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Schüler des Landesgymnasiums spielen ein Werk von Benjamin Britten

Schüler des Landesgymnasiums spielen ein Werk von Benjamin Britten

Bunte Theatermasken hängen vor den Türen der Aula am Landesgymnasium für Musik Carl Maria von Weber in Dresden. Auch dahinter geht es bunt zu. Die Proben für Benjamin Brittens Oper "Der kleine Schornsteinfeger" (1949) sind in vollem Gange.

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Vom Ruß befreit: "Der kleine Schornsteinfeger" wird am Landesgymnasium für Musik in Dresden von Schülern der 6. bis 8. Klassen in Szene gesetzt.

Quelle: Uwe Witzel

Auf der Bühne haben die Kinder gerade den kleinen Sam im Schrank versteckt. Das Orchester spielt, geleitet von Musikstudent Daniel Spogis, die dazugehörigen Töne.

Die Aufführung von Brittens Kinderoper anlässlich des 50. Bestehens des Landesgymnasiums ist eine große Sache. Ein Opernprojekt dieses Umfangs hat es an der Schule bislang noch nicht gegeben. Beteiligt sind die Klassenstufen 6 bis 8 sowie Studierende der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden. "Normalerweise macht bei uns eine Klasse im Schuljahr ein Theaterstück für die Grundschulen. Jetzt haben wir das zum Jubiläum auf ein großes Opernprojekt ausgeweitet", sagt Prof. Marlies Jacob, Künstlerische Direktorin am Landesgymnasium.

Brittens "Der kleine Schornsteinfeger" ist für Kinderstimmen geschrieben. Das Orchester habe man eigens für die sechs Aufführungen aus Schülern des Gymnasiums zusammengesetzt. Die Aufführung dauert etwa 50 Minuten und ist somit gut für junges Publikum geeignet. Fast märchenhaft hoffnungsfroh ist die Geschichte. Das Libretto von Eric Crozier erzählt nach Charles Dickens von einem kleinen Jungen, der von seinen Eltern verkauft wird und als Schornsteinfeger arbeiten muss. Als er eines Tages im Kamin feststeckt, wird er von den Kindern des Hauses befreit, versteckt und später in die Familie aufgenommen.

Nach dem Schlussbild gibt es eine kurze Pause. Für die Inszenierung zeichnet die freie Regisseurin Annette Jahns verantwortlich. Obwohl die Hauptprobe ruhig und flüssig durchläuft, ist sie noch nicht hundertprozentig mit den jungen Sängern zufrieden. Die Anforderungen sind hoch, schließlich soll hier eine richtige Oper gespielt werden. Kein Laientheater. Nach nur 15 Minuten geht es weiter. Jahns greift jetzt häufig ein: steh ein bisschen später auf; halte den Kopf oben; achtet auf die Einsätze. Solche Dinge. Die Schüler reagieren prompt. Die Disziplin der 11- bis 16-Jährigen im Saal ist selbst zur nahenden Mittagszeit beachtlich. In dem Moment öffnet sich einen Spalt breit die Tür, und ein Chor aus bunt maskierten Vögeln huscht singend herein, um im Gänsemarsch zur Bühne zu tippeln. Nach dem Auftritt nimmt er den Weg wieder zurück. Es ist eng in der Aula, das macht das Spiel nicht gerade leichter.

Doch die Kinder und Jugendlichen sind nach wie vor mit großem Einsatz bei der Sache. In Kostümen im Stil des 19. Jahrhunderts huschen sie durch den Saal. Ab und zu erntet jemand ein aufmunterndes Wort der Lehrerin. Durchhalten ist jetzt alles. Bloß nicht vor der Premiere noch krank werden, obwohl es eine Zweitbesetzung gäbe. Jede Besetzung darf jeweils drei Aufführungen spielen. Wer jetzt nicht auf der Bühne ist, muss dennoch zuhören, damit er später weiß, wann er im Stück wie wohin zu gehen hat.

"Eine solche Produktion können wir nicht jedes Jahr machen", sagt Marlies Jacob. Die Lehrerin ist merklich stolz auf ihre Klassen. Mit dem Schuljahr begannen die Proben. Dafür mussten die Stundenpläne der Schüler sogar umgestellt werden. Heute fegt "Der kleine Schornsteinfeger" nun erstmals vor Publikum über die Bühne.

Aufführung heute 18.30 Uhr, Aula Landesgymnasium, weitere am 27.2., 28.2., 2.3. und 9.5.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.02.2015

Nicole Czerwinka

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