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Schweden küsst Lateinamerika

Schweden küsst Lateinamerika

Sharing different heartbeats in one night - so singt José González in einem seiner Lieder. Wie es der Musiker von der Bühne verkündete, müssen sich die Besucher im Alten Schlachthof auch gefühlt haben.

Dresden. Sharing different heartbeats in one night - so singt José González in einem seiner Lieder. Wie es der Musiker von der Bühne verkündete, müssen sich die Besucher im Alten Schlachthof auch gefühlt haben: Zwar standen sie dort als eine große, sich unbekannte Masse, waren jedoch verbunden durch ein großartiges Gemeinschaftsgefühl. Mit "Crosses", einem seiner ersten Hits, steht José González zu Beginn ganz allein auf der großen Bühne. Schlicht in Schwarz gekleidet, zurückhaltend, aber dennoch mit einer einnehmenden Präsenz. Wo eben noch geredet wurde, wird es ganz still. Doch so ruhig soll es den Abend nicht bleiben.

Gleich nach dem ersten Titel erhält José González durch eine vierköpfige Band Unterstützung. Der lateinamerikanische Einfluss, der bei dem schwedischen Indiefolk-Musiker in den letzten Jahren immer wieder zutage trat, wird durch die Band intensiviert, das Tempo nach oben geschraubt, der Mit-dem-Fuß-Mittipp-Faktor verstärkt. Mitunter muss sich auch das Publikum daran gewöhnen, dass González' gewohnt puristischen und melancholischen Liedern nun ein mitreißender und neuer Anstrich verpasst wird. Schließlich ist man von seinen beiden Alben "Veneer" und "In Our Nature" ruhigere Kompositionen gewöhnt.

Doch irgendwann groovt es, die Band harmoniert und wird locker - und mit ihr der Zuschauer. Gegen den Charme dieser besonderen Mischung konnte sich ab der zweiten Hälfte des Konzerts niemand mehr wehren. José González erweitert nicht nur auf seinem neuen Album "Vestiges & Claws" seinen musikalischen Spielraum, sondern interpretiert auch seine alten Lieder neu. Durch den verstärkten Einsatz von Clapping, Beats, Congas, Schlagzeug und einer weiteren Gitarre klingen ältere Songs wie "Killing for Love" und "Down the Line" unverbraucht und frisch. Dadurch schafft er es, die Lieder seines Album problemlos und ohne Bruch mit den alten, bekannten zu verflechten.

Wunderbar leichtfüßig gelingt das bei "Let It Carry You" oder "Leaf off / The Cave". Zwar hat er sich auf seiner neuen Platte weiterentwickelt, doch spricht es für ihn und auch besonders für seine Band, wenn dies nicht auf gravierende Art und Weise im Programm des Abends auffällt. Alle Lieder besitzen den gleichen Fluss, die gleiche Energie, egal, wie alt sie sind.

Wie jeder Musiker, der sein neues Album vorstellen möchte, musste auch José González feststellen, dass die Zuschauer am liebsten doch das hören wollen, was sie bereits kennen und mögen. González wusste um diese Tatsache und hielt sich seine beiden bekannten Cover-Versionen "Teardrop" und "Heartbeats" bis zum Ende auf - letzteres übrigens wunderbar intensiv mit dreistimmigem Gesang und Glockenspiel interpretiert.

von annette thoma

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