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Semperoper Dresden beginnt Hommage an Hans Werner Henze

Semperoper Dresden beginnt Hommage an Hans Werner Henze

Ein solches Bühnenbild gab es in der Semperoper noch nie. Wenn Hans Werner Henzes Kriegsdrama „Wir erreichen den Fluss“ („We come to the River“) am Donnerstag in Dresden Premiere hat, werden die Protagonisten von der Bühne quer durch den Saal schreiten.

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Hans Werner Henze 1966 am Pult der Sächsischen Staatskapelle. Der Komponist dirigierte damals ein Konzert im Schauspielhaus.

Quelle: E. Richter

Etwa 70 Sänger in 100 Rollen und drei Orchester auf drei Ebenen okkupieren das Haus und ziehen das Publikum direkt in das Geschehen hinein. 1976 wurde das Stück nach einem Text von Edward Bond im Londoner Covent Garden uraufgeführt.

Vielleicht ist es Henzes politischstes Werk. Die Semperoper spricht von einer „Stellungnahme gegen Krieg, Fremdherrschaft und Unterdrückung“. Der heute 86 Jahre alte Henze schrieb es unter dem Eindruck des Vietnam-Krieges und des Putsches gegen den chilenischen Präsidenten Salvador Allende. Regisseurin Elisabeth Stöppler will die Handlung in einer beklemmenden Atmosphäre erzählen. Militärs stürmen brutal das Opernhaus und machen die Künstler zu Geiseln. Die Bühne von Rebecca Ringst gerät zum Schlachtfeld. Die Inszenierung dürfte für eher traditionsbewusste Opernfans zur Herausforderung werden. Stöppler ist gespannt darauf, ob sich eine Dynamik zwischen Publikum und Akteuren herstellt.

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Ein Komparse probt in der Semperoper in Dresden eine Szene der Oper „Wir erreichen den Fluss“

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Ohnehin haben die Dresdner Gelegenheit, sich in der neuen Spielzeit an Henze zu reiben. Unter dem Slogan „Hommage an Hans Werner Henze“ soll dem Maestro gehuldigt werden. Seine jüngste Oper „Gisela! oder: Die merk- und denkwürdigen Wege des Glücks“, deren revidierte Fassung 2010 in Dresden uraufgeführt wurde, ist am 19. und 28. September zu sehen. In „El Cimarrón“ thematisiert Henze die Lebensgeschichte eines Sklaven in Kuba. Das Kammerstück, das Henze 1969/1970 während eines Aufenthaltes auf der Revolutionsinsel schrieb, kommt am 29. und 30. September als Gastspiel in der Semperoper auf die Bühne.

Für den mehrteiligen Ballettabend „Bella Figura“ schuf Helen Picket eine Choreografie zu Henzes „Das Vokaltuch der Kammersängerin Rosa Silber“ (Premiere: 28. Oktober). Auch die Staatskapelle Dresden unter ihrem neuen Chefdirigenten Christian Thielemann hat in der neuen Saison viel Henze im Repertoire. Bei den Osterfestspielen in Salzburg ist am 26. März 2013 sogar eine Uraufführung geplant. „Isoldes Tod“ für Orchester entstand als Auftragswerk der Salzburger sowie der Staatskapelle Dresden, die fortan als Hausorchester das renommierte Festival bespielt.

Für Dresden ist das Bekenntnis zu Henze nichts Neues. Schon seit 1961 stehen seine Werke hier auf dem Spielplan von Staatskapelle und Oper. 1966 dirigierte er in Dresden die DDR-Erstaufführung seiner 5. Sinfonie und weitere Stücke. 1967 war „Der junge Lord“ zu sehen, 1989 „Undine“. Nach der Wende folgten „Tristan“ (1992), „Die Bassariden“ (1997) und „L’Upupa und der Triumph der Sohnesliebe“ (2002).

Die Ideengeberin für die Henze-Spielzeit in Dresden kann die Früchte ihrer Arbeit nicht mehr erleben. Intendantin Ulrike Hessler erlag Ende Juli einem Krebsleiden. Für sie war das Werk von Hans Werner Henze eine Herzenssache. Deshalb wird man gerade bei den Aufführungen seiner Werke auch an die frühere Intendantin denken.

Von Jörg Schurig, dpa

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