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Soiree der Palucca Schule in der Semperoper mit Choreografien von Balanchine, Kylian und Naharin

Soiree der Palucca Schule in der Semperoper mit Choreografien von Balanchine, Kylian und Naharin

Sich an Arbeiten großer Choreografen erproben zu können, gehört auch zu den Privilegien von Studierenden der Palucca Hochschule für Tanz Dresden. Eine enorme Herausforderung, die auch voraussetzt, dass sich die gut ausgebildeten, inspirierten jungen Tänzer mit Hilfe ihrer Dozenten und von Gästen über einen längeren Zeitraum speziell auf diese Aufgabe vorbereiten können und mit unterschiedlichen Arbeitsweisen konfrontiert sind.

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Alejandro Martinez Azorin und Natsuki Yamada bei der Soiree der Palucca Schule.

Quelle: Ian Whalen

Bei der Soiree der Dresdner Tanzhochschule zum Abschluss des Studienjahres 2014/2015 mit insgesamt zehn Choreografien gab es gleich mehrere Arbeiten dieser Namhaften, und jede prägte sich auf ihre Weise ein. Sieben Studierende vom 3. Studienjahr, Bachelor Tanz sowie drei junge Tänzer vom Eleven-Programm mit dem Semperoper Ballett tanzten zum Auftakt "Allegro Brillante" von George Balanchine zum Tschaikowski-Klavierkonzert Nr.3, über das er selbst einst sagte: "(-) everything I know about classical ballet in thirteen minutes." Dass das in Absprache mit dem Balanchine Trust sowie mit entsprechenden "Auflagen" produzierte Ballett (Einstudierung: Nanette Glushak, Probenleitung: Olga Melnikova und Jose Cruz) nicht zwingend zu den Glanzstücken von Balanchine gehört, war zu spüren. Es ist eine Arbeit, die außer ihrer genauen Zeit- und Raumkomposition an sich nichts so Besonderes hat. Doch gerade deshalb zwingend verlangt, dass man sie zu etwas Besonderem macht. Also auch in der Gewitztheit und mit dem Charme von Balanchine auf die Bühne bringt. Was nicht so recht glücken wollte. Eine so ursprüngliche Inspiration war in der Choreografie "Un Ballo" von Jiri Kylian, die er einst für die jungen Tänzer vom Nederlands Dans Theater als "Übung für Musikalität und Sensibilität" kreierte, schon mehr zu spüren, in der Einstudierung von Shirley Esseboom und Urtzi Aranburu und unter der Probenleitung von Fernando Coelho. Wobei diese Arbeit, die möglicherweise leicht erscheinen mag, in ihrer musikalischen Bewegtheit nicht minder eine Herausforderung ist. Von der Jiri Kylian auch in seinem Schreiben an die Palucca Hochschule spricht, das er noch vor der Soiree nach Dresden sandte. Darin erzählt er, dass Palucca 1968 in Prag "Un Ballo" erlebt und ihm dazu gratuliert habe. Das sei ein für ihn höchst ermutigendes Bravo gewesen, das er nun auch für die Studierenden erhoffe.

Die stimmigste Arbeit des rund zweistündigen Abends stammt von Ohad Naharin, von dem - wie ebenso von Balanchine und Kylian - längst Choreografien zum Repertoire der Dresdner Tanzhochschule gehören. Bei "Metronome - Boys" (als Ausschnitt aus Decadance, Künstlerische Projektleitung Aya Israeli) war rundum alles auf den Punkt gebracht. Die (überwiegend) Studierenden im 3. Studienjahr, Bachelor Tanz agierten konzentriert und von Naharins spezieller Bewegungssprache deutlich inspiriert, traten quasi als Gemeinschaft auf. Was bei Naharin auch höchst irritierend sein kann. Doch in dieser Abstrahiertheit machte es Sinn, wirkte klar, überschaubar, war frei von absoluter Diktion.

Wie jedes Jahr hatte es bei dieser Hochschulaufführung zum Abschluss des aktuellen Studienjahres erneut Stipendien und Preise gegeben. Bei deren Übergabe Rektor Jason Beechey auch erwähnte, wie sehr ihn vor Jahren der Auftritt von Anna Paunok im "Hexentanz" von Mary Wigman beeindruckt habe. Ebenso wie sie erhielt in diesem Jahr auch der kanadische Tänzer Luke Hayward (Bachelor Tanz) ein Palucca-Stipendium der Dresdner Stiftung Kunst & Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden im Programm des Deutschlandstipendiums. Der DAAD Preis für besonders engagierte ausländische Studierende ging an Zoe Lenzi (2. Studienjahr, Bachelor Tanz), die sich speziell auch im Studentenrat der Hochschule engagiert. Zudem vergab der Verein Talenteschmiede e.V. für das kommende Studienjahr ein Deutschlandstipendium an Jeremy David Nathanael Detscher (2. Studienjahr, Bachelor Tanz).

Ab September beginnt übrigens mit dem Studienjahr 2015/2016 für die Palucca Hochschule das 90. Jahr ihres Bestehens. Was auch einige Überraschungen bieten wird. So gibt es am 4. 12. zur Premiere vom Palucca Tanz Studio 2015 eine Ausstellungseröffnung, und Anfang Januar 2016 wird Paluccas 114. Geburtstag gebührend gefeiert. Für den 5. Mai 2016 ist eine Matinee zur Schulgründung angekündigt mit Choreografien von Absolventen der Hochschule.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.07.2015

Gabriele Gorgas

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