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Semesterabschluss als Neustart: Das TU Sinfonieorchester musizierte unter neuer Leitung in der Lukaskirche

Semesterabschluss als Neustart: Das TU Sinfonieorchester musizierte unter neuer Leitung in der Lukaskirche

Es war wohl ein Semesterausklang inklusive Neuanfang, den das Universitätsorchester Dresden in der Lukaskirche musikalisch beschloss. Das anspruchsvolle Programm mit zwei Werken von Edward Elgar und Ausschnitten aus Sergej Prokofjews "Romeo und Julia" hatte noch die langjährige Orchesterleiterin Monica Buckland konzipiert.

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David Holzinger

Quelle: PR

Doch nachdem sie im April von Sinfonieorchester und Kammerphilharmonie der TU Dresden überraschend als Leiterin abberufen wurde, dirigierte in Vertretung der junge Österreicher David Holzinger das Orchester. Holzinger, der an der Dresdner Musikhochschule noch bis 2015 studiert, brachte an dem heißen Sommersonntag nun musikalisch frischen Wind ins kühle Kirchenschiff.

Holzinger führte das Sinfonieorchester der TU stets mit ruhiger Geste, entwickelte etwa in Elgars Ouvertüre "Cockaigne" (1901) samtene, fast gefühlige Klangfarben, um die im Werk angelegte Geschichte von einem Liebespaar in London hörbar zu machen. Seine Gesatltung ließ auch in den nachfolgenden Stücken klares Gespür für feine, noch so kleine Abstufungen hörbar werden. Holzinger erschien dabei von Anfang an als selbstbewusster, begabter junger Mann, der genau weiß, was er will und wohin er mit dem Orchester will.

Höhepunkt war schließlich Elgars Cello-Konzert in e-Moll (1919), bei dem das Orchester zusammen mit dem erst 18-jährigen Friedrich Thiele vom Dresdner Landesgymnasium für Musik deutlich melancholischere Saiten anschlug. Holzinger gab Friedrich Thiele und seinem Cello großen Raum zur Entfaltung, bettete die Solostimme behutsam in den Orchesterklang ein. Den Blick nach oben gerichtet, entlockte der junge Dotzauer- und mehrfache "Jugend musiziert"-Preisträger seinem Instrument mit konzentrierter Geste die ganze Bandbreite der Streichermelancholie, die das Orchester immer wieder aufnahm. Dem anhaltenden Applaus ließ Thiele eine kurze Zugabe auf seinem Cello folgen, in der er sich noch einmal von einer lebhafteren Seite zeigte.

Mit Prokofjews "Romeo und Julia" ließ das Orchester den Nachmittag dann in einem Wechselbad der Gefühle zwischen Hass und Liebe auf musikalisch hohem Niveau ausklingen. Fast schien das Stück gar das vergangene Sommersemester und die damit verbundenen Ereignisse im TU Orchestergefüge ein wenig widerzuspiegeln. So fand ein weder euphorischer noch bedrückter Konzertnachmittag seinen kongenial passenden Abschluss -, der gleichsam einen vielversprechenden Einstand des Interimsdirigenten David Holzinger markierte. Denn soviel steht fest: Auch das Konzert des TU Sinfonieorchesters im Februar 2015 wird Holzinger dirigieren. Wie es danach mit der Orchesterleitung der beiden TU Klangkörper weitergeht, ist bislang unklar.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.07.2014

Nicole Czerwinka

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