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Sigúr Ros zwischen Simpsons-Episode und neuem Album "Kveikur"

Sigúr Ros zwischen Simpsons-Episode und neuem Album "Kveikur"

Homers Freund Carl Carlson klaut den Lotteriegewinn der Simpsons und macht sich auf nach Island, wo er Jahre seiner Kindheit verbracht hat (oder haben will). Um sich das Geld zurückzuholen, müssen ihm Homer & Co.

hinterher - das Abenteuer kann beginnen. Und wenn schon Island, dann auch Sigur Rós. In der Episode "The Saga of Carl", ausgestrahlt am 19. Mai 2013, "spielen" sich die drei selbst - und steuerten die Musik bei. Simpsons-Erfinder Matt Groening: "Ich bin ein Langzeitfan der Band, und wir fühlen uns geehrt, ihre isländischen Ambient-Stimmungen in unsere alberne Cartoon-Show zu bringen."

Der Simpsons-Abstecher lag genau zwischen zwei neuen Veröffentlichungen. Einerseits brachten Sigur Rós mit der DVD "Valtari Film Experiment" eine Sammlung mit 16 Clips heraus, andererseits steht mit "Kveikur" die Veröffentlichung der ersten CD als Trio an. Die DVD zeigt sich dabei als Kniff, denn die im Mai 2012 erschienene CD "Valtari" war hörbar nur ein Zwischending. Zumeist impressionistische, stille Stücke treten etwas auf der Stelle, großflächige Instrumentals verdrängen das Falsett Jonsi Bigissons, Songstrukturen werden bestenfalls angedeutet. Eine CD wie ein Luftholen. Als hätten es Sigur Rós selbst geahnt, schrieben sie kurzerhand einen Fan-Wettbewerb aus und beauftragten parallel mit schmalem Budget befreundete Künstler und Regisseure, zu "Valtari"-Stücken Kurzfilme zu drehen. Das Ergebnis ist ein zweistündiges Erlebnis, das Kontroversen anregt. 16 Filme zwischen Experiment und schlichter Erzählung, selten die Musik offensiv brechend, dafür mit zahllosen visuellen Feinheiten, gleich ob Animation oder Realfilm als Stilmittel gewählt wurde. Was auffällt: Sigur Rós fordern förmlich Zeitlupe und -raffer heraus.

In der Bunt- und Gesamtheit sind die zwei Stunden faszinierend, besonders auch durch Tanz-Performances u.a. von Selma Banich, Shia LaBeouf und Denna Thomsen. Als Regisseure beteiligt sind u.a. Nick Abrahams, Alma Har'el, John Cameron Mitchell, Ramin Bahrani, Ryan McGinley und Arni & Kinski.

"Kveikur" beginnt mit einer Drohung: Kehlige Geräusche, direkt aus der Lava gefiltert, zornige Bässe, schwarze Gitarren, peitschender Grundrhythmus. Nur ein weiteres Mal, später beim giftigen Titelstück, siegt das Dunkle in Gänze. Sigur Rós klingen weiter nach Sigur Rós, was sich allerdings zuletzt vor allem in der Breite wiederfand, kommt jetzt wieder auf den Punkt. Das bedeutet nicht die komplette Pop-Verweigerung, aber es bringt neues Leben in die Band, die die Laufzeit der siebente Platte überdauern wird und live zu neuen Zentren führt. Famos dabei, wie Hólm, Birgisson und Dýrason (der vielhändiger sein darf, u.a. mit mehr Percussions wie Schellen und Gongs) mit Waldhorn und Posaune arbeiten lassen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.06.2013

Andreas Körner

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