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Schulkonzerte Dresden: Erhalt, aber Reduzierung des Angebots

Schulkonzerte Dresden: Erhalt, aber Reduzierung des Angebots

Was die seit mehr als 100 Jahren (!) existierenden Dresdner Schulkonzerte auszeichnet, ist ihre hohe künstlerische Qualität, ihr breites Spektrum und die bis dato hochengagierte Arbeit der von Sinn und Notwendigkeit der vorbildlichen Einrichtung überzeugten Pädagogen.

Denn das Angebot, das vielen Kindern, Jugendlichen und auch deren Familien zugängig sein soll, war und ist nur möglich durch ein weit gespanntes Netz von Aktivitäten und eine kundige Organisation.

Noch vor der Feier zum 100-jährigen Bestehen allerdings hatte die Sächsische Bildungsagentur im Frühjahr 2012 angekündigt, dass die bisher dafür bewilligten 20 Lehrerwochenstunden für die Koordination der Schulkonzerte ab dem Schuljahr 2013/14 durch den Freistaat nicht mehr finanziert werden. Mit der Begründung, die Unterrichtsversorgung an den Schulen habe Vorrang und dass es nirgendwo in Sachsen sonst eine derartige Kooperation gebe.

Womit sich die Stadt Dresden nun auf sich allein gestellt sah. Die Lösung, die jetzt als Kooperationsvereinbarung zwischen dem Kulturamt der Landeshauptstadt, der Sächsischen Bildungsagentur, Regionalstelle Dresden, und dem Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden präsentiert wurde - mit einjähriger Laufzeit, aber dem erklärten Willen zur Fortsetzung -, ist indessen eine Lösung mit harten Kompromissen. Denn sie erklärt zwar den Fortbestand der Schulkonzerte, ist aber zugleich mit einer deutlichen Reduzierung des Angebots verbunden. Wie Dresdens Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) gestern verkündete, besännen sich die Schulkonzerte nunmehr auf ihre "Kernkompetenz", d.h. im Zentrum stünden künftig v.a. die unterrichtsbegleitenden Veranstaltungen. Knapp 100 sind das im kommenden Schuljahr. Gestrichen werden zahlreiche Sonderkonzerte und Familienangebote - Veranstaltungen, in die Kinder und Jugendliche gemeinsam mit Eltern und Geschwistern zu sehr moderaten Preisen gehen konnten. Für viele Familien, wissen erfahrene Pädagogen, war das nicht selten die einzigen Möglichkeit, an diesen Formen des kulturellen Lebens teilhaben zu können.

Stadt gibt reichlich 100 000 Euro

Insgesamt waren es unter der Marke Schulkonzerte 2012/13 noch 186 Veranstaltungen, davon 90 unterrichtsbegleitende, 2013/14 werden es nur noch 139 sein bei 91 an den Lehrplan gebundenen für die Klassenstufen 1 bis 8. Allerdings, so betonte Lunau, könnten Sonder- und Familienkonzerte noch besser ausgelastet werden, was hieße, dass die Anzahl der Besucher nicht reduziert, sondern diese nur in andere Veranstaltungen gelenkt werden müssten.

Den Hut für die Schulkonzerte hat ab dem kommenden Schuljahr nun das Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden auf. Dr. Michael Liebscher, Lehrer am Gymnasium Plauen und bisher mit Anne Leitner für die Koordination der Veranstaltungen zuständig, übergibt die Verantwortung an das HSKD. Er werde aber auch weiterhin gern mit Rat zur Verfügung stehen, sagte der Pädagoge gegenüber DNN. Seine Aufgaben übernehmen, wie Kati Kasper, HSKD-Geschäftsführerin, mitteilte, Sylke Hebenstreit und Bernd Woschick, beide fest angestellte Instrumentallehrer am Konservatorium. Sie unterstützen wird - über einen Honorarvertrag mit der Einrichtung - zunächst auch noch Anne Leitner.

Finanziert werden die Schulkonzerte durch die Stadt Dresden mit, wie Lunau sagte, reichlich 100 000 Euro. Das Leistungsangebot liege zwar nunmehr in der Gesamtverantwortung des Konservatoriums, werde aber keinesfalls zu einer Reduzierung oder Belastung des Eigenangebots der Musikschule führen. Das bedeute auch, so Kati Kasper, dass der Arbeitsaufwand der beiden HSKD-Pädagogen für die Schulkonzerte durch zusätzliche Honorarkräfte ausgeglichen werde. Von der Bildungsagentur erhalten die Schulkonzerte und deren Koordinatoren fachliche und inhaltliche Unterstützung, ergänzte Anja Stephan, Leiterin der Dresdner Regionalstelle.

Für ein Jahr scheint diese durch die Stadt finanzierte Kooperation jetzt in trockenen Tüchern. Wie Lunau erklärte, will die Stadt die Schulkonzerte auch über diesen Zeitraum hinaus erhalten und fördern. Angesichts dessen, dass dieses Angebot für die kulturelle Bildung der Heranwachsenden immens wichtig ist, bleibt eine langfristige Finanzierung und Organisation unabdingbar.

P.S. Um Druckkosten zu sparen, gibt es das Jahresprogramm übrigens demnächst nur noch komplett im Internet.

iwww.hskd.de

www.dresdnerschulkonzerte.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.07.2013

Kerstin Leiße

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