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Sir Robin & The Longbowmen mit erster LP im Beatpol

Frisch ausgepackt Sir Robin & The Longbowmen mit erster LP im Beatpol

Die Dresdner Garage-Band Sir Robin & The Longbowmen feiert am Freitag im Beatpol ihre erste LP –und Kassette. Auch wenn die Musiker auf der Retro-Schiene unterwegs sind, in eine Schublade lässt sich die Band nicht pressen.

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Das Artwork des Album-Covers wurde von der Dresdner Künstlerin Wiebke Herrmann gestaltet.

Quelle: PR

Dresden. Und schnapp, da ist sie wieder zu, die Ohrenfalle! Die Retro-Keule wird ausgepackt, man überbietet sich gegenseitig im Nennen von Referenzbands, die man zu erkennen glaubt und die nun so was von hundertprozentig für Sound und Material von Sir Robin & The Longbowmen Pate gerockt haben sollen. Je nach Baujahr des Zuhörers werden die Sechziger bemüht, die Siebziger, glaubt man, die Truppe sei schon in Woodstock dabei gewesen oder hat in der indischen Phase der Beatles George Harrison das Lämpchen gehalten. Das ist herrlich störrisch!

Sir Robin & The Longbowmen sind eine Dresdner Band. Die Stadt bekommt auf ihrer Bandcamp-Seite genauso „tags“ wie Garage, Psychedelic und Krautrock. Nach einer EP ist nunmehr die erste Langspielplatte fertig. Sie erschien im Januar im Selbstvertrieb online und wird just am Abend ihres Konzerts im Beatpol als Vinyl und Kassette ediert! Im günstigsten Falle sind sieben Musiker auf der Bühne, im Studio waren es schon mal zehn. Die jungen Menschen heißen in der Reihenfolge ihrer Instrumente: Konrad Reichel (Gesang), Thomas Jahn (Synthesizer & Effects), Friedrich Griese (Gitarre), Stefan Hühn (Gitarre, Sitar), Manuel Puschmann (Organ, Gesang), David Humphrey (Bass, Gesang), Robin Heller (Drums, Percussion, Gesang) sowie temporär Miriam Neumann (Gesang), Martin Uslaub (Gesang), Felix Raskiewicz (Bass) – so viel Zeit muss sein, denn die selbstbetitelte Scheibe ist ein echtes Gemeinschaftswerk und Folge von Zielstrebigkeit seit Jahren.

Immer wieder fällt das Wort vom Jammen, forscht man ein wenig im Longbowmen-Universum. Mit einer alten DDR-Orgel und viel Esprit auf Partys soll es 2010 begonnen haben. Ob es nun die Musik ihrer Väter oder Großmütter ist, dürfte Banane sein! Wichtig ist das, was man als Vater oder Großmutter von ihnen zu hören bekommt. Das Material präsentiert sich stimmig und energiegeladen, als Kind bester Laune und folgt dem Überlebensinstinkt einer oft totgesagten, jedoch nie tot zu bekommenden Musik. Und sei es nur der Geist von ihr. Was auffällt: herrlich dreckiger Gesang, brodelnd, pfiffig, abgehangen. Dann: Diese Elementarschwingung aus Surf’n‘Turf, Shoegaze, Öllappen auf psychedelischen Flächen. Sitar trifft Orgel – wir nennen das Geisterbeschwörung mit Rauchzeichen.

Dabei ist das Ganze nicht Jux und Dollerei, sondern folgt einem feinen Sinn. Die Entscheidungsträger im Beatpol, die ja nicht jeden auf die Bühne lassen, wissen: „Knödeliges Selbstmitleid so mancher regionaler Standgas-Musiker sowie herbeigedachte künstlerische Erleuchtung ist ihnen dabei so fremd wie nur irgendwas. Auch textlich wird Aufgeblasenes tunlichst vermieden, geht es um Abgründe und Lichtblicke, um mit Ein-, Zwei- und Dreideutigkeiten angereicherte Lakonie.“ Der Beweis für Letzteres? „Sunshower“ allein als Name. Es gibt eben kein Wort im Deutschen für Regen in der Sonne.

Willkommen, Sir Robin & The Longbowmen! Wir hören mindestens genauso gern und genau hin, wie wir das mit den beiden Bands getan haben, die an diesem Freitagfeierabend mit ihnen antreten. Die Surfrockbeater der Roaring 420’s waren übrigens schon dabei, als Sir Robin & The Longbowmen Weihnachten 2012 ihr erstes Dresden-Konzert gespielt haben – damals noch in der originalen Blauen Fabrik auf der Prießnitzstraße.

Sir Robin & The Longbowmen mit Tourette Boys und The Roaring 420s, Freitag, 21 Uhr, Beatpol

Von Andreas Körner

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