Auch mit leicht kriegerischer Geschichte bepackt, nämlich als Paradewagen der DDR-Oberen, bestenfalls den älteren Besuchern noch in Erinnerung, stellt sich das Sachsenring P 240 Cabriolet vor. Es war das einzige in der DDR gebaute Automobil der Oberklasse.

Ähnlich schick, aber eben ganz anders im Schnitt und in der Farbgebung, nämlich in einem fabelhaften blau und grau, macht der Ford Eifel aus den 1930er Jahren auf sich aufmerksam.

Auch die Kutschen kommen in der Ausstellung nicht zu kurz. Aus der Königlichen Hofwagenfabrik Heinrich Gläser konnte das Hofcoupe aus dem Jahre 1888 in unsere Zeit hinüber gerettet werden. Deutlich später entstand der Gläser-Landauer, der noch heute gewerblich bei Hochzeiten und ähnlichen Anlässen zum Einsatz gelangt.

Bleibt natürlich anzumerken, dass soviel Luxus auch seinen Preis hatte. Es waren die reichsten der Reichen, die sich den Prunk eines Gläser-Unikats leisten konnten. Aber auch Nazigrößen liebten es, sich darin chauffieren zu lassen, das ist bekannt.

Die Gläserwerke waren während des Zweiten Weltkriegs ein wichtiger Rüstungsbetrieb. Hier wurden, auch mit Fremdarbeitern, beispielsweise Bordkanonen für Jagdflugzeuge hergestellt. Nach 1945 war der Nachfolger, der "VEB Karosseriewerke Dresden", einziger Hersteller von Cabriolets in der DDR.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.09.2013

Peter Weckbrodt

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