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Schwan und Hummelflug: Maria Perlt an der Staatsoperette Dresden

Schwan und Hummelflug: Maria Perlt an der Staatsoperette Dresden

Sie sang schon die Königin der Nacht in Mozarts "Zauberflöte", die Adele in der "Fledermaus" und die Emilie in Strauß' verrücktem Stück "Cagliostro" an der Staatsoperette Dresden. Nun darf Maria Perlt zum ersten Mal in die Rolle einer magischen Prinzessin schlüpfen.

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Über den Umweg Pforzheim wieder in Dresden: Maria Perlt.

Quelle: PR

Dresden. Die 30-Jährige steht in Nikolaj Rimskij-Korsakows Oper "Das Märchen vom Zaren Saltan" als Schwanhilde auf der Bühne. In dieser Partie verwandelt sie den Prinzen in eine Hummel - und beschwört so den berühmten Hummelflug in dem Stück herauf -, um sich später in dessen Prinzessin zu verwandeln. Heute Abend ist Premiere.

Von Aufregung ist Maria Perlt bei dem Gespräch in der Kantine der Operette allerdings noch nichts anzumerken. Die Dresdnerin gehört seit März zum festen Ensemble des Hauses - und sie fühlt sich pudelwohl hier. "Für einen Sänger ist es natürlich ein Traum, ein Engagement in der Heimatstadt zu bekommen. Da habe ich großes Glück gehabt", erzählt Maria Perlt mit leuchtenden Augen. Nach dem Studium an der Dresdner Hochschule für Musik Carl Maria von Weber von 2007 bis 2012 zog es sie für zwei Jahre ans Stadttheater in Pforzheim. Es habe sie selbst überrascht, dass sie nun so schnell wieder in Dresden gelandet ist. Auslöser war eine konzertante Aufführung von Leonard Bernsteins Musical "Candide" zusammen mit dem Orchester der Staatsoperette und der Singakademie Dresden an der Musikhochschule. Maria Perlt sang die Partie der Cunegonde und Wolfgang Schaller wurde auf sie aufmerksam.

Zu diesem Zeitpunkt war die junge Sängerin bereits in Pforzheim, sang hin und wieder als Gast an der Kammeroper in München. "Die zwei Jahre in Pforzheim waren dennoch toll, ein sehr guter Start ins Berufsleben", sagt sie. An der Staatsoperette ist Maria Perlt nun als Koloratur- und Soubrette-Sopran engagiert. Das leichte Fach liegt ihr - auch deshalb, weil sie für ihr Leben gern schauspielert: "Ich bin ein absolutes Bühnentier, ich lebe mich gern darstellerisch aus, kann dem Publikum so viel besser Emotionen einer Rolle vermitteln", erzählt die junge Sängerin. Als Schwanhilde in Nikolaj Rimskij-Korsakows Märchenoper ist dies allerdings nicht ganz so einfach wie sonst: "Die Figur ist eben eine Feengestalt, sie erscheint und ist einfach da. So richtig menschlich werden darf ich erst am Ende, als der Prinz versteht, dass ich für ihn bestimmt bin."

Es sei eine sehr sanfte Rolle, eine sonderbare Figur, wie es im Märchen typisch ist. Die Oper erzählt die Geschichte von drei Schwestern, von denen eine die Frau des Zaren wird. Als sie ihm einen Sohn zur Welt bringt, legen die anderen beiden sie mit einer List herein, indem sie dem Zaren erzählen, das Kind sei nicht seines. Er schickt seine Frau und den Prinzen auf eine Odyssee in die Verbannung - wo beide dann dem Schwanenwesen begegnen. "Mir kommt es ein bisschen vor, wie eine Mischung aus vielen Märchen. Die Musik ist herrlich romantisch, wirklich schön", erzählt Maria Perlt. Regie in dem Stück führt Arne Böge, das große Orchester leitet Andreas Schüller. Die Puppenspieler des Theaters Junge Generation beschwören mit Puppen auf der Bühne zusätzlich Märchenillusionen herauf. Für die Sänger sei es eine Herausforderung, dass sie in dem Stück auch aus dem Off singen und das große Orchester dennoch übertönen müssen. "Aber letztlich gibt es in jedem Stück eine andere Herausforderung", sagt Maria Perlt.

Sie freut sich schon auf die Premiere - und erzählt kurz vor dem Abschied noch schnell, welche Partie sie irgendwann unbedingt mal singen möchte: "Mein Traum wäre es, die Cunegonde in 'Candide' in einer richtigen Inszenierung hier an der Staatsoperette zu singen. Die Rolle ist einfach so wahnsinnig facettenreich, musikalisch wie schauspielerisch. Das reizt mich", sagt sie. Doch heute ist nun erst einmal der Schwan dran.

Premiere: "Das Märchen vom Zaren Saltan", Staatsoperette Dresden, heute 19.30 Uhr www.staatsoperette-dresden.de

Nicole Czerwinka

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