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Scott Matthew kommt mit einem noch traurigeren Album in die Schauburg

Scott Matthew kommt mit einem noch traurigeren Album in die Schauburg

Es geht in die nächste Schmerzrunde. Auf dem Albumcover von Scott Matthews fünfter Platte "This Here Defeat" (2015, Glitterhouse) ist ein Gemälde eines belgischen Malers, darauf ein sitzender Mann vor einer offenen Tür.

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Psychedelisch? Melancholisch? Christusgleich? Jedenfalls Scott Matthews.

Quelle: PR

Ein Bild des Abschieds. Und auch das Poster: Scott Matthew von hinten, auf seinem großen schwarzen Rücken stehen Termine. Es ist seine aktuelle Tour durch die Qualen des Herzens. Und so klingt die Platte auch. Schon den ersten Song "Effigy" drückt eine schwere Chello-Melodie nach unten, bevor ihn die Gitarre mühsam etwas anheben kann. Aber nie mehr als halbhoch, er bleibt im Moll-Bereich, bei den traurigen Gefühlen. "A burning effigy of you and me, it's something that we used to be", lauten die ersten beiden Zeilen. Die brennende Erinnerung an eine Liebe, die nicht mehr existiert. Später singt er mit seiner dahin gehauchten Baritonstimme auch: "Bereite dich auf ein gebrochenes Herz vor". Wer eins hat, also ein gebrochenes Herz, sollte vorsichtig sein mit der Dosierung dieser Musik.

Thematisch ist das alles kein Neuland für den in New York lebenden Australier. Schmerz ist eigentlich der Ort, in dem er sich mit seinen Texten schon immer aufgehalten hat, mit wenigen Ausflügen in den Bereich des Frohgemuts, der meistens den Zeitpunkt umschreibt, an dem eine neue Liebe beginnt. Dabei hat er wie immer seine Ukulele, wenn die auch seltener zum Einsatz kommt. Wichtigstes Instrument bleibt die Akustikgitarre, die er bei Auftritten beinahe streichelt, so als wär sie sein Geliebter, einer, der ihn nie verlassen wird. Nach einem Kahlschlag sind die schwarzen Haare jetzt richtig lang und der Bart ist noch länger; ein bisschen könnte man das auch von Scott Matthews Musik behaupten. Aber wenigstens ist die immer noch unglaublich anschmiegsam und textlich für jeden nachvollziehbar. In zehn sparsam instrumentierten Songs singt er sich vom Versuch des Vergessens über den halbironischen Titelsong - das musikalische Ich wollte ein Lied schreiben, damit die ganze Welt erfährt, was alles falsch gelaufen ist, beschließt aber dann, dass es nichts mehr zu sagen gibt und der Gegangene nicht auch noch einen Song hinterhergeworfen bekommen soll, den er natürlich trotzdem bekommt - bis zur Erkenntnis, dass es eine Ehre war, den anderen wenigstens für eine Weile geliebt haben zu dürfen.

Scott Matthew mag einen langen Leidensprozess hinter sich haben, denn er hat ein noch traurigeres Album produziert als es seine Vorgänger schon waren. Aber immerhin ging es schnell. In nur sechs Tagen nahm er es mit Jürgen Stark (Gitarre), Eugene Lemcio (Piano, Bass) und Sam Taylor (Cello) in Lissabon auf. In einer Stadt, die Scott bei einer früheren Kooperation lieben gelernt hat. Wenn es schon mit den Männern nicht dauerhaft klappt, vielleicht funktioniert es ja mit den Städten.

Scott Matthew spielt heute in der Schauburg, Beginn ist 20 Uhr

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.04.2015

Juliane Hanka

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