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Skulpturen, Plastiken, Grafik und Zeichnungen von Ulrich Eißner in der Villa Eschebach in Dresden

Skulpturen, Plastiken, Grafik und Zeichnungen von Ulrich Eißner in der Villa Eschebach in Dresden

Die musische Mehrfachbegabung Ulrich Eißners, die sich in der Tätigkeit als Bildhauer, Autor, Musiker und Kabarettist manifestiert, bewirkt für das Schaffen des im Brotberuf tätigen Hochschullehrers und Lehrstuhlinhabers einen Synergieeffekt: Mit der facettenreichen Darstellung des Menschen kulminiert hier eine bildhauerische Handschrift, die in ihrer Eigenheit und Originalität für Dresden von besonderem Gewicht ist, nicht nur, weil sie in der Tradition hier gewachsener Kunst steht, sondern auch etwas ungewohnt Neues in die Bildsprache der plastischen Kunst einbringt.

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Ulrich Eißner: Porträt S. Klotz, Kunststoffguss, 2006.

Quelle: H. Weißflog

Ulrich Eißner zeigt in seiner jetzigen Ausstellung in der Villa Eschebach eine repräsentative Auswahl von Plastiken, Holzskulpturen, Grafiken und Zeichnungen, die einem existenziellen Menschenbild folgen, das durch Charakter und Persönlichkeit psychologisch einfühlsam im Porträt und in der Figur mit affektiven Momentaufnahmen überzeugt.

Erstaunlich für Eißner ist seine Vielseitigkeit, der sich in allen plastischen Materialien zu Hause fühlt: Gips, Bronze, Porzellan, vor allem Polymerbeton für Outdoor-Plastiken, sowie spezielle polymere Gipse dienen ihm als Medium. In der Holzskulptur arbeitet er gern am gespaltenen oder verwitterten Stamm oder Wurzelholz und nutzt die Naturform für zahlreiche allegorische Figuren ("Bocksgesang", "Tanzende Vanitas"), in denen sich die Erdverbundenheit Eißners ausspricht. Die Arbeiten des studierten Theaterplastikers (seit 2005 mit einer außerplanmäßigen Professur an der HfBK Dresden) haben oft eine gewisse Theatralik und ein leichtes Pathos der Geste, die in den originellen "Menschentoren" ihren Höhepunkt finden (z.B. "Menschentor", Bronze, 1998, 3 Porzellanreliefs "Paare", "Zweierbeziehung", Bronze). Umarmungen, O-förmige Körperverbindungen und klangvolle Reigen erinnern immer wieder an Rodins und Brancusis Beschäftigungen mit Literatur und Musik. Comédie Humaine und "Göttliche Komödie" vereinen sich in Eißners Theatrum Mundi auf besondere Weise: Zwischen schicksalhaftem Leiden und glückvollem Überschwang setzt Eißner auch stille, verhaltene Akzente, den menschlichen Affekten auf der Spur ("Schreitende", "Offenherzige, "Verlegene"). Dabei fühlt er immer dem Zwischenmenschlichen auf den Zahn. Bei seiner "Schwangeren" ist das noch ungeborene Kind in einer Höhlung aus Holz rückseitig eingesenkt ("Schwanger", Ahorn, 2009).

Augenscheinlich ist Eißners Satire auf Politik, Moral und Gesellschaft. Hier kommt ihm sein kabarettistisches Talent zugute. In der Serie "Stützen der Gesellschaft" (2011/12) mit sechs Plastiken aus Polymergips arbeitet Eißner das Trauma der Überwachungsgesellschaft ab. Überlebensgroße, wuchtige Figuren in sterilem Weiß, als Dreiergruppen postiert, dominieren das Erdgeschoss des Hauses und "stören" den Gesamteindruck der Ausstellung durch provokante Fragen. Durch die kantige Klobigkeit und Voluminösität der Figur erreicht Eißner ein unbestimmtes Grauen, dem der Blick des Betrachters eher ausweichen will. Ein ironischer Seitenhieb auf die Auswüchse der Konsumgesellschaft ist die Skulptur "Verbraucher, beuteltragend" (Rüster, 2012).

In der Reihe Porträtbüsten von Prominenten stehen vor allem die Porträts von Kurt Masur (2004), Victor Klemperer (2002), Leo Lessing (2010), Stefan Heym (2003), Rafael Frühbeck de Burgos (2006) sowie die Porzellanbüste von Ulrike Scheffler, vormals Geschäftsführerin des Neuen Sächsischen Kunstvereins. Neben einigen gelungenen Zeichnungen in Kohle, Kreide und Grafit, die Eißner lieber als Skizzen und Vorbereitungen auf die plastische Arbeit versteht, brillieren Holzschnitte und eine Reihe von jährlich erscheinenden Reliefplaketten aus Terrakotta, darunter die schöne Arbeit "Toleranz" von 2004, die neben weiteren 15 Arbeiten in einer Vitrine zu sehen ist. Heinz Weißflog

bis 15. Dezember, Villa Eschebach, Dresdner Volksbank-Raiffeisenbank eG, Georgenstraße 6, geöffnet Mo & Mi 8.30-18, Di & Do 8.30-16, Fr 8.30-13 Uhr, Kontakt: Tel. 0351/ 8131-0

www.ddvrb.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.11.2012

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