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So. Oder so Dresdner Philharmoniker und Ensemble Mediterrain

So. Oder so Dresdner Philharmoniker und Ensemble Mediterrain

Cross-over geht auch so: Man nehme Musiker der Dresdner Philharmonie und mixe sie mit denen des Ensemble Mediterrain, was kein Problem ist, denn Bruno Borralhinho, der Leiter dieses Kammerensembles, ist auch Mitglied der Philharmonie.

Als Spezialität spielt das Ensemble Musik des Südens und des Westens, also Werke aus Ländern, die weniger im Fokus hiesiger Konzerte stehen, und versucht mehr Aufmerksamkeit auf Französisches oder Spanisches zu lenken. Beim 2. Kammerkonzert auf Schloss Albrechtsberg bedeutete dies im Gegenüber zum angestammten Repertoire auch ein inhaltliches Cross-over.

Doch darin hatte die Begegnung einen etwas unsicheren Stand: Die Konkurrenz der musikalischen Tiefe von Franz Schuberts Streichquartett Nr. 14 "Der Tod und das Mädchen" zu den unterhaltsamen Stücken von Francaix und Albéniz war nur durch die Pause halbwegs aufzufangen. Bei Rahel Rilling und Eunyoung Lee (Violinen), Sonsoles Jouve del Castillo (Viola) und Bruno Borralhinho (Violoncello) waltete über Schuberts hochdramatischem Werk eine eigenwillige Zurücknahme und eine Sparsamkeit an Expressivität, deren klingendes Ergebnis so elegant wie über weite Strecken unverbindlich blieb. Einige aus diesem Boden hervorsprießende dramatische Knospen brachen nie voll auf. Zu freundlich führte Rahel Rilling das Quartett an und irritierte gelegentlich auch mit Mühe bei hohen Tönen. Inmitten der Ähnlichkeiten überraschte im zweiten Satz das leicht und filigran das Thema aufgreifende Violoncello, nur blieben solche Momente rar. Noch im Presto wünschte man sich stärkere rhythmische Präsenz oder wechselnde Farben und Charaktere im Zusammenwirken mit den dynamischen Bewegungen. Auf die Stuhlkante zwang diese Interpretation beim Hören nicht.

Dem so gewitzten wie unterhaltsamen Divertissement für Fagott und Streichquintett von Jean Francaix verlieh Fagottist Philipp Zeller eine wundervolle Mischung aus Noblesse und Humor, in der er gemeinsam mit Ilie Cozmatchi (Kontrabass) seine Quartettkollegen aus dem nachwirkenden Ernst des ersten Programmteils herausriss. "Der Tod und das Mädchen" eignet sich wahrlich kaum als Beginn. In den vier kurzen Sätzen des Divertissements sprudelte das Vergnügen unbändig, die Streicher gaben ihre Zurückhaltung auf und Philipp Zeller setzte den Schlusspunkt als galante Reverenz.

Isaac Albéniz' "Suite Espanola" für Klavier hat Bruno Borralhinho für Septett bearbeitet, die Sätze Sevilla, Granada, Asturia und Castilla beschlossen den Abend. Die aus den Farben der Bläser (dazu: Elisabeth Seitenberger, Klarinette und Hanno Westphal, Horn) und Streicher entstehenden Kontraste verwandelten die Stücke in opulente Bilder, die sehr ausdrucksstark gelangen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.11.2012

Hartmut Schütz

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